Die Eigenverantwortung stärken
Die Gesundheit der Bevölkerung hängt keineswegs nur von
den Leistungen der kurativen Medizin ab, auch die Verbreitung
eines gesundheitsbewussten Lebensstils ist von
herausragender Bedeutung. Foto: JochenRolfes.de
Wir Ärztinnen und Ärzte sind zu Recht stolz auf unsere Erfolge. Der medizinisch-technische Fortschritt gibt uns immer neue diagnostische und therapeutische Möglichkeiten an die Hand, sodass wir Krankheiten immer besser erkennen, heilen und lindern können.
Doch trotz allen Fortschritts wissen wir auch um die Grenzen der kurativen Medizin. Der Mensch ist keine Maschine, und Ärztinnen und Ärzte sind keine Mechaniker für das Produkt Gesundheit im Reparaturfall.
Die ärztliche Verantwortung ist eben keine rein medizinisch-technische, und eine Behandlung kann nur in einer vertrauensvollen, von partnerschaftlichem Zusammenwirken geprägten Patient-Arzt-Beziehung gelingen.
Das gilt für die kurative Medizin, und das gilt auch für die präventive Medizin. Die millionenfachen Patient-Arzt-Kontakte bieten auch eine hervorragende Chance, die eigene Kompetenz unserer Patientinnen und Patienten im Umgang mit ihrer Gesundheit zu stärken. Denn die Gesundheit der Bevölkerung hängt keineswegs nur von den Leistungen der kurativen Medizin ab, auch die Verbreitung eines gesundheitsbewussten Lebensstils ist von herausragender Bedeutung.
Wenn also die Ärzteschaft mehr Eigenverantwortung im Gesundheitswesen fordert, so ist damit nicht nur eine finanzielle Eigenbeteiligung gemeint. Vielmehr ist es ein ärztliches Anliegen, dass jeder Einzelne durch Prävention und Gesundheitsvorsorge aktiv zur Minderung seiner Krankheitsrisiken beiträgt.
Prävention ist ein originär ärztliches Aufgabengebiet – so hat es auch der Deutsche Ärztetag festgestellt. Angesichts der Zunahme chronischer Erkrankungen wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes mellitus und der steigenden Zahl alter Menschen haben Information und Beratung hinsichtlich eines gesunden Lebensstils stark an Bedeutung gewonnen. Dies wird sich weiter fortsetzen, zumal die Grenze zwischen der Behandlung von Krankheiten und der Gesundheitsberatung fließend ist.
Im Vorstand unserer Ärztekammer Nordrhein haben wir uns daher entschieden, unsere langjährigen Präventionsaktivitäten – etwa zur Gesundheitserziehung in der Grundschule und zur Sturzprophylaxe bei betagten Menschen – um ein neues Projekt zu ergänzen: Hausärztinnen und Hausärzte werden Patientinnen und Patienten mit Risikofaktoren wie Übergewicht und Bewegungsarmut im Rahmen einer auf zwei Jahre angelegten Studie einen gesundheitsbewussteren Lebensstil empfehlen, sprich: mehr Bewegung. 10.000 Schritte pro Tag sind das Ziel (siehe auch „Thema“).
Die Evaluation der Pilotstudie liegt in den Händen des Instituts für Bewegungs- und Neurowissenschaft der Deutschen Sporthochschule Köln (Professor Dr. Dr. med. Christine Graf). Ich bin schon jetzt gespannt, zu welchen Ergebnissen die zu mehr Bewegung motivierende Beratung in der Hausarztpraxis führen wird. Ein Gerät, das meine eigenen täglichen Schritte zählt, begleitet mich bereits seit einigen Wochen in der Hosentasche.
letzte Änderung am: 26.04.2013
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Rheinisches Ärzteblatt
Heft 3/2013
Titelthema
Bewegung als Medizin: Startschuss für Modellprojekt in Köln
Fachtagung: Weibliche Genitalbeschneidung

Am Samstag, 15. Juni 2013 findet zwischen 9 und 17.00 Uhr die Fachtagung zum Thema Weibliche Genitalbeschneidung - Medizinische Versorgung und Prävention im Gesundheitsbereich im Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft statt.
Aktuelle Infektionskrankheiten
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Am Samstag, 22. Juni 2013 veranstaltet die Ärztekammer Nordrhein ein Symposium zum Thema "Aktuelle Infektionskrankheiten" im Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft. Die Veranstaltung beginnt um 10.30 Uhr und endet um 14.30 Uhr.
3. Kammerkolloquium Kindergesundheit

Am Samstag, 29. Juni 2013 veranstaltet die Ärztekammer Nordrhein das 3. Kammerkolloquium zum Thema "Kindergesundheit". Die Veranstaltung beginnt um 10.00 Uhr im Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft.
Begrüßung neuer Kammermitglieder im Frühjahr 2013
Rund 100 junge Ärztinnen und Ärzte folgten der Einladung ins Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft. Die Ärztekammer Nordrhein hat zum fünften Mal neue Mitglieder mit einer eigenen Veranstaltung begrüßt.
Critical Incident Reporting System NRW. Melde- und Lernsystem für medizinische Beinahe-Fehler für NRW.
Image-Video der ÄkNo
Ab sofort steht ein rund siebenminütiges Video bereit, das die Aufgabengebiete und Services der Ärztekammer Nordrhein erklärt.




