Ausstellung erzählt Geschichte jüdischer Frauen in der Medizin während der NS-Diktatur

Ausstellung im Haus der Ärzteschaft

Foto: Jochen Rolfes

Düsseldorf, 24.3.2016. „Die Ausstellung verdeutlicht, wie diese Frauen die Verfolgung der Juden im Nationalsozialismus erlebten und erlitten“, sagte Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein bei der Eröffnung der Ausstellung „Helfen und Heilen. Jüdische Frauen in der Medizin 1933 bis 1945“ im Haus der Ärzteschaft kürzlich in Düsseldorf. Auf etwa zwei Meter hohen Glaswänden erzählt die Ausstellung, die in Kooperation mit dem Bundesverband Jüdischer Mediziner in Deutschland und der Ärztekammer Nordrhein entstand und bis Ende Januar in der Mahn- und Gedenkstelle zu sehen war, das Leben von neun Ärztinnen und einer Krankenschwester aus Düsseldorf.

So auch die Geschichte von Dr. Hilde Bruch, die 1932 eine Privatpraxis als Kinderärztin in Ratingen eröffnete und schon 1933 nach dem Boykott von Praxen jüdischer Ärzte wieder aufgeben musste. Sie emigrierte in die USA und wurde unter anderem für ihre Forschungen zur Magersucht bekannt.

Professor Dr. Selma Meyer habilitierte als erste Frau im Fach Pädiatrie und eröffnete 1929 eine Praxis für Kinderheilkunde und Radiologie in Düsseldorf, bis ihr die Kassenärztliche Vereinigung 1933 die Zulassung für Kassenpatienten entzog. Meyer reiste 1939 nach London und emigrierte ein Jahr später in die USA, wo sie in New York als Kinderärztin praktizierte.

Die portraitierten Frauen arbeiteten in Krankenhäusern, Kinder- oder Frauenkliniken, selbstständigen Praxen oder anderen medizinischen Einrichtungen und setzten sich in der männerdominierten Welt der akademischen Berufe durch. Als jüdische Ärztinnen und berufstätige Frauen gerieten sie in doppelter Hinsicht in den Blick der nationalsozialistischen Verfolgungspolitik. "Sie wurden diskriminiert und stigmatisiert durch ein Behandlungsverbot von nicht-jüdischen Patientinnen und Patienten und durch den sogenannten ‚Ariernachweis‘ für Doktortitel, Approbation und Facharztprüfung“, so der Kammerpräsident.

Henke erinnerte in seiner Rede auch an die Mittäterschaft von Ärztinnen und Ärzten. „Entgegen dem Heilauftrag unseres Berufs haben sich auch Ärzte durch Menschenrechtsverletzungen in dieser Zeit schuldig gemacht“, sagte Henke vor den Delegierten der Kammerversammlung und Mitarbeitern der Ärztekammer Nordrhein anlässlich der Ausstellungseröffnung. Deutsche Ärztinnen und Ärzte sowie die organisierte Ärzteschaft seien tief in die Gräueltaten des Nazi-Regimes verstrickt gewesen und haben eine aktive Rolle beim Holocaust sowie bei unmenschlichen Experimenten an Gefangenen gehabt, mahnte der Kammerpräsident.

Die Ausstellung „Helfen und Heilen. Jüdische Frauen in der Medizin 1933 bis 1945“ ist bis Ende April ganztägig im Haus der Ärzteschaft, Tersteegenstraße 9 in Düsseldorf zu sehen. Der Besuch ist kostenlos. 

jf


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letzte Änderung am: 24.03.2016



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