CIRS-NRW Gipfel 2016

CIRS-NRW arbeitet an Umsetzung von G-BA-Richtlinien

Burkhard Fischer Foto: Jürgen Brenn

Burkhard Fischer stellte neueste Entwicklungen bei
CIRS-NRW vor.

Düsseldorf, 4.11.2016. Burkhard Fischer, Leiter des Referats Qualitätsmanagement, IT und Datenanalyse der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW) der Abteilung , freute sich auf dem diesjährigen CIRS-NRW Gipfel in Düsseldorf über die hohe Beteiligung an dem landesweiten Lern- und Berichtssystem zur Vermeidung von kritischen Ereignissen in der Patientenversorgung. Derzeit stünden über 620 Berichte im Archiv der „Berichte des Quartals“. Es sei erfreulich zu beobachten, dass immer mehr Meldungen aus dem ambulanten Bereich kommen, sagte der Diplommedizininformatiker Fischer: „Das funktioniert schon richtig gut.“ Wenn die Nutzer von CIRS-NRW noch mehr Gebrauch von der Kommentar-Funktion auf der Lern- und Berichtsplattform machen würden, könnte CIRS-NRW noch lebendiger werden. Diese Funktion werde „noch zu selten genutzt“, sagte Fischer.

CIRS-NRW steht für Critical-Incident-Reporting-System Nordrhein-Westfalen. Es ist ein seit Jahren im Land von den Ärztekammern und Kassenärztlichen Vereinigungen des Landes sowie der KGNW und des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin getragenes online-gestütztes Meldesystem. Dort berichten ambulant oder stationär tätige Ärztinnen und Ärzte sowie Medizinische Fachangestellte (MFA) oder Krankenpfleger im stationären Sektor über eingetretene oder beinahe geschehene Fehler und erläutern zum Teil, welche Maßnahmen dagegen ergriffen werden können. Mit Hilfe der Berichte können ähnliche Pannen in anderen Kliniken oder Praxen vermieden werden, so die Grundidee.

CIRS sei ein innovatives und unbürokratisches Instrument von Ärzten, mit Ärzten, für Ärzte, MFA und Krankenpfleger und sei im Laufe der Jahre auch eine Sache der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte geworden, sagte der scheidende stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, Bernhard Brautmeier, auf dem CIRS-Gipfel im Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat kürzlich eine Richtlinie zu „Anforderungen an einrichtungsübergreifende Fehlermeldesysteme (üFMS-B)“ veröffentlicht (Internet: Internetlink www.g-ba.de/informationen/richtlinien/85). Zugelassene Krankenhäuser erhalten eine Zuschlag nach § 17b Abs. 1a Nr. 4 des Krankenhausfinanzierungsgesetzes (KHG), wenn sie nachweisen können, dass sie an einem einrichtungsübergreifenden Fehlermeldesystem teilnehmen, das den G-BA-Anforderungen entspricht. Der G-BA fordert unter anderem: das System muss allen Einrichtungen offenstehen und frei zugänglich sein. Es dürfen keine personenbezogenen Daten verarbeitet werden und die Rückverfolgung der Meldenden müsse ausgeschlossen sein. Gleichzeitig sollen die Betreiber der Systeme den Kliniken jährlich die Teilnahme an dem System bescheinigen, damit der Zuschlag fließen könne. Burkhard Fischer sagte, CIRS-NRW erfülle bereits viele der Anforderungen des G-BA. Der vordergründige Widerspruch zwischen der Forderung nach verbotener Rückverfolgbarkeit der Melder und der Erbringung des Nachweises eines Krankenhauses, dass es sich an CIRS-NRW beteiligt habe, müsse technisch noch aufgelöst werden. „Ich bin zuversichtlich, dass wir dafür bis Ende 2016 eine Lösung gefunden haben und dann alle Anforderungen der G-BA-Richtlinie erfüllen können“, sagte Fischer. Wenn dies der Fall ist, wären die Voraussetzungen erfüllt, damit die sich beteiligten Kliniken einen Zuschlag gemäß der Richtlinie erhalten zu können.

Professor Dr. Achim Baum Foto: Jürgen Brenn

Der Kommunikationswissenschaftler Professor Dr. Achim
Baum referierte auf dem CIRS-NRW-Gipfel 2016 über
Kommunikation und deren Tücken. Fotos: Jürgen Brenn

Der diesjährige CIRS-NRW Gipfel stand unter dem Motto „Alles gesagt – alles verstanden?“ und hatte den Kommunikationswissenschaftler Professor Dr. Achim Baum von der Hochschule Osnabrück zu Gast. Er rief den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Grundlagen des klassischen Kommunikationsmodells ins Gedächtnis: Auch wenn zwei Personen die gleiche Sprache sprechen, versteht der Informationsempfänger meist etwas anderes, als der Sender gemeint hat. Kurz: A sagt X und B versteht Y. Mit Blick auf das Risikomanagement-Instrument CIRS sagte Baum: Es ist gut, dass über Fehler oder Beinahe-Fehler gesprochen wird. Allerdings könnten sich aus dieser Kommunikation wiederum Risiken ergeben. Darüber müsse man sich bewusst sein, so Baum und zitierte den deutschen Soziologen Niklas Luhmann: „Kommunikation ist unwahrscheinlich. Sie ist unwahrscheinlich, obwohl wir sie jeden Tag erleben, praktizieren und ohne sie nicht leben würden.“

Internetlink www.cirs-nrw.de

Internetlink Anforderungen an einrichtungsübergreifende Fehlermeldesysteme (üFMS-B)


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letzte Änderung am: 07.11.2016



Ärztliche Flüchtlingshilfe

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Rheinisches Ärzteblatt

Heft 11/2017

Titel 11/2017 Titelgestaltung: Eberhard Wolf

Titelthema

Ärztliche Kommunikation als medizinisches Handeln

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Dokumentation Kammersymposium zur Arzt-Patienten-Kommunikation

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Mitte September fand das Kammersymposium zur Arzt-Patienten-Kommunikation statt.

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Critical Incident Reporting System NRW. Melde- und Lernsystem für medizinische Beinahe-Fehler für NRW.

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