Dr. Ivo Grebe, Stadtkreis Aachen - „Meine Idee ist, etwas zu bewegen“

Neben dem Arztberuf engagieren sie sich ehrenamtlich für ihre Kolleginnen und Kollegen: Kreis- und Bezirksstellenvorsitzende der Ärztekammer Nordrhein. Doch was machen die Vorsitzenden eigentlich und warum? Diese Fragen stellten wir Dr. Ivo Grebe, Vorsitzender der Kreisstelle Stadtkreis Aachen. Er ist damit der Erste in unserer Reihe „Mein Engagement“.

Dr. Ivo Grebe Foto: Foto: Berufsverband Deutscher Internisten e.V.

„Die Arbeit der Kreisstellenkoordinatorinnen der Ärztekammer
ist eine große Entlastung und eine wertvolle Ergänzung unserer
Arbeit. Der Input, den wir so auch aus anderen Kreisstellen
bekommen, bringt neue Ideen und Anregungen.“
Foto: Berufsverband Deutscher Internisten e.V.

RÄ: Was steht auf Ihrem Schreibtisch?
Grebe: Neben einem Laptop und einer Flasche Sprudelwasser steht eine kleine bunte Figur auf meinem Schreibtisch. Es ist ein kleines Männchen, das Arme und Beine von sich streckt. Als ich in mein Büro in der Kreisstelle eingezogen bin, war der Raum sehr kahl. Also habe ich zwei Bilder aufgehängt und diese Figur auf meinen Schreibtisch gestellt.

RÄ: Wie war das damals, als Sie sich entschieden Medizin zu studieren?
Grebe:Wir haben in der Oberstufe einen Schulausflug an die Universität in Münster gemacht und ich habe mir spontan eine Medizinervorlesung angesehen. Der Mensch, sein Körper und seine Seele haben mich schon immer interessiert. Um es mit Faust zu sagen, ich wollte wissen, was den Menschen im Innersten zusammenhält.

Es war eine völlig neue, spannende Welt

Als ich mich während des Abiturs dann mit dem Studium beschäftigte, stand Medizin ganz oben auf der Liste. Ein guter Freund hat mich dann noch einmal in meiner Entscheidung bestätigt. Sein Bruder studierte auch Medizin. Er riet mir, mich für ein Medizinstudium zu bewerben. Also habe ich mich beworben und sofort einen Studienplatz bekommen. Noch bevor ich die Zusage hatte, habe ich schon ein Praktikum im Krankenhaus gemacht. Ich fand diesen Einblick in eine völlig neue Welt sehr spannend.

RÄ: Was hat Sie dazu bewegt, sich ehrenamtlich in der Ärztekammer zu engagieren?
Grebe: Ich bin ein politisch interessierter Mensch und war schon als Schüler und Student politisch aktiv. Aber während der Weiterbildung ging es dann erst einmal darum, den Facharzt zu machen, sich zu überlegen, ob man im Krankenhaus bleiben, habilitieren oder sich niederlassen möchte. Diese Dinge binden viel Energie und Zeit. Und gleichzeitig gründete ich eine ­Familie. Als der Vorsitzende der Kreisstelle Stadtkreis Aachen aufhörte, kam ein Kollege auf mich zu und fragte mich, ob ich mir vorstellen könne, als Vorsitzender zu kandidieren. Ich habe mich sehr geehrt gefühlt. Ich konnte meine Kollegen von mir überzeugen und bin gewählt worden.

RÄ: Mit welchen Themen befassen Sie sich typischerweise in einer Sitzung Ihrer Kreisstelle?
Grebe: Neben einem großen Block, in dem wir über formale Dinge sprechen wie die Organisa­tion des Notfalldienstes, gibt es einen Block, in dem ich aus der Arbeit der Kreisstelle oder über politisch relevante Themen aus der Kammer berichte. Und wir dis­kutieren – teilweise auch kontrovers – Ideen und Konzepte für die Kreisstellenarbeit. Ich finde wichtig, dass die Vorstandsmitglieder ihre Ideen ­einbringen und diskutieren können. Wir versuchen, diese Ideen auch in die Tat umzusetzen. So wollen wir anlässlich der Bundestagswahl im kommenden Jahr Gesundheitspolitiker der Parteien einladen, ihre Programme vorzustellen. Als Vorsitzender trage ich die Verantwortung. Das ­nehme ich sehr ernst. Ich möchte meine Position gewissenhaft ausfüllen.

RÄ: Was überwiegt in Ihrem Amt als Kreisstellenvorsitzender: Pragmatismus oder Idealismus?
Grebe: Bei mir persönlich überwiegt der Idealismus. Meine Idee ist, etwas zu bewegen, etwas Gutes zu tun: den Zusammenhalt in der Ärzteschaft zu stärken, die unterschiedlichen Interessen zum Beispiel der Ärzte im stationären und ambulanten Bereich zusammenzubringen und das Kammerprofil in der Außenwahrnehmung zu schärfen. Mit der Zeit bekommt man aber auch einen anderen Blick auf viele Zusammenhänge und gesundheitspolitische Themen. Manchmal heißt das auch, Abstriche zu machen. Nicht alles ist immer so ideal, wie man es sich vorstellt. Aber ich bleibe meinem Grundsatz treu: Ich setze meine Ziele hoch an und messe sie an der Realität, dann kann ich sie immer noch runterschrauben.

RÄ: Was verbinden Sie mit der Stadt Aachen?
Grebe: Zunächst leben in Aachen viele Menschen, mit denen ich verwandt oder befreundet bin oder mit denen ich beruflich zusammenarbeite. Ich bin „Wahl-Aachener“ und fühle mich in der Stadt zuhause. Aachen ist ein hochinteressanter Wissenschaftsstandort und gleichzeitig eine verhältnismäßig kleine Stadt mit einer starken Gemeinschaft. Außerdem bin ich in Aachen vielen Menschen begegnet, die wie unser Kammerpräsident Rudolf Henke versuchen, nicht nur regionalpolitisch, sondern auch auf Bundes­ebene etwas zu bewegen.

Das Interview führte Jocelyne Naujoks.

Dr. Ivo Grebe wurde 1953 in Berlin geboren und ist nach seinem Medizinstudium in Aachen der Stadt treu geblieben. Seine Weiterbildung zum Internisten hat er am Universitätsklinikum in Aachen absolviert. Im Jahr 1989 ließ er sich in eigener Praxis nieder. Er ist Vorsitzender der Kreisstelle Stadtkreis Aachen der Ärztekammer Nordrhein und Mitglied im Vorstand der Kreisstelle Stadt Aachen der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. Seit April 2016 ist er als 2. Vizepräsident und Schatzmeister im Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) tätig.

Foto: Berufsverband Deutscher Internisten e.V.

„Die Arbeit der Kreisstellenkoordinatorinnen der Ärztekammer ist eine große Entlastung und eine wertvolle Ergänzung unserer Arbeit. Der Input, den wir so auch aus anderen Kreisstellen bekommen, bringt neue Ideen und Anregungen.“

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letzte Änderung am: 20.12.2016



Ärztliche Flüchtlingshilfe

Flüchtlinge in Deutschland

Rheinisches Ärzteblatt

Heft 7/2017

Titel 9/2017 Titelgestaltung: Eberhard Wolf

Titelthema

SOS am Arbeitsplatz: Mit Mobbing und psychischen Belastungen umgehen

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Shalom Shlomo!

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Ein Abend mit Texten und Liedern für und mit Sally Perel dem Hitlerjungen Salomon erwartet Sie am Freitag, 22. September 2017 ab 20 Uhr im Haus der Ärzteschaft in Düsseldorf.

Der Abend wird gestaltet von Sally Perel, Thomas Tillmann und Beatrix Brägelmann.

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Die Ärztekammer Nordrhein lädt ihre jungen Kammermitglieder am Samstag, 30. September 2017 von 10 bis 15.30 Uhr zu einer Informationsbörse mit Vorträgen, Workshops und individueller Beratung ins Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft ein.

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