KVen werben für Notdienst-Hotline 116117

Die Inanspruchnahme des ambulanten Notdienstes nimmt zu, auch die Hotline ist stark frequentiert. Dennoch erwartet die Politik mehr Engagement bei der Werbung für die 116117 – vor allem, um die Klinikambulanzen zu entlasten. Die KV Nordrhein hat sich im Oktober an einer Kampagne für Notdienst und Nummer beteiligt. Und Pläne zur Weiterentwicklung des Notdienstes vorgestellt.

von Heiko Schmitz

Grafik Notdienst-Hotline 116 117

Die Arztpraxen erhielten im September Infomaterial – unter anderem eine Infografik
für die Wartezimmer.

Erst ist kurz ein Freizeichen, dann eine Frauenstimme zu hören: „Leider sind sie außerhalb der Sprechzeiten erkrankt. Wenn Sie den nächsten Werktag nicht abwarten können, wenden Sie sich bei akuten, aber nicht lebensbedrohlichen Beschwerden an den ärztlichen Bereitschaftsdienst – gute Besserung.“ Natürlich wird auch die Nummer genannt: die 116117, über die der ambulante ärztliche Notdienst nicht nur in NRW, sondern bundesweit und kostenlos erreichbar ist.

Der Text stammt aus einem Radiospot, mit dem die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein im Oktober auf die Hotline aufmerksam gemacht hat – den 11. Oktober hatten KBV und KVen zum bundesweiten „Tag des Bereitschaftsdienstes“ ausgerufen. „Wir wollen die Nummer 116117, die in Nordrhein zurzeit knapp ein Drittel der Patienten kennt, und die Strukturen des ambulanten Notdienstes noch bekannter machen“, sagt Dr. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein.

In neun KV-Regionen wurden dazu Radiospots ausgestrahlt, die auf die 116117 aufmerksam machten. „Wir haben in der Woche vom 9. bis 13. Oktober einen von der KBV produzierten Beitrag in den Lokalradios der sechs einwohnerreichsten Städte in Nordrhein geschaltet“, sagt Bergmann. Der KVNO-Chef betont, dass ein höherer Bekanntheitsgrad der ambulanten Notdienst-Hotline dabei helfen kann, ein Grundproblem bei der Notfallversorgung zu lindern: die Fehlallokation von Patienten mit Bagatellbeschwerden in Krankenhausambulanzen. „Das wird aber nicht allein durch das Serviceangebot von Rufnummer und Arztrufzentrale gelingen. Deshalb arbeiten wir zusammen mit allen anderen Beteiligten auf Landesebene daran, den Notdienst stärker zu verzahnen und damit zukunftsfest zu machen.“

Nur wenig Irrläufer

Immerhin 7,5 Millionen Mal wird die 116117 pro Jahr genutzt – 1,2 Millionen Anrufe pro Jahr werden allein in der Arztrufzentrale NRW (ARZ) in Duisburg be- und verarbeitet, wo die Anrufe aus Nordrhein und Westfalen-Lippe eingehen. Die meisten Anrufer jedenfalls scheinen zu wissen, bei wem sie Hilfe anfordern: Von den 753.000 Anfragen aus ganz NRW im Jahr 2016 entfielen 457.000 auf Auskünfte, zum Beispiel den Hinweis auf die nächstgelegene Notdienstpraxis. 294.000 Mal wurde ein Hausbesuch organisiert – etwa die Hälfte davon in Nordrhein. 11.400 Anrufer mussten an den Rettungsdienst verwiesen werden, hätten also besser direkt die 112 gewählt. Nur 2.600 Anrufe hingegen wurden von einer Leitstelle an die Arztrufzentrale überstellt.

Bei einem Pressegespräch in der ARZ am 11. Oktober lieferte Bergmann vor einem großen Medienaufgebot Detail-Informationen zur Weiterentwicklung des Notdienstes in Nordrhein – und darüber hinaus, denn die Pläne der KV decken sich weitgehend mit dem, was die KBV in Abstimmung mit dem Marburger Bund zuletzt veröffentlicht hat. „Wir streben eine sektorenübergreifende Notfallversorgung in Zusammenarbeit mit den Kliniken an, in der die Versorgung der Patienten nach einem einheitlichen Triagierungssystem organisiert ist. Dieses System soll sich allein am konkreten medizinischen Handlungsbedarf orientieren. Patienten sollen entweder dem ambulanten Bereich oder der Krankenhausversorgung zugeführt werden. Sogenannte ,Portalpraxen‘ oder integrierte Notfallzentren an Kliniken, die KV und Krankenhaus gemeinsam betreiben, könnten auch in Nordrhein eine sinnvolle Lösung darstellen“, sagte Bergmann.

Zentrale Anlaufstellen

95 Prozent der 75 Notdienstpraxen in Nordrhein sind schon heute an oder in Kliniken angesiedelt – bei einigen umfasst die Integration bereits einen gemeinsamen Empfang oder die gemeinsame Nutzung von medizinischem Gerät. Wie viele dieser Portalpraxen künftig in Nordrhein gebraucht würden und wo genau sie sich befinden sollen, bedarf noch der Klärung. Sicher ist: „Wir können nicht an jedem Krankenhaus eine solche Praxis installieren – das wäre eine unfinanzierbare und unnötige Überversorgung. Entscheidend ist, dass es flächendeckend gut erreichbare zentrale Anlaufstellen für die Patienten gibt, auch im fachärztlichen Notdienst“, erklärte Bergmann.

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letzte Änderung am: 26.10.2017



Ärztliche Flüchtlingshilfe

Flüchtlinge in Deutschland Foto: picture alliance/AP Images/Hussein Malla

Rheinisches Ärzteblatt

Heft 11/2017

Titel 11/2017 Titelgestaltung: Eberhard Wolf

Titelthema

Ärztliche Kommunikation als medizinisches Handeln

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Ärztin spricht mit Patientin Foto: Westend61/fotolia.com 

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