Dr. Knut Krausbauer, Krefeld - „Ich tue das, wovon ich immer geträumt habe“

Neben ihrem Beruf engagieren sie sich ehrenamtlich für ihre Kolleginnen und Kollegen: Kreis- und Bezirksstellenvorsitzende der Ärztekammer Nordrhein. Doch was machen die Vorsitzenden eigentlich und warum? Diese Fragen stellten wir Dr. Knut Krausbauer, Vorsitzender der Kreisstelle Krefeld, in unserer Reihe „Mein Engagement“.

Dr. Knut Krausbauer Foto: Jocelyne Naujoks

Für Dr. Knut Krausbauer bedeutet Arzt zu sein auch soziales
Engagement: „Ich bin dabei kein Einzelfall. Ich bin ein typischer
Allgemeinmediziner, der Spaß an der Sache hat.“
Foto: Jocelyne Naujoks

RÄ: Was steht auf Ihrem Schreibtisch?

Krausbauer: Ich bin schon froh, wenn mein Schreibtisch einigermaßen ordentlich ist und ich das obligate Familienfoto nicht verlege. Ansonsten gehört für mich Kunst zum Leben. Sie ist Ausdruck der Zeit. In der Praxis hängen moderne Werke zum Beispiel von Herbert Zangs.

RÄ: Wie war das damals, als Sie sich entschieden, Medizin zu studieren?

Krausbauer: Ich war als Kind mit dem Sohn eines Arztes befreundet. Beim Abendbrot erzählte sein Vater wunderschöne Geschichten, nicht nur von Krankheit, sondern vor allem von der sozialen Arbeit, die ein Arzt leistet. Zwischenzeitlich wollte ich Lehrer werden. Als Stubenältester im Internat merkte ich jedoch schnell, dass ich als Lehrer völlig ungeeignet bin. Ich wäre zu den netten Schülern nett und zu den frechen fies gewesen und für nichts haben Kinder so ein Gespür wie für Ungerechtigkeit.

Wir hatten wenig Geld, meine Mutter war alleinstehend. Sie hatte gelesen, dass man nach zweijährigem Praktikum schon als „Vorexaminierter“ in einer Apotheke gutes Geld verdienen könne, also habe ich das gemacht. Irgendwann sagte meine damalige Freundin zu mir, dass Apotheker eigentlich gar nicht zu mir passe. Du wärst besser als Arzt, sagte sie. Und sie hatte Recht. Ich wollte immer Arzt werden. Ich bekam einen Studienplatz für Medizin in Düsseldorf.

Vernetzung bedeutet für mich, miteinander zu reden

Als ich während der Weiterbildung zum Militär eingezogen wurde, habe ich um Geld zu verdienen nebenbei als Vertretung in einer allgemeinmedizinischen Praxis gearbeitet. So war ich schließlich genau da, wo ich schon am Abendbrottisch meines Schulfreundes immer sein wollte und tue das, wovon ich immer geträumt habe. Ich bin mit Begeisterung Arzt.

RÄ: Was hat Sie dazu bewegt, sich ehrenamtlich in der Ärztekammer zu engagieren?

Krausbauer: Ein Kollege fragte damals, warum wir jungen Ärzte alles den alten überlassen und nicht selber in der Kammer mitmachen. Schon nach zwei Jahren wurde ich Vorsitzender der Kreisstelle. Wir Ärzte arbeiten in einem System, in dem wir die Rahmenbedingungen beeinflussen können. Diese Chance sollten wir ergreifen.

RÄ: Mit welchen Themen befassen Sie sich typischerweise in einer Sitzung Ihrer Kreisstelle?

Krausbauer: Ich versuche in der Kreisstelle, Patienten und Bürgern unsere Arbeit näher zu bringen. Ich wünsche mir mehr Solidarität, mehr Zusammenhalt unter den Ärztinnen und Ärzten. Das war auch die Idee unseres Ärzte-Balls. Früher haben sich Kollegen aus allen Fachrichtungen zum Stammtisch getroffen. Es hat mir sehr zugesetzt, als plötzlich die einzelnen Gruppen lieber unter sich blieben. Vernetzung bedeutet für mich, miteinander zu reden, sich kennenzulernen. Die Kammer müsste hierfür mehr Raum bieten. Nur so kann die Zusammenarbeit der Kollegen besser funktionieren.

RÄ: Was überwiegt in Ihrem Amt als Kreisstellenvorsitzender: Pragmatismus oder Idealismus?

Krausbauer: Pragmatismus und Idealismus schließen sich nicht aus. Arzt zu sein, ist etwas Besonderes. Wenn der Idealismus fehlt, kann der Arztberuf auch zur Qual werden.

RÄ: Was verbinden Sie mit der Stadt Krefeld?

Krausbauer: Ich habe in Krefeld alles so vorgefunden, wie ich es mir wünschte und wurde gut aufgenommen. Hier leben Menschen wie du und ich, das mag ich. Ich will meine Patienten kennenlernen, mir Zeit nehmen. Und sie kommen gerne zu mir. Das ist doch die Anerkennung, die man sich als Arzt wünscht. Ich bin Familienarzt. Daher bin ich froh, dass meine Tochter und ein Kollege, der fast wie ein Sohn für mich ist, die Praxis übernommen haben und ich meine Patienten in guten Händen weiß.

Das Interview führte Jocelyne Naujoks.

Dr. Knut Krausbauer ist einer der, wenn nicht der dienstälteste Vorsitzende. Seit fast 35 Jahren ist der aus Niedersachsen stammende Allgemeinmediziner Vorsitzender der Kreisstelle Krefeld. Er war Mitglied der Kammerversammlung sowie des Vorstands und der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. Seit über einem Jahrzehnt sitzt er im Ausschuss „Suchtgefahren und Drogen“ der Ärztekammer. Das Thema Sucht und Substitution berührt ihn. „Sucht ist eine Krankheit, unter der nicht nur der Süchtige selbst, sondern die gesamte Familie leidet“, sagt Krausbauer. Eine besondere Liebe verbindet Krausbauer mit der französischen Küche, Literatur und Kunst, und seiner Frau, die Französin ist.

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letzte Änderung am: 26.10.2017



Ärztliche Flüchtlingshilfe

Flüchtlinge in Deutschland Foto: picture alliance/AP Images/Hussein Malla

Rheinisches Ärzteblatt

Heft 11/2017

Titel 11/2017 Titelgestaltung: Eberhard Wolf

Titelthema

Ärztliche Kommunikation als medizinisches Handeln

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Ärztin spricht mit Patientin Foto: Westend61/fotolia.com 

Mitte September fand das Kammersymposium zur Arzt-Patienten-Kommunikation statt.

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