43.000 beim 3. Nationalen Protesttag

Köln, Berlin, 22.5.2006. Über 6000 Ärzte, Arzthelferinnen, Heilberufler und zahlreiche Patientinnen und Patienten haben sich am Freitag, 19. Mai 2006 am 3. Nationalen Protesttag in Köln beteiligt.

Zeitgleich gingen in Berlin über 25.000 und in Stuttgart rund 12.000 Menschen auf die Straße, um auf die derzeitige Misere im deutschen Gesundheitssystem aufmerksam zu machen.

Lautstark protestierten die Teilnehmer in Köln, die vom Deutzer Bahnhof zum Roncalli-Platz vor dem Dom zogen. Ein Ende der verfehlten Gesundheitspolitik zu Lasten von Patienten und Ärzten forderte der Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein, Dr. Arnold Schüller auf der Abschlusskundgebung.

Die Große Koalition habe nicht wie versprochen, Budgetierungen abgebaut, sondern mit dem Bonus-Malus-Prinzip „noch einen oben drauf gesetzt“, sagte Angelika Haus, Vorsitzende des Hartmannbund-Landesverbandes Nordrhein. Diese Regelung solle Patienten und ihre Ärzte voneinander spalten.

Der Kassenpatient Peter Patten sicherte den Ärzten in Köln die Unterstützung ihrer Patienten zu: „Wir als Patienten und Sie als Ärzte sitzen in einem Boot. Der Arzt soll entscheiden, was für mich das richtige ist und nicht die Politik.“

Wir stehen heute hier als Sachwalter unserer Patienten, und damit kommen wir unserer Garantenpflicht als Ärzte nach, in dem wir vor der Überregulierungswut warnen“, stellte Dr. Dirk Mecking, 1. Vorsitzender des Hausärzteverbandes Nordrhein klar: „Wir stehen hier, weil wir für unsere Freiberuflichkeit streiten. Wir stehen hier, weil wir uns gegen den Zeitfresser Bürokratie stellen. Wir stehen hier, weil auch uns ein angemessenes Honorar in Euro zusteht.“

Mit Blick auf die flächendeckende hausärztliche Versorgung sagte Mecking, dass die Alterskurve bei den Hausärzten nicht mehr ausgeglichen sei. Sie zeige eine deutliche Rechtslastigkeit zu den höheren Altersgruppen auf. „In einzelnen Landstrichen nahe der belgischen Grenze scheiden aufgrund des Alters demnächst sieben Hausärzte auf einmal aus – und eine Nachfolge ist nicht in Sicht. Es ist auch in Nordrhein 1 Minute vor 12.“

Bei der Großdemonstration in Berlin sagte der Vizepräsident der Bundesärztekammer, Dr. Andreas Crusius, die Ärzteschaft werde den Druck weiter erhöhen. „Und zwar so lange, bis wir endlich vernünftige Arbeitsbedingungen haben und endlich auch für unsere Arbeit bezahlt werden.“

Der Vorsitzende des Hartmannbundes, Dr. Kuno Winn sieht die Patientenversorgung dauerhaft massiv gefährdet und Ärztinnen und Ärzte an den Rand ihrer Existenz gedrängt.

Auch Fritz Stagge, Bundesvorstandsmitglied des NAV-Virchowbundes, prangerte die „Verlogenheit“ an, die im GKV-System inzwischen um sich greife und sprach von der „Verhöhnung eines ganzen Berufsstandes“.

Der Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Andreas Köhler warnte in Berlin: „Wenn sich nichts zum Besseren verändert, wenn im Gegenteil die Bedingungen weiter verschlechtert werden, sind Kollektivvertrag und Sicherstellung tot”

bre/uma

Rund 6000 Teilnehmer beteitligten sich in Köln am 3. nationalen Protesttag. Ein Ende der verfehlten Gesundheitspolitik zu Lasten von Patienten und Ärzten forderte der Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein, Dr. Arnold Schüller.


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letzte Änderung am: 01.01.2006



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