Bündnis „Duisburg gegen Depression“ gegründet

Duisburg, Düsseldorf, 31.1.2006. Eine von 29 Duisburger Institutionen und Verbänden getragene Aufklärungs- und Fortbildungskampagne zur Bekämpfung der Volkskrankheit Depression ist heute (31.Januar 2006) in Duisburg gestartet. Nach dem Vorbild der bundesweiten Initiative „Bündnis gegen Depression“ treten Ärzte, Psychotherapeuten, die Stadt Duisburg, Kirchen, Wohlfahrtsverbände und Selbsthilfegruppen mit dem Ziel an, die Öffentlichkeit über das Krankheitsbild aufzuklären und die Versorgung depressiver Menschen zu verbessern.

Der Hintergrund: In Deutschland sind rund vier Millionen Menschen akut an einer behandlungsbedürftigen Depression erkrankt. Doch fast die Hälfte der Erkrankten nimmt keine Hilfe in Anspruch. Unbehandelt kann die Depression schwere Folgen haben − von der sozialen Isolation über den Arbeitsplatzverlust bis hin zum Suizid.

Aus dem Gesundheitsreport der DAK 2005 geht hervor, dass seit 1997 bis 2004 die Zahl der Fälle bei psychischen Erkrankungen um 70 Prozent zugenommen hat und damit auch die Krankheitstage alarmierend gestiegen sind.

„Ein zentrales Ziel des Bündnisses ist die Bekanntmachung der Krankheit, ihrer Formen, Symptome und Behandlungsmethoden sowohl bei den Betroffenen als auch in der Gesellschaft“, sagte der Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein und Initiator des Duisburger Bündnisses, Dr. Arnold Schüller. Psychische Gesundheit vor allem in den Lebenswelten Ausbildung und Arbeit müsse stärker in den Fokus von Verantwortlichen in Schulen, Ausbildungsstätten und Betrieben rücken.

Das Bündnis wird in den nächsten beiden Jahren zum Beispiel Fortbildungen für Berufsgruppen veranstalten, die mit depressiv erkrankten Menschen zusammenkommen. Dazu gehören neben Ärzten, Pflegefachkräften und Seelsorgern auch Mitarbeiter von Beratungsstellen, Personalräte und Lehrer.
Darüber hinaus wird es Informationen für spezielle Zielgruppen wie zum Beispiel alte Menschen und Kinder und Jugendliche geben.

„Ein Schwerpunkt der Duisburger Initiative wird auf dem Feld der Arbeitswelt liegen“, erklärte Dr. Albert Franz Ernst, niedergelassener Psychiater und Psychotherapeut in Duisburg. Denn statistisch hätten Arbeitslose ein höheres Risiko, an einer Depression zu erkranken, als Arbeitnehmer mit einer sicheren Zukunftsperspektive. Beispielsweise verbringen arbeitslose Männer nahezu siebenmal mehr Tage mit einer psychischen Erkrankung im Krankenhaus als Nicht-Arbeitslose, sagte Ernst, „hier müssen wir mit Betriebsmedizinern, Menschen mit Personalverantwortung, aber auch mit den Arbeitsvermittlungsagenturen zukünftig enger zusammenarbeiten, über das Krankheitsbild aufklären und vor allem präventive Angebote machen.“

Neben ärztlichen Organisationen, Kliniken und Wohlfahrtseinrichtungen gehört auch die Stadt Duisburg zu den Trägern des Bündnisses. „Es gehört zu den wesentlichen Aufgaben des öffentlichen Gesundheitsdienstes, die Gesundheit der Bevölkerung zu fördern und bei der Verhütung von Krankheiten mitzuwirken“, sagte Marcel Hellmich, Psychiatriekoordinator beim städtischen Gesundheitsamt und Geschäftsführer der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft. Der Stadt sei es zudem ein Anliegen, den in Duisburg lebenden Menschen mit Migrationshintergrund ein gutes und die sprachlichen und kulturellen Besonderheiten berücksichtigendes Informationsangebot zum Thema „Depression“ zu machen.

Die Auftaktveranstaltung „Duisburg gegen Depression“ findet am 4. Februar 2006 in Duisburg unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters Adolf Sauerland und des Leiters des Wilhelm Lehmbruck Museums, Professor Dr. Christoph Brockhaus statt.

> Einzelheiten zu den geplanten Aktivitäten stehen auf der Homepage des Bündnisses www.depression-duisburg.de.


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letzte Änderung am: 01.01.2006



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