Stürze und Hüftverletzungen alter Menschen vermeiden

Düsseldorf, 28.9.2005.Das Pilotprojekt der Ärztekammer Nordrhein (ÄkNo) zur Vermeidung von Stürzen und Hüftbrüchen bei alten Menschen soll jetzt mit Unterstützung der nordrhein-westfälischen Betriebskrankenkassen (BKK) in Nordrhein ausgeweitet werden.

Das gab der Vorstandsvorsitzende des BKK Landesverbandes Nordrhein-Westfalen, Jörg Hoffmann in Düsseldorf bekannt. Das Aufklärungs- und Trainingsprogramm von ÄkNo und BKK verfolge das Ziel, bis zu 50 Prozent der Stürze von alten Menschen in Pflegeheimen zu verhindern oder zumindest die Folgen zu lindern, sagte der Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein, Dr. Arnold Schüller.

Erreicht werden soll das durch gezieltes Training von Kraft und Balance der Heimbewohner, einen verstärkten Einsatz der so genannten Hüftprotektoren, das sind in Hüftschutz-Hosen eingenähte Kunststoffschalen, und durch die Information von Betroffenen und Angehörigen über die Vermeidung von Hüftverletzungen („Oberschenkelhalsbrüche“). Studien in Altenheimen haben gezeigt, dass damit die Häufigkeit von Hüftbrüchen unter den Bewohnern um
30 bis 50 Prozent gesenkt werden kann.

„Eine Schlüsselrolle bei der Information und Motivation nehmen in unserem Projekt die Hausärzte der Heimbewohner ein“, sagte ÄkNo-Vizepräsident Schüller. Darüber hinaus würden Heimmitarbeiter und Trainer speziell fortgebildet.

Jedes Jahr erleiden in Deutschland rund 100.000 ältere Menschen bei Stürzen einen Hüftbruch. Allein durch die unmittelbare medizinische Behandlung von Hüftverletzungen entstehen Kosten von über einer Milliarde Euro pro Jahr, Langzeitkosten und indirekte Kosten nicht eingerechnet. Besonders stark gefährdet sind Menschen mit Balance- und Gangstörungen.

Etwa die Hälfte der über 65 Jahre alten Menschen erlangt nach einem Hüftbruch die ursprüngliche Beweglichkeit nicht mehr zurück. Neben diesem Mobilitätsverlust führt auch die Angst vor erneuten Stürzen zu einem enormen Verlust an Lebensqualität. 20 Prozent der Betroffenen werden auf Dauer pflegebedürftig.

Anfang 2004 hatte die Ärztekammer Nordrhein im Rahmen ihrer Initiative „Gesund und mobil im Alter“ in zwei Modellregionen das Projekt „Sturzprävention in stationären Alten- und Pflegeeinrichtungen“ gestartet, das vom BKK Bundesverband im Rahmen der BKK-Initiative „Mehr Gesundheit für alle“ gefördert wird. Zurzeit läuft das Projekt in zehn Heimen in den Modellregionen Mönchengladbach und Kempen.

Mit der Beteiligung des BKK Landesverbandes Nordrhein-Westfalen zur Finanzierung des Kraft- und Balancetrainings ist bereits weiteren vier Pflegeheimen in der Modellregion Tönisvorst und Willich die Projektteilnahme ermöglicht worden. „Darüber hinaus besteht die Absicht, durch die Beteiligung von Betriebskrankenkassen aus NRW das Modellprojekt in Nordrhein auszuweiten“, sagte BKK-Vorstand Jörg Hoffmann.


> Weitere Informationen zum Projekt in der Rubrik ArztInfo/Gesundheitsförderung.


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letzte Änderung am: 01.11.2008



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