Düsseldorfer Bündnis gegen Depression warnt: Depression im Alter – häufig nicht erkannt

Düsseldorf, 2. Juni 2005. Oft wird sie schlichtweg übersehen: eine Depression im Alter. Die Erkrankung kommt bei älteren Menschen zwar nicht häufiger vor als bei jüngeren, doch ist sie oft schwieriger zu erkennen.

Mit dem Flyer „Depression im Alter“, der demnächst in Seniorenheimen, Apotheken, Arztpraxen, Gemeinden und Krankenkassen ausliegen soll, möchte das Düsseldorfer Bündnis gegen Depression für das Thema der Altersdepression sensibilisieren und Betroffene und Angehörige motivieren, sich professionelle Hilfe zu suchen.

Um die Versorgung alter Menschen in Alten- und Pflegeheimen zu verbessern, plant das Düsseldorfer Bündnis gegen Depression ab Herbst spezielle Schulungen für Altenpflegekräfte durchzuführen.

Altenpflegekräfte haben oft eine entscheidende Vermittlerfunktion zwischen Bewohner, Arzt und Angehörigem. Ziel der vierstündigen Schulungen wird es sein, die Altenpflegekräfte stärker für das Thema zu sensibilisieren, damit sie eine Depression besser erkennen und ansprechen. Außerdem soll die Kommunikation mit den behandelnden Ärzten verbessert werden.

Allzu häufig wird mangelnde Energie und Freudlosigkeit bei betagten Menschen mit dem natürlichen Alterungsprozess erklärt. Zu wenig Betroffene und zu wenig Menschen in ihrer Umgebung erkennen hinter körperlichen und psychischen Beschwerden eine depressive Erkrankung. Die Folge daraus ist, dass keine angemessene Therapie eingeleitet wird, und das, obwohl eine Depression gut behandelbar ist. Die Depression gehört neben der Demenz zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen im Alter: Unter den über 65-jährigen leiden circa 5 bis 10 Prozent an einer Depression. Menschen, die in Alten- und Pflegeheimen leben, haben sogar ein noch höheres Risiko, an einer Depression zu erkranken.

Die Lebenserwartung steigt in Deutschland kontinuierlich an. Im Alter von 65 Jahren haben Menschen noch viele Jahre ihres Lebens vor sich. „Für viele Menschen ist es nicht einfach, alt zu werden“, erläutert Dr. Arnold Schüller, Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein, die Phänomene des natürlichen Alterns. „Vertraute und geliebte Menschen sterben, die Leistungsfähigkeit nimmt ab, körperliche Beschwerden häufen sich und es wird zunehmend schwieriger, im gewohnten Tempo des Alltags mitzuhalten. Doch zwischen einer „gesunden“ Trauer über die beschriebenen Verluste und einer Depression besteht ein großer Unterschied“, erklärt Schüller.

Die Erkrankung Depression hat nichts mit vorübergehender schlechter Stimmung zu tun, die wir alle kennen. Symptome wie

  • anhaltende Interesse- und Hoffnungslosigkeit,
  • ein herabgesetztes Selbstwertgefühl,
  • Schuldgefühle,
  • Antriebs- und Energielosigkeit sowie
  • Suizidgedanken
sind Warnzeichen einer Depression.

Hinzu kommen körperliche Symptome wie Magen- und Rückenschmerzen oder Schlaf- und Appetitlosigkeit. Gerade die vielfältigen körperlichen Symptome im Alter erschweren eine korrekte Diagnose.

Wird die Depression nicht erkannt und behandelt, kann dies neben dem persönlichen Leid und zunehmender sozialer Isolierung zu vermehrtem Auftreten weiterer körperlicher Erkrankungen und zu erhöhter Mortalität führen. 40 Prozent aller Suizide werden von Menschen über 60 Jahren verübt; deutlich erhöht ist das Suizidrisiko bei betagten Männern.

„Dabei sind Depressionen auch bei älteren Menschen gut behandelbar“, weiß Dr. med. Wolfgang Wittgens, Chefarzt der Gerontopsychiatrischen Abteilung im Krankenhaus Elbroich. Studien konnten die Wirksamkeit von medikamentösen Therapien und psychotherapeutischen Behandlungsverfahren bei der Altersdepression belegen.


Über die Homepage des Düsseldorfer Bündnis gegen Depression www.depression-duesseldorf.de können sich Interessierte und Betroffene den Flyer „Depression im Alter“ bestellen oder herunterladen.

> Düsseldorfer Bündnis gegen Depression


Zurück zur Übersicht

  Zum Seitenanfang

letzte Änderung am: 11.11.2008



Ärztliche Flüchtlingshilfe

Flüchtlinge in Deutschland Foto: picture alliance/AP Images/Hussein Malla

Rheinisches Ärzteblatt

Heft 11/2017

Titel 11/2017 Titelgestaltung: Eberhard Wolf

Titelthema

Ärztliche Kommunikation als medizinisches Handeln

 aktuelle Ausgabe

Dokumentation Kammersymposium zur Arzt-Patienten-Kommunikation

Ärztin spricht mit Patientin Foto: Westend61/fotolia.com 

Mitte September fand das Kammersymposium zur Arzt-Patienten-Kommunikation statt.

Die Vorträge stehen nun für Interessierte bereit

interner Link Dokumentation

Materialbestellung

Die Ärztekammer Nordrhein hält zahlreiche Informationsbroschüre und Flyer für Ärztinnen und Ärzte, Bürgerinnen und Bürger oder auch zur Auslage im Wartezimmer bereit. Die Materialien können einfach ein bereitgestelltes Online-Formular bestellt werden.

Interner Link Materialbestellung

Logo Cochrane Library
Jobbörse für MFA
Screenshot Jobbörse

Suchen Sie eine neue Praxis-Mitarbeiter/in oder haben Sie einen Ausbildungs- / Praktikums- / Hospitationsplatz frei? Über die Jobbörse auf unserer Homepage haben Sie die Möglichkeit, schnell und kostenlos ein Inserat aufzugeben. Auch Job-Suchende können hier eine Anzeige schalten.

interner Link Jobbörse

Critical Incident Reporting System NRW. Melde- und Lernsystem für medizinische Beinahe-Fehler für NRW.

 Internetlink www.cirs-nrw.de

Diese Web Seite ist von der Health On the Net Stiftung akkreditiert: Klicken Sie, um dies zu überprüfen

Wir befolgen den HONcode Standard für vertrauensvolle Gesundheitsinformationen.
Kontrollieren Sie dies hier.


Medisuch-Siegel

Die Medizinsuchmaschine "Medisuch" bestätigt der Ärztekammer Nordrhein, dass die Homepage ohne kommerzielle Einflussnahme erstellt ist.

Video über die Ärztekammer Nordrhein
Screenshot-Image-Video

Video (7 Minuten): Die Aufgaben der Ärztekammer Nordrhein

Interner Link Imagevideo