Arzneimittelverordnungen

Hersteller bietet berufswidrige „Provisionen“ an

Düsseldorf, 22.9.2004. Einige Generika-Anbieter versuchen derzeit offenbar, durch Verträge mit „Provisionen“ oder „Umsatzbeteiligungen“ möglichst viele Ärzte an ihre Produkte zu binden. Dies berichtet der Fachinformationsdienst arznei-telegramm in seiner September-Ausgabe.

Je mehr Präparate einer Firma ein Arzt oder Ärzte eines Ärztenetzes (zum Beispiel Ärztevereine) verordnen, desto mehr Geld erhalten sie von dieser. Ärztinnen und Ärzte werden damit gezielt in eine Falle gelockt, da es ihnen nach ihrer Berufsordnung (siehe unten) ausdrücklich untersagt ist, eine Vergütung für die Verordnung von Arzneimitteln anzunehmen.

Die Generika-Sparte eines multinational tätigen pharmazeutischen Unternehmens bietet laut arznei-telegramm beispielsweise – vertraglich geregelt – eine prozentuale „Provision“ an. Als Abrechnungsgrundlage dient der „berechnete Umsatzzuwachs … im Vertragsgebiet“ von Ärztenetzen. Wer darauf eingeht, muss sich „weiterer Kooperationen mit anderen Generika-Unternehmen“ schriftlich von der Firma genehmigen lassen und sich „zur Geheimhaltung sämtlicher Informationen“ des Vertrages verpflichten.

Dies ist kein Einzelfall: Das arznei-telegramm veröffentlicht einen Leserbrief, in dem sich ein Arzt über diese „schamlose Form der Korruption“ beklagt: Eine Pharmavertreterin eines Generika-Anbieters hat ihm eine Umsatzbeteiligung von 5 Prozent bis 7,5 Prozent angeboten, wenn er die Produkte der Firma verordnet – ohne schriftlichen Vertrag, aber auf der Basis von Belegen durch Computerausdrucke der Praxissoftware.

Von solchen Abmachungen und Verträgen profitieren hauptsächlich die Hersteller, die auf diese Weise versuchen, den Preiswettbewerb unter den mehr als 100 Konkurrenten auszuhebeln und sich Marktanteile zu sichern. Deutschland hat den größten Generikamarkt Europas. Dennoch liegen die Herstellerabgabepreise höher als beispielsweise in Großbritannien. Die mehr als 100 Generika-Anbieter haben sich hierzulande arrangiert.

Letzter Stand: Ein Hersteller hat sich inzwischen - laut Presseberichten - von dieser Art des Marketings distanziert.

ÄkNo/Dr. Günter Hopf


§ 34 (1) der Berufsordnung der nordrheinischen Ärztinnen und Ärzte vom 30.4.2004

Ärztinnen und Ärzten ist es nicht gestattet, für die Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmittel oder Medizinprodukten eine Vergütung außerhalb der Gebührenordnung für Ärztinnen und Ärzten (GOÄ) oder andere Vorteile für sich oder Dritte zu fordern, sich oder Dritten versprechen zu lassen oder anzunehmen.


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letzte Änderung am: 30.09.2008



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Heft 11/2017

Titel 11/2017 Titelgestaltung: Eberhard Wolf

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