Spendenaufruf: Der Verantwortung stellen

Köln, Düsseldorf, 30.12.2002. Millionen von Zwangsarbeitern wurden während der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft im Deutschen Reich und in den von Deutschland besetzten Gebieten unter oftmals inhumanen Bedingungen zur Arbeit gezwungen.

Auch in Einrichtungen des Gesundheitswesens kam es zum Einsatz von Zwangsarbeitern. Größere Krankenhäuser beschäftigten Zwangsarbeiter als billige Arbeitskräfte, in Lazaretten, Pflege- und Erholungsheimen wurden sie aufgrund von Mangel an deutschen Pflegekräften gebraucht und höchstwahrscheinlich auch als Untersuchungsobjekte in Klinik und Forschung missbraucht (DÄ, Heft 44/2001).

Keine Frage der Schuld

Bundesärztekammerpräsident und Präsident der Ärztekammer Nordrhein Professor Dr. Jörg-Dietrich Hoppe fordert daher die Ärzte auf, sich am Entschädigungsfonds der Zwangsarbeiterstiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" mit einer Spende zu beteiligen.

"Mehr als 50 Jahre danach geht es nicht um individuelle Schuld, sondern um ein Zeichen kollektiver Verantwortung Deutschlands für die Zwangsarbeiter im Dritten Reich. Davon sollten wir Ärzte uns nicht ausschließen", so der BÄK-Präsident.

Die Bundesärztekammer hat zusammen mit den Landesärztekammern, wie auf dem diesjährigen 105. Ärztetag beschlossen, ein gemeinsames Spendenkonto eingerichtet, dessen künftige Eingänge an den Entschädigungsfonds der Stiftung weitergeleitet werden. Diese stellt Spendenbescheinigungen aus und lässt sie den Spendern zukommen.

Die Zwangsarbeiterstiftung geht auf eine am 17. Juli 2000 von der deutschen und der US-amerikanischen Regierung unterzeichnete Abkommenserklärung zurück. Der Inhalt der Erklärung sah vor, eine Stiftung zu gründen, in die der Bund und die deutsche Wirtschaft jeweils fünf Milliarden Mark einzahlen sollten. Beide Seiten sind mittlerweile ihren Verpflichtungen nachgekommen.

Primäres Ziel der am 2. August 2000 errichteten Stiftung ist es, einen Großteil der mehr als 1,5 Millionen Anspruchsberechtigten finanziell zu entschädigen. Dabei werden Leistungen auch für Personenschäden, zum Beispiel aufgrund medizinischer Experimente, gewährt. Je nach Zugehörigkeit zu einer Opfergruppe erhalten die Geschädigten einmalig bis zu 7500 Euro.

Darüber hinaus wurde der Fonds "Erinnerung und Zukunft" gebildet, der aus den ihm zugewiesenen Stiftungsmitteln unter anderem Projekte zur Völkerverständigung und der Erinnerung an die Bedrohung durch totalitäre Systeme fördern soll.

Spender können durch Angabe im Verwendungszweck des Überweisungsträger entscheiden, ob ihr Geld als private oder unternehmerische Zustiftung zur Entschädigung der Zwangsarbeiter aufgewandt wird oder in den Zukunftsfonds "Erinnerung und Zukunft" fließen soll. Die Bundesstiftung hat am 15. Juli 2001 mit der Auszahlung von Leistungen an die ehemaligen Zwangsarbeiter begonnen.

Nach Angaben der Stiftung wurden bis Mitte Oktober dieses Jahres Leistungen für mehr als eine Million Opfer erbracht. Sie erhielten insgesamt 1,810 Milliarden Euro. Die meisten Auszahlungen gingen bislang nach Polen; Deutschland liegt mit 4000 Antragstellern im Mittelfeld der 70 leistungsberechtigten Staaten.

Das Spendenkonto der Ärztekammer:

Deutsche Ärzte- und Apothekerbank e.G., Köln,
Konto: 1 501 107 739;
Bankleitzahl: 370 606 15.


Martina Merten
(in: "Deutsches Ärzteblatt" 99, Heft 51-52 (23.12.2002), Seite A-3444)


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letzte Änderung am: 01.12.2008



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