Ärzte in Klinik und Praxis für Projekt zur professionellen Hilfe von Gewaltopfern gesucht

Düsseldorf, 2.6.2016. Menschen, die Opfer von Gewalt wurden, suchen häufig erst medizinische Hilfe bevor sie zur Polizei gehen. Ärztinnen und Ärzte sind damit oftmals die ersten Ansprechpartner für Gewaltopfer. Um Frauen, Kindern und Männern, die Opfer von sexualisierter, häuslicher oder einer anderen Art von Gewalt geworden sind, adäquat medizinisch helfen zu können, muss die Misshandlung erkannt und diagnostiziert werden. Eine „gerichtsfeste“ Beweissicherung und Dokumentation sind von entscheidender Bedeutung, um die Tat belegen zu können, wenn diese eventuell erst zu einem späteren Zeitpunkt angezeigt wird. Neben den körperlichen Verletzungen hinterlässt Gewalt psychische Schäden bei den Opfern, denen ebenfalls mit professioneller Hilfe begegnet werden muss.

Um Ärztinnen und Ärzte zu unterstützten, Gewaltopfern professionell zu helfen, hat das Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Düsseldorf in Kooperation mit der Fachhochschule Dortmund im Auftrag des NRW-Gesundheitsministeriums das Programm „intelligentes Gewaltopfer-Beweissicherungs-Informationssystem“ (iGOBSIS-live) entwickelt.

Das Programm soll, nach Auskunft des rechtsmedizinischen Instituts, alle Anforderungen an die Sicherstellung einer wissensbasierten, qualitätsgesicherten Untersuchung von Gewaltopfern und der Dokumentation dieser zur vertraulichen Spurensicherung abdecken. Nach einer zweijährigen Entwicklungs- und Erprobungsphase soll iGOBSIS nun weiter evaluiert und in der Fläche erprobt werden. Zu diesem Zweck sucht das Düsseldorfer Institut für Rechtsmedizin derzeit nach interessierten Ärztinnen und Ärzte aus Krankenhäusern und Praxen, die sich an der praktischen Erprobung beteiligen und das Programm anwenden möchten.

Das System iGOBSIS biete eine Anleitungen für Untersuchung, Dokumentation, Spurensicherung und Beratung, wie das Düsseldorfer Rechtsinstitut mitteilte. Die Software führe webbasiert durch Gewaltopferuntersuchungen und ermögliche eine schnelle und dabei „gerichtsfeste“ elektronische Befunddokumentation. In schwierigen Fällen gewährleiste das System die direkte Kontaktaufnahme zur Rechtsmedizin rund um die Uhr. Auch lasse sich über iGOBSIS der Probentransport in ein Institut für Rechtsmedizin organisieren sowie die Weiterverweisung eines Gewaltopfers an eine geeignete Beratungsstelle.

Ärztinnen und Ärzte, die sich an der Evaluation von iGOBSIS beteiligen, können das System auch nach Abschluss des Projektes dauerhaft nutzen. Ziel sei es, das Programm soweit zu entwickeln, dass am Ende der Projektphase eine nutzerorientierte Software zur Erfassung von Verletzungen sowie aller im Rahmen der Beweissicherung notwendigen Aspekte zur Verfügung stehe. Diese könne danach landesweit zur Verfügung gestellt werden.

Interessierte Ärztinnen und Ärzte wenden sich bis 31. Juli 2016 an das Institut für Rechtmedizin des Universitätsklinikums Düsseldorf unter

Telefonnummer 0211 / 8 11 77 11,

E-Mail info@gobsis.de

Weitere Informationen zu GOBSIS und iGOBSIS unter

Internetlink www.gobsis.de.

bre


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letzte Änderung am: 02.06.2016



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Heft 11/2017

Titel 11/2017 Titelgestaltung: Eberhard Wolf

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