Ärztepräsident Hoppe: Personalkollaps im Krankenhaus abwenden

Köln, 16.3.2002. Vor einem Personalkollaps in den Krankenhäusern hat der Präsident der Ärztekammer Nordrhein und der Bundesärztekammer, Professor Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, am 16. März 2002 in Köln gewarnt.

Junge Mediziner seien durch die unwürdigen Arbeitsbedingungen in den Klinken dermaßen von der Arbeit am Krankenbett abgeschreckt worden, dass nun bereits 2.000 Arztstellen nicht besetzt werden können.

Hoppe nannte es vor der Delegiertenversammlung der nordrheinischen Ärztekammer "unerhört", dass die kürzlich verabschiedete Reform der Krankenhausfinanzierung über Fallpauschalen fast nichts zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Klinken beitragen wird. Die tatsächliche Arbeitszeit der Ärztinnen und Ärzte werde in den Fallpauschalen nur völlig unzureichend berücksichtigt. "Gerade weil das neue System auf die Leistung abstellen soll ist für mich unverständlich, dass die Belastung des Krankenhauspersonals mit Bereitschaftsdiensten und Überstunden auch künftig weitgehend ignoriert wird", kritisierte Hoppe.

Der Ärztepräsident verwies auf Berechnungen, nach denen die deutschen Krankenhäuser 15.000 bis 27.000 Ärztinnen und Ärzte mehr als bisher brauchen, um die gesetzlichen Arbeitszeitbestimmungen und Vorgaben des Europäischen Gerichtshofes einhalten zu können. Das entspricht zusätzlichen Personalkosten von einer Milliarde Euro bis 1,7 Milliarden Euro. Das neue Gesetz zur Krankenhausfinanzierung über Fallpauschalen garantiert aber nur einen Bruchteil davon.


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letzte Änderung am: 05.09.2008



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