IGEL

"Babykino" ist nicht über die Chipkarte abzurechnen

Düsseldorf, 9.5.2001. Ärztekammer und Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein informieren Patienten über "individuelle Gesundheitsleistungen" (IGEL) und verteilen dazu 200.000 Faltblätter in den Arztpraxen.

Ärztinnen und Ärzte müssen auch bei Kassenpatienten bestimmte Leistungen wie zum Beispiel vorbeugende Impfungen bei Auslandsreisen oder Sport-Tauglichkeitsuntersuchungen privat abrechnen. Wie Ärztekammer Nordrhein (ÄkNo) und Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNo) in Düsseldorf bekanntgaben, informieren die rund 14.000 niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte im Rheinland ab Mitte Mai in ihren Praxen mit einem neuen Faltblatt über solche sogenannten individuellen Gesundheitsleistungen (IGEL). Der Patienten-Wegweiser kann als PDF-Datei in der Rubrik "ArztInfo/KammerArchiv" abgerufen werden.

Die individuellen Gesundheitsleistungen gehören nicht zum Leistungsumfang der Gesetzlichen Krankenversicherung und sind ärztlich empfehlenswert. Auch Leistungen auf Wunsch der Patienten, die ärztlich vertretbar sind, zählen zu den individuellen Gesundheitsleistungen.

"Die Impfberatung eines gutverdienenden 30-jährigen, der einen vierwöchigen Südamerika-Aufenthalt plant, kann nicht von der Solidargemeinschaft der Krankenversicherten bezahlt werden", sagte der Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein, Dr. Arnold Schüller.

Als klassisches Beispiel für eine individuelle Gesundheitsleistung nannte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, Dr. Leonhard Hansen, das sogenannte Babykino - das sind Ultraschalluntersuchungen auf Wunsch der Schwangeren neben den drei normalerweise von der Krankenkasse zu bezahlenden Untersuchungen. "In solchen Fällen stellt der Arzt völlig korrekt die Leistung privat in Rechnung", sagte Hansen.

Die Ärztevertreter betonten, dass die Ärztinnen und Ärzte ihre Patienten auch künftig keinesfalls als Kunden sehen. Finanzielle Erwägungen müßten stets hinter patientenorientierten Motiven zurückstehen. Gleichzeitig dürfe den Patienten nicht verschwiegen werden, dass die moderne Medizin mehr umfasst als die Kassenmedizin. Es bleibe aber jedem Patienten völlig freigestellt, ob er von den zusätzlichen Angeboten Gebrauch macht.

Nach dem neuen Faltblatt, das ÄkNo und KVNo in einer Stückzahl von 200.000 im Rheinland verteilen, dürfen Ärztinnen und Ärzte ihre Patienten sachlich und unaufdringlich über individuelle Gesundheitsleistungen informieren. Sie müssen sagen, warum die konkrete Leistung im jeweiligen Einzelfall keine Kassenleistung ist.

Die Ärztinnen und Ärzte sind auch verpflichtet, vor Beginn der Behandlung das schriftliche Einverständnis des Patienten einzuholen. Die Rechnung ist nach der amtlichen Gebührenordnung für Ärzte zu erstellen. Das Faltblatt der ärztlichen Körperschaften enthält eine Liste möglicher individueller Gesundheitsleistungen und ein Muster für eine schriftliche Einverständniserklälrung des Patienten einschließlich Honorarvereinbarung.

Der Patientenwegweiser kann als PDF-Datei in der Rubrik "ArztInfo/KammerArchiv" abgerufen werden.


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letzte Änderung am: 01.12.2008



8. Sitzung der Kammerversammlung - November 2017

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