Fehlbehandlung bei Kindern und Jugendlichen

Auswertung von 358 Verfahren mit Vorwürfen der Fehlbehandlung bei Kindern und Jugendlichen bei der Gutachterkommission Nordrhein der Jahre 2007 - 2011

von Beate Weber und Felix Bläker

Eine gekürzte Fassung des folgenden Betrags wurde im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht (Dtsch Arztebl 2013; 110(9): A-380 / B-344 / C-344): Internetlink Fehlbehandlungen bei Kindern und Jugendlichen: Pädiater seltener betroffen als andere Fachärzte


Inhaltsübersicht

Zusammenfassung

Antragsteller

Antragsgegner

Gesundheitsschäden und Haftung

Einzelvorwürfe und Fehler

Häufige Krankheitsbilder ex post

Diagnosefehler

Verkennen von Frakturen und Verletzungen

Verkennen eines akuten Abdomens

Verkennen einer Hodentorsion

Verkennen einer Tumorerkrankung

Verkennen einer cerebralen Symptomatik

Vorsorge

Behandlungsfehler

Fehlbehandlungen bei Frakturen und Verletzungen

Fehlbehandlungen bei operativen Eingriffen

Fehlbehandlungen nach Altersgruppen

Kleinkinder bis zum fünften Lebensjahr

Kinder bis zum 12. Lebensjahr

Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr

Diskussion

Schlussfolgerungen

Literatur


 

Zusammenfassung

Kinder und Jugendliche werden im klinischen Alltag durch Ärzte aller Fachrichtungen betreut. Welche typischen Vorwürfe erhoben werden, an welcher Stelle Fehlbehandlungen festzustellen sind und ob diese einer Veränderung zu Vorjahren (2004  - 2006) unterliegen, soll nachfolgend anhand der nordrheinischen Verfahren 2007 - 2011 dargestellt werden.

Mit fünf Prozent ist der Anteil von Fehlbehandlungsvorwürfen von Kindern und Jugendlichen nur gering. In zwei Drittel der Verfahren waren nicht speziell kinderärztlich tätige Ärzte betroffen. Knapp ein Drittel entfiel auf Chirurgen mit und ohne Spezialisierung, darunter in 15 Prozent Unfallchirurgen. Überdurchschnittlich oft begründet waren die Vorwürfe gegen Kinderchirurgen (71 Prozent), Unfallchirurgen (57 Prozent), Allgemeinmedizinern (56 Prozent), Urologen (47 Prozent) und Orthopäden (40 Prozent). Pädiater hatten nur eine niedrige Behandlungs-Fehler (BF)-Quote von 23 Prozent und waren  vor allem bei jüngeren Kindern von einem Antrag betroffen.

Knapp die Hälfte der Verfahren betraf 13- bis 18-jährige Jugendliche (46 Prozent). Hier und auch bei der Gruppe der bis 12-Jährigen war die Anerkennungsquote mit 45 Prozent überdurchschnittlich hoch.  Jungen hatten mit 53 Prozent einen etwas höheren Anteil an den Verfahren, was vor allem an der Gruppe der bis 5-Jährigen, mit einem fast doppelt so hohen Anteil von knapp 14 Prozent, lag.  In allen Altersgruppen zeigte sich bei den Mädchen eine höhere Fehlerquote als bei den Jungen, vor allem bei den 6- bis 12-Jährigen mit 52 Prozent.

Hauptdiagnosen waren Frakturen und Verletzungen (23 Prozent), Fehlbildungen (neun Prozent), akute Infekte (sieben Prozent) und Tumorerkrankungen (vier Prozent). Häufigste Einzeldiagnose waren eine Appendizitis (Mädchen 11 Prozent, Jungen sechs Prozent) und bei Jungen eine Weichteilverletzungen (neun Prozent).

Diagnosefehlervorwürfe wurden mit 43 Prozent überdurchschnittlich häufig vorgebracht und  bestätigt: Anerkannt wurden zwei Drittel der Diagnosevorwürfe zu Frakturen und Verletzungen, knapp die Hälfte zum akuten Abdomen, sieben von zehn zu Tumorerkrankungen, vier von sechs zu Hodentorsionen und fünf von fünf zur Epiphysenlösung. Die Vorsorge (2 Prozent) und Impfungen (1 Prozent) spielten keine Rolle.

Frakturen und Verletzungen wurden in knapp der Hälfte der Fälle fehlbehandelt, vor allem wenn operativ vorgegangen wurde. Nicht aufgrund eines Traumas durchgeführte Eingriffe hatten einen Anteil von 28 Prozent und bestätigen sich in einem Drittel der Verfahren.

Risikoaufklärungsrügen waren nur selten begründet (1 Prozent, zuvor 3 Prozent). Die häufigsten Einzelfehler waren die bildgebende Diagnostik (12 Prozent) und mit jeweils 8 Prozent die Anamneseerhebung und Untersuchungsbefundung und die operative Durchführung. Eine Haftung für Gesundheitsschäden aufgrund fehlerhafter Behandlung der betroffenen Kinder wurde bei 36 Prozent festgestellt (Erwachsene 26 Prozent), darunter in 18 Prozent leichte bis mittlere und in 1 Prozent schwere Dauerschäden sowie 3 Todesfälle.

Top 10 Krankheitsbilder und Fehlbehandlungen bei Kindern und Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr
Zeitraum 1.1.2007 - 31.12.2011
n Anteil in % von n
davon Fehler bejaht Behandlungsfehler-
Quote in %
von Spalte 2
Häufige Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen 358 100,0 150 41,9
1. Appendizitis (ICD K37) 28
7,8
10
35,7
2. Weichteilverletzung (ICD T14) 21
5,9
15
71,4
3. Unterarmfraktur (ICD S52) 10
2,8
4
40,0
4. Unterschenkel-/Sprunggelenksfraktur (ICD S82) 10
2,8
4
40,0
5. Schulter- und Oberarmfraktur (ICD S42) 9
2,5
8
88,9
6. Hand- und Fingerfraktur (ICD S62) 9
2,5
5
55,6
7. Phimose (ICD N47) 9
2,5
2
22,2
8. Epiphyseolysis capitis femoris (ICD M93.0) 7
2,0
6
85,7
9. Ohrmuschelfehlbildungen (ICD Q17) 7
2,0
4
57,1
10. Hodentorsion (ICD M44.0) 6 1,7
4
66,7

 

Antragsteller

In 358 der 7.039 in den Jahren 2007 bis 2011 in Nordrhein abgeschlossenen Begutachtungen wurde ein Fehlbehandlung von Kindern und Jugendlichen vorgeworfen (5,1 Prozent, zuvor 6,0 Prozent) und 150-mal als begründet angesehen (BF-Quote  41,9 Prozent, zuvor 40,8 Prozent). Die Vergleichsdaten beziehen sich auf die Jahre 2004 bis 2006, die unter gleichen Dokumentations- und Auswertungskriterien  erarbeitet, aber nicht publiziert wurden. Verfahren zur Geburt und Nachbetreuung von  Neugeborenen wurden nicht untersucht.

Deutlich wird, dass Mädchen in der Altersgruppe der 13- bis 18-Jährigen einen deutlich höheren Anteil hatten, während sie bei den bis 5-Jährigen sehr viel seltener vertreten waren. Die Fehlerquoten lagen bei den Mädchen in allen Altersgruppen überdurchschnittlich hoch und deutlich über der der Jungen; am höchsten war sie mit 52,2 Prozent bei den bis 12-Jährigen (Abb. 1).

Alters- und Geschlechterverteilung der von einen Verfahren betroffenen Kinder und Jugendliche
Alters- und Geschlechterverteilung der von einen Verfahren betroffenen Kinder und Jugendliche

Abbildung 1

 

Antragsgegner

Die Vorwürfe richteten sich gegen 428 Ärzte;  pro  Krankenhausabteilung und Praxisgemeinschaft wird jeweils nur ein Arzt gezählt.  Ein Drittel der Verfahren betraf Kinderärzte  (plus 2,9-Prozentpunkte auf 27,8 Prozent) und Kinderchirurgen (minus 0,3-Prozentpunkte auf 5,6 Prozent). Weitere Antragsgegner waren Unfall- (plus 2,4 Prozentpunkte auf 14,5 Prozent) und Allgemeinchirurgen (minus 2,6 Prozentpunkte auf 13,6 Prozent), Orthopäden (minus 2,0 Prozentpunkte auf  8,2 Prozent), Hals-Nasen-Ohrenärzte (minus 2,5 Prozentpunkte auf 4,7 Prozent) und Allgemeinmediziner (plus 0,2 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent).

Fehlbehandlungen wurden bei 160 Ärzten (BF-Quote 37,4 Prozent, zuvor 36,4 Prozent) festgestellt, darunter 12 schwerwiegende (2,8 Prozent, alle Ärzte 2,2 Prozent). Erhöhte Anerkennungsquoten fanden sich bei Kinderchirurgen (70,8 Prozent, zuvor 42,1 Prozent), Unfallchirurgen (56,5 Prozent, zuvor 43,6 Prozent), Allgemeinmediziner (55,6 Prozent, zuvor 23,1 Prozent), Urologen (46,7 Prozent, zuvor 27,3 Prozent) und Orthopäden (40,0 Prozent, zuvor 45,0 Prozent). Deutlich rückläufig zeigten sich die Fehlerquoten der Hals-Nasen-Ohrenärzte (35,0 Prozent, zuvor 52,2 Prozent) und der Allgemeinchirurgen (36,2 Prozent, zuvor 48,1 Prozent).

Auch bei Kinderärzten nahm die Fehlerquote von 30,0 Prozent auf  22,7 Prozent ab. Sie wurden vor allem von den bis 5-jährigen Kindern in  Anspruch genommen (Abb. 2). Die höchste Behandlungsfehlerquote der Kinderärzte (36,8 Prozent) wurde bei den Säuglingen bis zum ersten Lebensjahr festgestellt. Gegen Kinderärzte wurden in zwei Dritteln der Verfahren Diagnosefehler (82) erhoben, die jedoch nur in einem Viertel (21) begründet waren, darunter acht von 21 Vorwürfe zur Verkennung eines akuten Abdomens.

Beteiligte Fachgebietsärzte insgesamt und mit festgestellten Behandlungsfehler je Altersgruppe
Beteiligte Fachgebietsärzte insgesamt und mit festgestellten Behandlungsfehler je Altersgruppe

Abbildung 2

Kinderchirurgen wurden vor allem von der Gruppe der bis 18-Jährigen in Anspruch genommen; acht  von zehn Vorwürfe wurden hier bejaht, darunter vier von sechs Diagnosevorwürfe. Die hohe Anerkennungsquote der Kinderchirurgen betraf sieben- von neunmal die Diagnostik, sechs- von achtmal operative Eingriffe und vier- von siebenmal sonstige Behandlungen. An der Frakturbehandlung waren sie nur selten beteiligt, drei von vier Vorwürfe waren begründet.  

Gegenüber Unfallchirurgen bestätigten sich überproportional häufig Diagnosefehler (15 von 24), darunter 13-mal bei Frakturen und Verletzungen, aber auch bei Fehlbehandlungen (13 von 29), darunter 13 von 23 Frakturbehandlungen und 7 von 9 Vorwürfe bei operativen Eingriffen. Bei Orthopäden waren acht von zehn Vorwürfe zur Diagnostik, vier von acht Vorwürfe zu sonstigen Behandlungen und zwei von vierzehn Vorwürfe im Rahmen von operativen Eingriffen begründet. Anerkannt wurden 8 von 13 Diagnosevorwürfe bei Allgemeinmedizinern,  weiterhin 2 von 5 sonstige Behandlungsfehlervorwürfe. Bei Urologen wurden drei Diagnosefehler bei einer Hodentorsion und vier sonstige Behandlungsfehler festgestellt; acht operative Eingriffe waren dagegen fehlerfrei.

Ein Drittel (158) der Ärzte war in der Praxis und 270 im Klinikbereich tätig geworden, darunter 199 unter stationären Bedingungen. Universitätskliniken waren 42-mal (Anteil 9,8 Prozent, vormals 11,2 Prozent), davon neunmal ambulant, aufgesucht worden; Vorwürfe bestätigten sich  mit 28,6 Prozent hier häufiger als zuvor (19,4 Prozent) und im allgemeinen Durchschnitt der Universitätsärzte (21,3 Prozent). Bei den übrigen Krankenhausärzten ging die Fehlerquote um 4,3 Prozentpunkte auf 36,4 Prozent zurück.

Bei den Praxisärzten stieg die Fehlerquote dagegen um 3,4-Prozentpunkte auf 41,1 Prozent an: Bestätigt wurden 38 von 85 in den Verfahren vorgeworfene Diagnosefehler, darunter acht von elf bei einem akuten Abdomen und sieben von acht bei Tumorerkrankungen. Durch Praxisärzte fehldiagnostiziert/-behandelt wurden auch fünf Epiphysenlösungen, drei Skoliosen, drei von vier Hodentorsionen und sieben von 25 Verletzungen. Fehler im Rahmen eines operativen Eingriffs lagen in fünf von 25 Verfahren vor.

Eine  Risikoaufklärungsrüge wurde gegen 39 Ärzte (Anteil 9,1 Prozent, zuvor 9,2 Prozent, allgemein 13,1 Prozent) erhoben und war fünfmal (zuvor 11 von 30) berechtigt, darunter drei (zuvor sieben) bei ansonsten sachgerechter Behandlung, wobei zweimal kein Gesundheitsschaden resultierte.

 

Gesundheitsschäden und Haftung

Bundesweit wurde zwischen den Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen eine Untergliederung der Gesundheitsschäden in 5 Gruppen sowie Todesfälle vereinbart: Als leichte bis mittlere Gesundheitsschäden wurden  verzögerte Eingriffe oder Beschwerden eingruppiert, die nicht zu einem deutlich beeinträchtigenden Zustand führten. Ein schwerer temporärer Gesundheitsschaden war zum Beispiel der Hirndruck bei massivem verkannten Subduralhämatom. Eine Hypoxie nach Atemstillstand mit Tetraspastik  und Kurzdarmsyndrom wurde als schwerer dauerhafter Schaden bewertet.

Eine Haftung für Gesundheitsschäden aufgrund fehlerhafter Behandlung wurde in 128 Verfahren (35,7 Prozent, zuvor 31,7 Prozent, Erwachsene 26 Prozent) festgestellt (Abb.3):  Darunter in 12,3 Prozent (zuvor 10,3 Prozent) der wie zuvor in 17,9 Prozent eingetretenen leichten bis mittleren und in 0,6 Prozent (zuvor 3,4 Prozent) der in 0,9 Prozent (zuvor 4,5 Prozent) eingetretenen schweren iatrogenen Dauerschäden. 16 Todesfälle (4,5 Prozent, zuvor 4,6 Prozent) traten auf, davon drei (0,8 Prozent, zuvor keine) durch fehlerhafte ärztliche Tätigkeit. Zum Beispiel bei einem 17-Jährigen mit dilatativer Kardiomyopathie nach Myokarditis, da bei neu aufgetretenen tachykardem Vorhofflimmern keine weitere Abklärung erfolgte und im Arztbrief an den Hausarzt eine Kardioversionsempfehlung zwar ausgesprochen, aber nicht terminiert wurde, so dass der Jugendliche am vierten Tag nach der Untersuchung trotz Reanimation bei Kammerflimmern verstarb.

Vorliegende Gesundheitsschäden bei Kindern und Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr (n=358)
Vorliegende Gesundheitsschäden bei Kindern und Jugendlichen bis zum 18.Lebensjahr (n=358)

Abbildung 3


Einzelvorwürfe und Fehler

Die häufigsten Vorwürfe betrafen die Anamnese- und Untersuchungsbefunderhebung (plus 18,8 Prozent auf 40,5 Prozent), die operative Durchführung (plus 1,8 Prozent auf 37,7 Prozent), die bildgebende Diagnostik (plus 5,3 Prozent auf 23,2 Prozent), die postoperative Betreuung (plus 7,8 Prozentpunkte auf 20,4 Prozent) und die Indikationsstellung (plus 1,9 Prozent auf 15,6 Prozent) (Abb.4).

TOP 10 Häufige vorgebrachte Vorwürfe (max. 4 Vorwürfe pro Verfahren, in % von n=358)
TOP 10 Häufige vorgebrachte Vorwürfe (max. 4 Vorwürfe pro Verfahren, in % von n=358)

Abbildung 4

Die Pharmakotherapie wurde von 8,4 Prozent (minus 1,5 Prozentpunkte) der antragstellenden Patienten gerügt. Eine fehlende Sicherungsaufklärung wurde mit 4,2 Prozent - gegenüber 0,4 Prozent - deutlich häufiger beanstandet, aber seltener bestätigt (Abb. 5). Häufigste festgestellte Einzelfehler waren die bildgebende Diagnostik (12,4 Prozent), die  Anamnese- und Untersuchungsbefunderhebung (7,9 Prozent), die operative Durchführung (7,7 Prozent) und die Indikationsstellung (4,4 Prozent). Fehler bei der Pharmakotherapie waren mit 0,9 Prozent (zuvor 2,5 Prozent) selten.

TOP 10 Häufige festgestellte Einzelfehler (max. 2 Einzelfehler pro belasteten Arzt,
in % von n=428 Ärzte)
TOP 10 Häufige festgestellte Einzelfehler (max. 2 Einzelfehler pro belasteten Arzt, in % von n=428 Ärzte)

Abbildung 5

 

Häufige Krankheitsbilder ex post

Als häufigste Haupterkrankungen ex post lagen eine Appendizitis (7,8 Prozent, zuvor 9,2 Prozent), eine Weichteilverletzung (5,9 Prozent, zuvor 3,4 Prozent) sowie jeweils in 2,8 Prozent eine Unterarmfraktur (zuvor 3,8 Prozent) und eine Unterschenkel-/Sprungsgelenksfraktur (zuvor 1,1 Prozent) vor. Die  Fehlerquote lag bei fast allen häufigen Erkrankungen deutlich über dem allgemeinen Durchschnitt. Eine Appendizitis fand sich bei den Erkrankungen der 169 Mädchen an 1.Stelle (Anteil 10,7 Prozent, fünf von 18 mit Fehler) und bei den 189 Jungen nach den Weichteilverletzungen (8,5 Prozent, 12 von 16) an 2.Stelle (6,3 Prozent, fünf von 12). Häufige Diagnosen waren bei Jungen noch eine Phimose (4,8 Prozent), eine Hodentorsion (3,7 Prozent) und ein Schädeltrauma (3,2 Prozent). Bei Mädchen lagen häufiger eine Schulter-/Oberarmfraktur (3,6 Prozent, sechs von sechs bejahte Vorwürfe) und, mit jeweils 3,0 Prozent, eine Epiphysenlösung (vier von fünf), eine Hand-/Fingerfraktur und eine Unterschenkel-/ Sprunggelenksfraktur (je drei von fünf) vor.

Jedem geprüften Begutachtungsverfahren wurde ein maßgeblicher Vorwurf zugeordnet: Vorwiegend diagnostische Versäumnisse wurden in 42,7  Prozent (plus 2,2 Prozent) erhoben und bestätigten sich bei 72 von 153 Kindern  (BF-Quote 47,1 Prozent, zuvor 46,2 Prozent). Fehler in der Behandlung wurden bei 78 von 205 Kindern (38,0 Prozent) festgestellt (Tabelle 2):

Vorgeworfene Diagnose- und Behandlungsfehler* bei Kindern und Jugendlichen
Zeitraum 1.1.2007 – 31.12.2011 n Fehler bejaht


in % von n
n
Behandlungsfehler-
Quote in %
von Spalte 2
in % von bejahten
Fehlern
Anzahl der Begutachtungsverfahren
7.039 100,0 2.193 31,2 100,0
Verfahren bei Kindern und Jugendlichen 358
100,0
150
41,9
100,0
Diagnosefehler (DF)
153
42,7
72
47,1
48,0
Frakturen und Verletzungen 36
10,1
23
63,9
15,3
Akutes Abdomen 30
8,4
14
46,7
9,3
Tumorerkrankung 10
2,8
7
70,0
4,7
Hodentorsion 6
1,7
4
66,7
2,7
Epiphysenlösung 5
1,4
5
100,0
3,3
Behandlungsfehler (BF)
205
57,3
78
38,0
52,0
Frankturen und Verletzungen
45
12,6
22
48,9
14,7
- davon im Rahmen eines operativen Eingriffs
27
7,5
16
59,3
10,7
Vorwürfe im Rahmen von sonstigen
Operationen
101
28,2
34
33,7
22,7

 * ein maßgeblicher Vorwurf pro Verfahren

 

Diagnosefehler

Verkennen von Frakturen und Verletzungen

Das Traumaausmaß verkannt zu haben, wurde von 36 Kindern und Jugendlichen vorgeworfen (10,1 Prozent, zuvor 8,3 Prozent) und 23-mal bestätigt. Der Anteil an den insgesamt festgestellten Fehler stieg von 9,3 auf 15,3 Prozent. Verkannt wurden 10 von 19 Frakturen (52,6 Prozent, zuvor 63,6 Prozent), da beispielsweise Röntgenaufnahmen unterblieben (4) beziehungsweise einmal eine Aufnahme der benachbarten Gelenke und/oder Kontrolle (2) unterlassen wurden,  zweimal eine Fehlinterpretation der Röntgenaufnahme vorlag und jeweils  zweimal kein klinischer Befund erhoben wurde. Fünf von sieben Frakturen betrafen den Arm; es ergaben sich aber keine Häufigkeiten bestimmter Lokalisationen.

Eine Verletzung wurde bei 13 von 17 Kindern und Jugendlichen unzureichend erkannt, darunter 10 Verfahren mit unzureichender Wundinspektion (5-mal ohne ausreichende Anästhesie). Infolge mangelhafter Untersuchung wurde beispielsweise eine Verletzung der Arteria poplitea nach Kniegelenksluxation nicht erkannt und behandelt, sowie durch Castanlage die Entstehung eines Kompartmentsyndroms begünstigt; trotz schwerer Nekrosen konnte der  Unterschenkel unter verbliebener Peronaeusparese durch zahlreiche Operationen erhalten werden.

Verkennen eines akuten Abdomens

Ein bei 30 Kindern (8,4 Prozent, zuvor 6,1 Prozent)  erhobener und  14-mal (in 46,7 Prozent, zuvor  75,0 Prozent) begründeter Vorwurf: Die Hälfte (vormals zwei Drittel) der Kinder waren zwischen 9 und 15 Jahre alt. Siebenmal wurde eine Appendizitis verkannt (BF-Quote 42,1 Prozent, zuvor 71,4 Prozent), einmal lag ein falsch positiver Befund vor, der trotz Fehlen typischer Zeichen ohne Not zu einer sofortigen Appendektomie führte. Bei Bauchschmerzen wurde es beispielsweise unterlassen, die Anzeichen einer Appendizitis mittels Inaugenscheinnahme, Anamnese- und Befunderhebung (Schmerzpunkte, Abwehrspannung), axilläre und rektale Temperaturmessung (Frage nach Fieber reicht nicht aus!) sowie – wenn möglich - Laboruntersuchung (Entzündungsparameter und Leukozyten) und Sonographie zu prüfen, einen Chirurgen zeitgerecht beizuziehen und bei hindeutenden oder pathologischen Befunden eine Einweisung zu veranlassen und eine Sicherungsaufklärung über die Notwendigkeit einer erneuten Arztkonsultation bei Fortbestand oder Zunahme der Beschwerden zu erteilen.

Verkannt wurden auch eine Urosepsis bei einer 18-Jährigen in Ermangelung einer Urinanalyse, eine akute Pankreatitis mit Entlassung ohne Inaugenscheinnahme durch einen Arzt bei einem 17-Jährigen und eine Invagination bei einem Säugling trotz klarer Symptome ohne klinische Befunderhebung bis zur 3. Wiedervorstellung innerhalb von 36 Stunden.

Verkennen einer Hodentorsion

Die Verkennung einer Hodentorsion wurde nur noch von 1,7 Prozent (zuvor 4,2 Prozent) der Antragsteller erhoben; es bestätigten sich vier von sechs (zuvor 10 von 11) Vorwürfe zu Hodentorsionen bei Jugendlichen zwischen dem 13. und 18. Lebensjahr, wobei nur einmal (zuvor 9-mal) aufgrund des Zeitfensters der Hoden hätte erhalten werden können. Typische Fehler sind die unterlassene Untersuchung der Genitalien bei akuten Bauchschmerzen und die mangelnde Sicherungsaufklärung über das Erfordernis umgehender Kontrollen durch einen Arzt bei Fortbestehen/Akzentuierung der Beschwerden.

Verkennen einer Tumorerkrankung

Bei sieben von 10 Kinder wurde eine Tumorerkrankung verzögert erkannt (zuvor 3 von 9). Zum Beispiel wurde bei unklaren Kopfschmerzen, ataktischen Gang und Gleichgewichtsstörungen über 20 Monate keine Klärung der Pathologie herbeigeführt, so dass der dann knapp Vierjährige erst bei Hirndruck mit Einklemmung bei Kleinhirnastrozytom notfallmäßig operiert wurde, aber  nachfolgend verstarb. Eine Einweisung zur bildgebenden Diagnostik wurde bei erstmaliger Vorstellung eines schwerkranken apathischen  Dreijährigen mit anamnestisch seit Monaten bestehendem Erbrechen und nunmehr aufgetretenen Kopfschmerzen unterlassen, so dass ein Medulloblastom erst 1 Woche später nach einem schweren cerebralen Krampfanfall erkannt wurde. Verkannt wurden auch 3 Osteosarkome infolge Unterlassen (2)/Fehlinterpretation (3) und Nichtveranlassen der weiterführender (2) diagnostischer Bildgebung durch 7 konsultierte Ärzte.

Verkennen einer cerebralen Symptomatik

In 10 Verfahren  - neben den drei beschriebenen Hirntumoren - erhobener Vorwurf  (3,1 Prozent, zuvor 3,4 Prozent), darunter fünfmal nach aktuellem Trauma. Begründet war nur der Vorwurf eines leichtgradig geistig behinderten  15-Jährigen, der - nach einer Prügelei mit Schädel-Hirn-Trauma durch einen Fußtritt - weiterhin über Kopfschmerzen und bei der Vorstellung eine  Woche später auch über Schwindel klagte: Schon jetzt hätte die 5 Wochen später veranlasste Computertomographie des Schädels erfolgen sollen, die dann ein massives Subduralhämatom mit Hirndruck und  als Zufallsbefund eine Hirnfehlbildung mit Zysten sowie Aplasien zeigte.

Vorsorge

Zur Vorsorge wurden nur noch von 2,0 Prozent (zuvor 5,0 Prozent) der Antragsteller Vorwürfe erhoben (2 von 7 berechtigt): Eine bei der U4 auffallende allgemeine Muskelschwäche ("floppy infant") wurde zwar sachgerecht nach 4 Wochen kontrolliert, die ausbleibende Befundänderung jedoch fehlerhaft nicht weiter differenzialdiagnostisch abgeklärt, so dass erst nach 3 Monaten andernorts die Diagnose einer spinalen Muskelatrophie gestellt wurde. Der bei  der U11 klinisch von einem Kinderarzt erhobene Verdacht auf eine Skoliose wurde fehlerhaft weder einer zielgerichteten Diagnostik zugeführt, noch wurde eine Überweisung zu einem Orthopäden veranlasst  oder ein Kontrolltermin vereinbart, so dass eine Wiedervorstellung erst nach 14 Monaten bei Befundverschlechterung erfolgte.

 

Behandlungsfehler

Fehlbehandlungen bei Frakturen und Verletzungen

Bei Frakturen bestätigten sich 16 von 31  (51,6 Prozent, zuvor 48,0 Prozent) und bei Verletzungen sechs von 14 Vorwürfe (42,9 Prozent, zuvor 36,4 Prozent). Betroffen war vor allem der Arm: Fehlbehandelt wurden drei von vier suprakondyläre Humerusfrakturen, zwei von sechs Unterarmfrakturen und zwei von vier Fingerfrakturen. Einzelfehler bei der Frakturbehandlungen betrafen zweimal auch die Diagnostik, sechsmal die Verfahrenswahl, zehnmal die Durchführung der Osteosynthese und zwölfmal die postoperative Betreuung. Allein achtmal wurde eine Frakturfehlstellung/Gelenkstufe fehlerhaft belassen und dieser Umstand wurde fünfmal auch im weiteren Verlauf nicht erkannt und beseitigt.

Fehlbehandlungen bei operativen Eingriffen

Fehler wurden bei 34 der 102 beanstandeten Operationen festgestellt (BF-Quote 33,3 Prozent, zuvor 31,6 Prozent), darunter bei fünf von dreizehn Kniegelenksoperationen, drei von elf Appendektomien, zwei von zehn Zirkumzisionen, fünf von neun Ohroperationen und eine von acht Kieferoperationen bei Zahnerkrankungen. Eine kosmetische Indikation lag 12 Eingriffen vor (3,4 Prozent, zuvor 1,9 Prozent); Behandlungsfehler wurden bei 4 von 7 Ohrkorrekturen, einer Nasenkorrektur und einer ausgedehnten Hautexzision bei Keloiden festgestellt. Ein Vorwurf zur Lagerung und sieben Vorwürfe zur Anästhesie erwiesen  sich als unbegründet.

Drei von siebzehn Aufklärungsrügen waren berechtigt (17,6 Prozent, zuvor 46,7 Prozent); darunter eine  bei einer 17-Jährigen, die über das verwirklichte Risiko einer Erblindung bei einer unklaren Raumforderung in Höhe des Sehnervens nicht aufgeklärt worden war, was die Antragstellerin in einen Entscheidungskonflikt gebracht hätte, da man zunächst hätte Zuwarten können; daher Haftung für alle Folgen des rechtswidrigen, ansonsten sachgerechten Eingriff.

An der rechtfertigenden Indikation zum Eingriff fehlte es 6-mal, beispielsweise bei einem Säugling mit vermeintlicher Darmduplikation, bei dem durch differenziertere präoperative Diagnostik (z.B. Harnblasensonographie nach Blasenentleerung, Miktionscystographie, Cystoskopie, MRT des Beckens) eine Megacystitis als Ursache der "echoarmen Formation" aufgedeckt worden wäre.

Technische Mängel wurden bei einem Viertel der beanstandeten Eingriffe festgestellt: Zum Beispiel erfolgte jeweils dreimal eine Fehlpositionierung der Bohrkanäle für das Kreuzbandtransplantat sowie eine fehlerhafte Ohrkorrektur durch zu straffe Nähte mit Überkorrektur und/oder scharfer Kantenbildung durch zu starke Knorpelresektion.  

Elfmal wurden postoperative Versäumnisse festgestellt: Ein Kompartmentsyndrom wurde beispielsweise verkannt, da die zunehmende postoperative Anschwellung des Beins bei tastbaren Pulsen, nach nicht vorwerfbarer iatrogener Durchstechung der Arteria iliaca communis bei einer laparoskopischen Appendektomie, fehlgedeutet wurde, so dass erst am Nachmittag des Folgetages die erforderliche Fasziotomie erfolgte, was aufgrund der nunmehr schweren Muskelnekrosen zu einer Funktionsstörung des Beins mit Nervus peronaeus-Parese führte.

 

Fehlbehandlungen nach Altersgruppen

In der Altersgruppe der Altersgruppe der Säuglinge bis zum 1. Lebensjahr wurden in 6,1 Prozent (zuvor 12,2 Prozent) Verfahren anhängig; 8-mal wurden vorwerfbare Fehler festgestellt (BF-Quote 36,6 Prozent, zuvor 34,4 Prozent). Es bestätigten sich  vier von 12 Diagnose- und vier von 10 Behandlungsfehlervorwürfe. Die vormals führende Hauptdiagnose einer kongenitalen Fehlbildung  lag nur noch siebenmal vor und bestätigte sich dreimal (zuvor sechs von 19), beispielsweise bei einer Zwerchfellhernie: Die unter der vermeintlichen Diagnose eines Chylothoraxes verordnete Diät konnte hier bei Verlagerung der Leber mit Lungenkompression nicht zum Ziel führen und hat trotz bernsteinfarbenen Ergusses bei der Thoraxdrainage, Zustandsverschlechterung bei sich entwickelnder respiratorischer Azidose mit Atemnotzuständen behandlungsfehlerhaft über 5 Wochen keine Infragegestellung der Erstdiagnose erfahren.

Der vormals siebenmal (unberechtigte) Vorwurf  einer unzureichenden OP bei einer Herzfehlbildung wurde für dieses Lebensalter nicht mehr erhoben. Nur noch einmal (zuvor drei von vier) wurde eine Hüftdysplasie verkannt: Es wurden allerdings gravierende Mängel hinsichtlich des Abbildungsmaßstabes und den methodischen Grundsätzen bei den von einem Orthopäden zwischen Mai und August 2007 gefertigten Sonogrammen festgestellt, die als schwerwiegender Behandlungsfehler bewertet wurden. Trotz Hinweis des Überweisers auf die Notwendigkeit regelmäßiger augenärztlicher Kontrollen bei Frühgeborenenretinopathie wurden diese von der Kinderchirurgischen Klinik, in der eine Stoma-Rückverlagerung  und eine Rickham-Anlage vorgenommen wurden, über 5 Wochen unterlassen, so dass die deutliche Verschlechterung mit nachfolgender Erblindung nicht zeitgerecht erkannt wurde.

Eine in der 3. Lebenswoche erforderliche Sedierung mittels Chloralhydrat wurde behandlungsfehlerhaft in einer toxischen Überdosierung um das 11-fache infolge Fehlbeschriftung der Medikamentenflasche vorgenommen (Organisationsverschulden).

Kleinkinder bis zum fünften Lebensjahr

Begründet waren hier 18 von 39 Diagnose- und 7 von 37 Behandlungsfehlervorwürfe, darunter 5 Fehler bei nicht traumabedingten Eingriffen (BF-Quote 32,9 Prozent, zuvor 38,5 Prozent). Berechtigt war eine von sechs Risikoaufklärungsrügen: Die bloße Aushändigung eines Merkblattes über die vorgesehene Priorix®-Tetra-Impfung reicht grundsätzlich nicht aus, da nach der Rechtsprechung ein mündliches Aufklärungsgespräch zu führen ist; von der Kommission konnte im schriftlich geführten Verfahren nicht festgestellt werden, ob in Kenntnis des zu nennenden seltenen Risikos der hier eingetretenen thrombozytischen Purpura die Impfung tatsächlich abgelehnt worden wäre.

Bestätigt wurden die Vorwürfe bei drei von achtzehn Fehlbildungen,  vier von zwanzig akuten Infekten und neun von vierzehn Verletzungen. Infolge unzureichender Anamneseerbung (2 Familienmitglieder mit bekannter Lungentuberkulose) wurde beispielsweise bei einem Dreijährigen eine tuberkulöse Meningitis erst am 4. Tag als solche erkannt und nach Verlegung am Folgetag - bei Zustandsverschlechterung bei schwerer Hirnschädigung - dort zielgerichtet behandelt.

Kinder bis zum 12. Lebensjahr

Die Vorwürfe bestätigten sich bei 43 von 95 Kindern dieses Lebensalters (BF-Quote 45,3 Prozent, zuvor 37,5 Prozent). 17 von 37 Vorwürfen betrafen die Diagnosestellung, darunter vier von zwölf bei akutem Abdomen, sieben von dreizehn Verletzungen und zwei von fünf Tumorerkrankungen. Eine Fehlbehandlung lag bei 11 von  19 Verletzungen und bei 9 von 24 Operationen vor. Eine von elf Risikoaufklärungsrügen war berechtigt: Bei einer Intubationsnarkose mit - nicht aufgeklärter - Trachealläsion war jedoch bei dislozierter Unterarmfraktur mit dringlicher OP-Indikation von einer hypothetischen Einwilligung auszugehen.

Nach den Pflegeberichten waren am dritten Tag des stationären  Aufenthaltes bei Verdacht auf ein Guillain-Barré-Syndrom die zunächst geringen Symptome bei einem 10-Jährigen so progredient, dass eine weitergehende Diagnostik mittels MRT hätte erfolgen sollen, die erst verspätet am Abend des 4. Tages nach - auf Drängen der Angehörigen - erfolgter ärztlicher Untersuchung veranlasst wurde: Eine ärztliche Befunderhebung für den Zeitraum fehlt. Die Blasen- und Mastdarmlähmung mit Harnverhalt am vierten Tag wurde als Analgetikanebenwirkung fehlgedeutet; die Zustandsbesserung durch Steroidtherapie wäre 36 Stunden früher möglich gewesen. Bei vergrößerter Hypophyse (MRT), Pubertas praecox, jedoch normalen Hormonwerten wurde bei einem 10-Jährigen voreilig eine sofortige Exstirpation veranlasst, die jedoch kein Hypophysenadenom aufdeckte, aber schwere Folgen - Diabetes insipidus mit Hormonsubstitution und Liquorrhoe  mit Defektdeckung - verursachte.

In 2 Fällen zur Abklärung einer Enuresis nocturna in einer Urologischen Klinik wurde nach perkutaner Messkathetereinlage in die Harnblase trotz in der Nacht bestehender erheblicher Bauchschmerzen keine ärztliche Untersuchung veranlasst und die 6- bzw. 8-jährigen Kinder am Folgetag ohne Sicherungsaufklärung über das Erfordernis ärztlicher Befundkontrollen bis zur Beschwerdefreiheit entlassen, so dass ein akutes Abdomen - einmal bei urinöser Peritonitis durch eine Harnblasenperforation mit paralytischen Ileus und einmal bei Dünndarmläsion - 2 beziehungsweise 3 Tage verkannt wurde.

Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr

Bei 74 der 165 Jugendlichen (BF-Quote 44,8 Prozent, zuvor 46,9 Prozent) wurden die Vorwürfe bestätigt, darunter 18 von 53 nicht aufgrund eines Traumas durchgeführte Eingriffe. Kniegelenkseingriffe (fünft von dreizehn) bestätigten sich am häufigsten. Drei von  achtzehn  Risikoaufklärungsrügen waren begründet. Auch 33 von 65 Diagnosefehlervorwürfe bestätigten sich: Verkannt wurden 9 von 21 Verletzungen, 7 von 13 akute Abdomen, darunter 5 von 8 Appendizitiden, jeweils 3 von 5 Hodentorsionen und Tumorerkrankungen, 2 Thrombosen sowie eine Lungenembolie und ein Sinus pilonidalis.  Nicht erkannt wurden insgesamt auch 5 Epipysenlösungen durch 7 Ärzte, darunter eine bei einer 12-Jährigen: Je zweimal waren akute Hüftbeschwerden differenzialdiagnostisch nicht abgeklärt (Befunderhebungsfehler) und/oder das  Röntgenbild/MRT verkannt worden, darunter einmal mit unkritischer Übernahme des Befundes trotz charakteristischer klinischer Anzeichen und typischer Anamnese durch die betreuenden Chirurgen/Orthopäden über einen Zeitraum von 3 Monaten sowie jeweils einmal die fehlende Einweisung zur Operation und Sicherungsaufklärung über eine nötige Röntgenkontrolle.

Die Medikamentenvergabe erfolgte zweimal fehlerhaft: Ein Organisationsfehler bei einer palliativen Chemotherapie bei einem Astrozytom führte zu einer viel zu schnellen Infusion von 5-Fluorurazil mit der Folge passagerer neurologischer Nebenwirkungen. Im zweiten Fall wurde einer 16-Jährigen bei Spannungskopfschmerzen und häuslichen Schwierigkeiten ohne Indikation und Einwilligung der Erziehungsberechtigten Diazepam® und Amitryptyllin® verordnet, wobei letzteres zu einem Suizidversuch unter Einnahme der Gesamtdosis von 1200 mg genutzt wurde.

 

Diskussion

Die Auswertung der nordrheinischen Behandlungsfehlervorwürfe bei Kindern und Jugendlichen zeigt, dass in allen Altersgruppen vor allem diagnostische Versäumnisse zu erhöhten Fehlerquoten führten. Dabei spielen die klassischen Themen wie Frakturen und Verletzungen, Tumorerkrankungen und ein akutes Abdomen eine große Rolle, die auch bei den gegen Erwachsene geführten Verfahren gleichermaßen zum Tragen kommen.

Allerdings werden gegenüber Erwachsenen nur in knapp einem Viertel der Verfahren vorwiegend Diagnosevorwürfe erhoben, während der Anteil bei den Kindern und Jugendlichen 43 Prozent beträgt. Auch bei den Erwachsenen liegen die Anerkennungsquoten bei Diagnosevorwürfen über dem langjährigen allgemeinen Durchschnitt von einem Drittel; es bestätigen sich bei Erwachsenen Diagnosefehler insgesamt in 41 Prozent, darunter beispielsweise bei Frakturen und Verletzungen (Anteil 5 Prozent) und Tumorerkrankungen (Anteil 4 Prozent) mit jeweils einer BF-Quote von 48 Prozent.

Der Vorwurf der Verkennung eines akuten  Abdomens wurde in der Mehrzahl bei Kindern und Jugendlichen erhoben (30 Verfahren bei Kindern gegenüber 21 Verfahren bei Erwachsenen) und stellte vor allem bei den Neun- bis 15-Jährigen ein differenzialdiagnostisches Problem dar. Hinzu kommen in diesem Lebensalter die Vorwürfe zu Hodentorsionen und Epiphysenlösungen, die zwar insgesamt selten erhoben werden, aber seit jeher typische, regelmäßig wiederkehrende Vorwürfe darstellen, die oftmals begründet sind und Ärzte verschiedener Fachrichtungen gleichermaßen betreffen können, da sie oft im Notdienst oder in der Notfallambulanz aktuell werden, und das Zeitfenster zum Eingreifen (Hodentorsion) limitiert ist.

Die Schlichtungsstelle Hannover berichtet über 22 von 160 Fällen der Jahre 2000 bis 2004 mit  Appendizitiden  bei Kindern. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass es angesichts "der großen Zahl,  nicht realistisch wäre zu fordern, dass all denen, bei denen Bauchschmerzen Anlass für eine Vorstellung sind, eine zeitlich terminierte Wiedervorstellung nach 12 Stunden angeraten würde. Es komme jedoch darauf an, dass die konsultierten Ärzte sorgfältig und fachkundig untersuchten und dies auch ordnungsgemäß dokumentierten, insbesondere die Schwere der Beeinträchtigung des Kindes zu diesem Zeitpunkt" (4,5). Dieser Forderung können wir uns uneingeschränkt anschließen.

Deutlich häufiger als bei Erwachsenen standen bei den Einzelfehlern die diagnostische Bildgebung (12,4 Prozent, bei Erwachsenen 5,4 Prozent) und die Anamnese- und Untersuchungsbefundung (7,9 Prozent, Erwachsene 2,7 Prozent) noch vor der technischen Durchführung einer Operation (7,7 Prozent, bei Erwachsenen häufigster Fehler mit 7,3 Prozent) an vorderster Stelle.

Frakturen und Verletzungen insgesamt machen knapp ein Viertel der geführten Verfahren bei Kindern aus; bei Erwachsenen beträgt der Anteil dagegen nur 12 Prozent. Auch die Behandlungsfehlerquote ist bei Kindern und Jugendlichen bei Frakturen und Verletzungen mit 56 Prozent (gegenüber 44 Prozent bei Erwachsenen) überproportional hoch, obwohl allein die Hälfte der Vorwürfe Unfallchirurgen betraf. Möglicherweise ist hier die Erwartungshaltung der Betreffenden an die Behandlung deutlich höher. Die Vorwürfe betrafen vor allem den Arm; 18 von 30 Vorwürfe waren berechtigt. Ein seltener, aber regelmäßig erhobener Vorwurf betrifft beispielsweise drei von vier fehlbehandelte suprakondyläre Humerusfrakturen, unter anderem mit Belassen einer (Dreh)-Fehlstellung durch unzureichende Osteosynthese.

Auch eine Auswertung der Norddeutschen Schlichtungsstelle von 242 Fällen über 10 Jahre bis 2009 von Vinz et al. (6) zeigte, dass die Fehlerquote bei kindlichen Frakturen überproportional hoch ist. So wurden erhöhte Anerkennungsquoten bei Allgemeinchirurgen (74 Prozent; Nordrhein 2 von 8), Kinderchirurgen (63 Prozent; Nordrhein 3 von 4) und Unfallchirurgen (60 Prozent; Nordrhein 61 Prozent, 26 von 42) festgestellt, die im besonderen Maße den Arm betreffen (108 von 161 begründete norddeutsche Fälle).

Fehlbehandelte Frakturen im Kindesalter haben nach einer Auswertung von Kraus et al. (7) vor allem 4 Ursachen:

  1. eine ungenaue klinische Befunderhebung,
  2. eine Fehldeutung des Röntgenbefundes,
  3. eine dem Frakturmuster nicht angemessene Behandlung und
  4. eine unterlassene oder unzureichende Frakturkontrolle.

Nach unserer Auswertung kommt noch ein Punkt hinzu, nämlich die primäre Unterlassung der erforderlichen Bildgebung. Gefordert wird von Kraus, dass "Kinder und Jugendliche nur von Fachärzten mit präzisen Kenntnissen der Röntgenanatomie und Wachstumseigenschaften gesunder und verletzter Knochen sowie der spezifischen Frakturdynamik behandelt werden". Dies kann seiner Auffassung nach jedoch "nicht hochspezialisierten Zentren vorbehalten sein, da eine flächendeckende Versorgung mit entsprechender Kompetenz verschiedener Facharztgruppen, wie Allgemein-, Kinder- und Unfallchirurgen ebenso, wie Pädiatern, Orthopäden und Allgemeinmedizinern, erforderlich ist". Vinz kommt daher zu dem Schluss, dass "die Entscheidung, ob eine gezielte Diagnostik und Therapie der Verletzungsfolge selbst durchgeführt oder an einen erfahrenen Arzt beziehungsweise eine erfahrene Klinik delegiert wird, in jedem Fall das Ergebnis einer selbstkritischen Einschätzung der eigenen Kompetenz sein muss".

Mit 24 Prozent (zuvor 32 Prozent) waren weniger Behandlungsfehler bei Fehlbildungen (ohne Ohrfehlstellungen) begründet als zuvor; die Vorwürfe betrafen nunmehr eher die bis 5-Jährigen (18 von 33 Vorwürfe, davon 3 begründet). Zu Herzoperationen wurden noch viermal Vorwürfe von bis 5-Jährigen - unbegründet - erhoben  (zuvor 7 bei Säuglingen). Zu Hüftdysplasien wurde nur noch ein  begründeter Vorwurf anhängig (zuvor 4 von 5);  diese gehören nach neueren Erkenntnissen zwar nicht mehr zu den kongenitalen Fehlbildungen (heute Reifestörung), werden hier jedoch aufgrund der früheren Vergleichsdaten noch als solche gezählt (8, 9). Berichte der Eltern über Gangstörungen im Kleinkindalter sollten stets ernst genommen werden und zur Abklärung durch bildgebende Verfahren und zur Konsultation durch erfahrene Kinderorthopäden führen. Neu anhängig gewordenen waren Vorwürfe zu Eingriffen bei einer kongenitalen Hypospadie, das in einem von vier Verfahren aufgrund organisatorischer Mängel bei der postoperativen Betreuung berechtigt war.

Operative Eingriffe werden bei Kindern und Jugendlichen, mit 28 Prozent gegenüber 43 Prozent, deutlich seltener vorgeworfen als bei Erwachsenen; die Fehlerquote liegt mit 34 Prozent auf der Höhe des langjährigen Durchschnitts. Nur in einem Viertel der Verfahren mit Eingriffen bei Kindern und Jugendlichen wurden technische Fehler festgestellt. Kosmetische Eingriffe haben zwar leicht von 1,9 Prozent auf  3,4 Prozent zugenommen, spielen aber dennoch keine wesentliche Rolle, da sie überwiegend Ohrkorrekturen betrafen.

Risikoaufklärungsrügen wurden bei Kindern in 9,1 Prozent (Erwachsene 13,3 Prozent) erhoben. Festgestellte Risikoaufklärungsmängel spielen aber nur eine geringe Rolle: Entsprechende Rügen wurden bei Kindern in 9,1 Prozent (Erwachsene 13,3 Prozent); fünf Fehler wurden (1,4 Prozent, Erwachsene 2,8 Prozent) festgestellt, darunter drei bei ansonsten sachgerechter Behandlung (0,8 Prozent, Erwachsene 1,3 Prozent).

Bei konstant hoher Behandlungsfehlerquote von 42 Prozent (zuvor 41 Prozent) ging die Anzahl der arztbedingten Gesundheitsschäden bei den schweren temporären (minus 1,2 Prozentpunkte auf 5,3 Prozent, davon 2,8 Prozent mit Haftung) und den schweren Dauerschäden (minus 3,6 Prozentpunkte auf  insgesamt 0,9 Prozent, davon 0,6 mit Haftung) gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht zurück. Eine Haftung für fehlerbedingte Todesfälle wurde allerdings in 0,8 Prozent festgestellt. Etwas häufiger als zuvor wurden geringe (plus 0,5 Prozent auf 4,5 Prozent, davon 2,5 Prozent mit Haftung) und leichte bis mittlere temporäre (plus 1,3 Prozent auf 31,1 Prozent, davon 16,8 Prozent mit Haftung) iatrogene Schäden festgestellt. 25 Verfahren führten trotz Fehlerfeststellung nicht zu einer Haftung für Gesundheitsschäden.

 

Schlussfolgerungen

Vorwürfe zu Fehlbehandlungen bei Kindern und Jugendlichen sind bei der Gutachterkommission relativ selten. Sie beziehen sich auf subjektiv vermutete Fehlbehandlungen und objektiv vermeidbare Fehler (16). Im Vergleich zum Erwachsenen sind die Folgen von Behandlungsfehlern bei Kindern und Jugendlichen gravierender, weil sie sich auf Entwicklungsprozesse auswirken und so auch das weitere Leben belasten können.

Aus den vorliegenden  Daten lassen sich in Hinblick auf mögliche Fehlervermeidungen für Ärztinnen und Ärzte, die Kinder und Jugendliche behandeln, folgende Schlüsse ziehen:

  • Das Hauptaugenmerk sollte auf Diagnosefehler gerichtet werden. Sie kommen häufig vor und sind häufig auch Grund für fehlerhafte Behandlungen. Sie haben als wichtigste Ursachen eine unzureichende oder irreführende Anamneseerhebung und eine oberflächliche, unvollständige und nicht dem Standard entsprechende klinische Untersuchung und Dokumentation.
  • Die Anamnese soll Auskunft geben über den Zeitpunkt und die ersten Symptome bei Krankheitsbeginn, über den bisherigen Verlauf und das aktuelle Beschwerdebild und zwar so, wie es bei Säuglingen und Kleinkindern von den Angehörigen, bei Schulkindern und Jugendlichen auch von den Patienten selbst geschildert wird. Die Ärztin/ der Arzt sollte konzentriert zuhören und nicht belehrend oder autoritär eingreifen. So lässt sich bei der überwiegenden Zahl erkrankter Kinder eine Verdachtsdiagnose stellen.
  • Die nachfolgende klinische Untersuchung muss gründlich ausgeführt werden. Sie erfordert die Konzentration auf den verdächtigen Krankheitsprozess, dessen Symptome in andere Körperregionen ausstrahlen können, und Geduld bei ängstlichen Kindern, die sich wehren (5, 14,15).
  • Wenn Anamnese und klinischer Befund keine eindeutige Diagnosestellung ergeben, sind zusätzlich zielgerichtete Laboruntersuchungen und bildgebende Verfahren indiziert. Sie tragen zur Sicherung einer klinischen Untersuchung bei, sie ersetzen sie nicht.
  • Behandlungen im Kindesalter müssen die Besonderheiten des organischen Wachstums und der Reifung von Funktionen berücksichtigen. Das betrifft die Wahl der Mittel, ihre Dosierung, die Dauer de Behandlung und beinhaltet auch die Sicherungsaufklärung bei nebenwirkungsreichen medikamentösen Behandlungen und risikobehafteten operativen Vorgehen und notwendigen Nachbehandlungen (13).
  • Eine sorgfältige Dokumentation der klinischen Befunde und der wesentlichen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen ist unerlässlich. Treten Komplikationen auf, empfiehlt es sich, unmittelbar ein Gespräch mit den Eltern zu führen. Haben sich bereitsauch unbegründete Vorbehalte ergeben, kommt der Versuch, durch ein klärendes Gespräch Vorwürfe auszuräumen möglicherweise zu spät (10, 11,12).
  • Nachbehandelnde und konsiliarisch tätige Ärzte sollten sich auf an sie gerichtete Erwartungen konzentrieren. Sie sollten sich grundsätzlich nicht zur Qualität der Vorbehandlungen äußern (17). Ganz abgesehen davon, dass sie dadurch Anlass geben zur Antragstellung auf gutachtliche Überprüfung der Vorbehandlung. Die Vorbehandlung könnte sich auch als richtig erweisen.

 

Literatur
  1. Laum, H.D., Beck, L., Smentkowski, U.: Schlichtung mit großer Akzeptanz. RhÄ 2003 (12): 10-13
  2. Hickl, E.: Behandlungsfehlervorwürfe in der Gynäkologie. RhÄ 2000 (3):23-25
  3. st. Rspr., zuletzt BGH, VerRT 2004, 909
  4. Vinz H., Neu J.: Arzthaftpflichtverfahren im Zusammenhang mit der Diagnose und der Therapie der akuten Appendizitis. Z Arztl Fortbild Qual Gesundh Wes 2007; 101 (8):553-563
  5. Von Mühlendahl, K.E.: Appendizitisdiagnostik bei Kindern. ShÄ 2012 (7):70-73
  6. Vinz H., Neu, J., Festge, O.-A.: Fehler bei der Behandlung suprakondylärer Humerusfrakturen bei Kindern - Erfahrungen der Norddeutschen Schlichtungsstelle. Z Orthop Unfall 2010; 148 (6): 697-703
  7. Kraus R., Wessel L.: Frakturbehandlung an der oberen Extremität bei Kindern und Jugendlichen. DtschArztebl 2010:107(51-52): 903-910
  8. Niethard, F.: Kinderorthopädie in der Praxis. Thieme 2009
  9. Clinical Practice Guideline: Early Detection of Developmental Dysplasia of the hip  ed. Commitee on Quality Improvement  Subcommittee on developmental dysplasia of  the hip:  Pediatrics 2000 (105): 896
  10. Gallagher, T.H. et al: Patient´s an Physician´s attitude about error disclosure. JAMA 289: 1001 (2003)
  11. Smentkowski, U.: Behandlungsfehlervorwurf - wie offen darf der Arzt sein? RhÄ 2003 (1):20-21
  12. Thomeczek, C., Hart, D., Hochreutener, M.-A. et al: Kommunikation: "Schritt 1 " zur Patientensicherheit - auch nach dem unerwünschten Ereignis. chir. praxis 70 (2009): 691-700
  13. Arzthaftungsrecht Kuntz, K. Luchterhand (1992)
  14. Nelson´s Textbook of Pediatrics ed Behrman et al. Saunders 2007
  15. Kinderheilkunde, ed. Lenze, M. et al. Springer 2007
  16. Schölmerich, J.: Ärztliche Fehler. DMW 125: 341 (2000)
  17. Mazor, K.M. et al.: Health plan member´s view about disclosure of medical errors. Ann Intern. Med. 140 (2004)

Professor Dr. med. Felix Bläker ist Stellvertretendes Geschäftsführendes Kommissionsmitglied der Gutachterkommission für ärztliche Behandlungsfehler bei der Ärztekammer Nordrhein.

Dr. med. Beate Weber ist Mitarbeiterin der Geschäftsstelle der Gutachterkommission.

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letzte Änderung am: 29.05.2013



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