Zusatz-Weiterbildung

15. Intensivmedizin

Dieser Bezeichnung kann der adjektivische Zusatz der jeweiligen Facharztbezeichnung zugefügt werden, z. B. Anästhesiologische, Chirurgische, Internistische, Pädiatrische, Neurochirurgische, Neurologische Intensivmedizin.

PDF-Dokument Richtlinien

Definition:

Die Zusatz-Weiterbildung Intensivmedizin umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz die Intensivüberwachung und Intensivbehandlung von Patienten, deren Vitalfunktionen oder Organfunktionen in lebensbedrohlicher Weise gestört sind und durch intensive therapeutische Verfahren unterstützt oder aufrechterhalten werden müssen.

Weiterbildungsziel:

Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Intensivmedizin nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.

Voraussetzung zum Erwerb der Bezeichnung:

Facharztanerkennung in den Gebieten Chirurgie, Innere Medizin und Allgemeinmedizin oder für Anästhesiologie, Kinder- und Jugendmedizin, Neurochirurgie oder Neurologie

Weiterbildungszeit:

24 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können

  • 6 Monate - für das Gebiet Anästhesiologie: 12 Monate - während der Facharztweiterbildung abgeleistet werden
  • 6 Monate in der Intensivmedizin eines anderen Gebietes abgeleistet werden

Weiterbildungsinhalt:

Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in

  • der Versorgung von Funktionsstörungen lebenswichtiger Organsysteme
  • der Intensivbehandlung des akuten Lungen- und Nierenversagens, von akuten Störungen des zentralen Nervensystems, von Schockzuständen, der Sepsis und des Sepsissyndroms sowie des Multiorganversagens
  • interdisziplinärer Behandlungskoordination
  • der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie
  • der Anwendung von intensivmedizinischen Score-Systemen
  • Transport von Intensivpatienten
  • der Hirntoddiagnostik einschließlich der Organisation von Organspende
  • krankenhaushygienischen und organisatorischen Aspekten der Intensivmedizin

Definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:

  • Punktions-, Katheterisierungs- und Drainagetechniken einschließlich radiologischer Kontrolle
  • kardio-pulmonale Wiederbelebung
  • Mess- und Überwachungstechniken
  • Bronchoskopie
  • atmungsunterstützende Maßnahmen bei nicht intubierten Patienten
  • differenzierte Beatmungstechniken einschließlich Beatmungsentwöhnung
  • Analgesierungs- und Sedierungsverfahren
  • enterale und parenterale Ernährung einschließlich Sondentechnik
  • Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie
  • Anwendung extrakorporaler Ersatzverfahren bei akutem Organversagen
  • Kardioversion, Defibrillation und Elektrostimulation des Herzens
  • Anlage passagerer transvenöser Schrittmacher einschließlich radiologischer Kontrolle

Zusätzlich gebietsbezogener Einsatz intensivmedizinischer Behandlungsverfahren in:

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Anästhesiologie:

  • perioperative intensivmedizinische Behandlung
  • intensivmedizinische Überwachung und Behandlung nach Traumen
  • differenzierte Diagnostik und Therapie kardialer und pulmonaler Erkrankungen
  • Behandlung intensivmedizinischer Krankheitsbilder in Zusammenarbeit mit den das Grundleiden behandelnden Ärzten
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Chirurgie:

  • intensivmedizinische Behandlung gebietsbezogener Krankheitsbilder, insbesondere bei oder nach Operationen und Verletzungen
  • differenzierte Diagnostik und Therapie bei vital bedrohlichen chirurgischen Erkrankungen
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Innere Medizin und Allgemeinmedizin:

  • intensivmedizinische Behandlung gebietsbezogener Krankheitsbilder
  • differenzierte Diagnostik und Therapie bei vital bedrohlichen internistischen Erkrankungen
  • differenzierte Elektrotherapie des Herzens und spezielle Pharmakotherapie der akut vital bedrohlichen Herz-Rhythmusstörungen
  • differenzierter Einsatz von extrakorporalen Nierenersatzverfahren
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Kinder- und Jugendmedizin:

  • intensivmedizinische Behandlung gebietsbezogener Krankheitsbilder
  • prä- und postoperative Intensivbehandlung von Kindern und Jugendlichen
  • Erstversorgungen von vital gefährdeten Früh- und Neugeborenen
  • Transportbegleitung kritisch kranker Kinder
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Neurochirurgie:

  • intensivmedizinische Behandlung bei oder nach neurochirurgischen Operationen und Verletzungen
  • intensivmedizinische Behandlung bei intrakraniellen und intraspinalen Prozessen,
  • intrakranielle Hirndruckmessung, Überwachung von intrakraniellem Druck und cerebralem Perfusionsdruck
  • Überwachung und Bewertung insbesondere neurophysiologischer Monitoringverfahren
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Neurologie:

  • intensivmedizinische Behandlung gebietsbezogener Krankheitsbilder einschließlich lebensbedrohlicher entzündlicher, neuromuskulärer, myogener, extrapyramidaler und neuropsychiatrischer Erkrankungen
  • Intensivbehandlung von raumfordernden intrakraniellen Prozessen und Liquorzirkulationsstörungen
  • Langzeit-Neuromonitoring

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letzte Änderung am: 06.01.2012



Ärztliche Flüchtlingshilfe

Flüchtlinge in Deutschland Foto: picture alliance/AP Images/Hussein Malla

Rheinisches Ärzteblatt

Heft 11/2017

Titel 11/2017 Titelgestaltung: Eberhard Wolf

Titelthema

Ärztliche Kommunikation als medizinisches Handeln

 aktuelle Ausgabe

Dokumentation Kammersymposium zur Arzt-Patienten-Kommunikation

Ärztin spricht mit Patientin Foto: Westend61/fotolia.com 

Mitte September fand das Kammersymposium zur Arzt-Patienten-Kommunikation statt.

Die Vorträge stehen nun für Interessierte bereit

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