Fachtagung der Ärztekammer Nordrhein und stop mutilation e.V.

Weibliche Genitalbeschneidung ächten

Trommelgruppe

Die Trommelgruppe Mzungus, deren Name in der Sprache Kisuaheli "die Weißen" bedeutet, stimmte die rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ärztlichen Fachtagung im Haus der Ärzteschaft zum Thema "Weibliche Genitalbeschneidung" mit afrikanischen Rhythmen ein. Foto: Jürgen Brenn

Düsseldorf, 15.6.2013. Jede Frau hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Deshalb ist „Female Genital Mutilation (FGM) zu ächten“, stellte die NRW-Landesgesundheitsministerin Barbara Steffens auf einer Fachtagung zur weiblichen Genitalbeschneidung im Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft klar. Auf der Veranstaltung zur „Medizinischen Versorgung und Prävention im Gesundheitsbereich“, die der Düsseldorfer Hilfsverein „stop mutilation e.V.“ und die Ärztekammer Nordrhein organisiert haben, betonte die Ministerin, dass das Thema enttabuisiert werden müsse. Ärztinnen und Ärzte bräuchten das Wissen, was FGM bedeute und wie sie in ihrer Praxis darauf reagieren sollten. Wichtig sei dabei, den betroffenen Frauen und Mädchen Hilfe anbieten zu können und zu wissen, welche Hilfsangebote im Land bestehen. Daneben sei wichtig, den von FGM bedrohten Mädchen und Frauen Schutz anbieten zu können.

Für den Präsidenten der Ärztekammer Nordrhein Rudolf Henke sei Ziel der Tagung, die medizinischen Fachkreise zu sensibilisieren. Nicht allein Ärztinnen und Ärzte, sondern auch Hebammen und Krankenpflegerinnen und -pfleger kommen mit betroffenen oder von FGM bedrohten Patientinnen in Kontakt. Diese müssen über diesen Verstoß gegen die körperliche Unversehrtheit besonders aufgeklärt sein, um entsprechend reagieren zu können. Dazu soll die Fachtagung einen Beitrag leisten, so Henke.

Weltweit sind nach Schätzungen 140 Millionen Frauen und Mädchen von Genitalbeschneidung betroffen. Allein in Nordrhein-Westfalen leben schätzungsweise rund 6.000 betroffene Frauen und Mädchen. Es sei nötig, breit über FGM aufzuklären, das Thema aus der Tabuzone zu holen und den Betroffenen sowie deren Familien in ihrem zum Teil lebenslangen Leiden durch die psychischen, physischen und sozialen Folgen der Beschneidung zu helfen.

Rhodah Koross, Erste Vorsitzende von stop mutilation e.V., widersprach dem Vorwurf, dass die Verhinderung von Beschneidungen eine Form des „Kulturimperialismus“ sei. Diese tief in den Prävalenzländern verankerte, nicht-religiös motivierte Tradition stehe klar im Gegensatz zu den Menschenrechten, die über Migrationsbewegungen auch in Deutschland angekommen sei.

Eine ausführliche Berichterstattung zu der Fachtagung finden Sie in der August-Ausgabe des Rheinischen Ärzteblattes.

lokaler Link Dokumentation der Vorträge

Das Rheinische Ärzteblatt hat in seinen November- und Dezember-Ausgaben 2012 und in der Januar-Ausgabe dieses Jahres bereits über das Thema berichtet:

PDF-Dokument Weibliche Genitalbeschneidung geht alle an

PDF-Dokument Folgen der weiblichen Genitalbeschneidung

PDF-Dokument Flyer über genitale Beschneidung von Mädchen und Frauen

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letzte Änderung am: 19.06.2013



8. Sitzung der Kammerversammlung - November 2017

Delegierte der Kammerversammlung am 18.11.2017 in Düsseldorf Foto: Jochen Rolfes
 

Pressemitteilungen und die Entschließungen der Kammerversammlung der Ärztekammer Nordrhein auf einen Blick finden Sie hier.

Ärztliche Flüchtlingshilfe

Flüchtlinge in Deutschland Foto: picture alliance/AP Images/Hussein Malla

Rheinisches Ärzteblatt

Heft 11/2017

Titel 11/2017 Titelgestaltung: Eberhard Wolf

Titelthema

Ärztliche Kommunikation als medizinisches Handeln

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Dokumentation Kammersymposium zur Arzt-Patienten-Kommunikation

Ärztin spricht mit Patientin Foto: Westend61/fotolia.com 

Mitte September fand das Kammersymposium zur Arzt-Patienten-Kommunikation statt.

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