Mobbing in Klinik und Praxis

Kolleginnen und Kollegen, die ihre Probleme am Arbeitsplatz auf Mobbing zurückführen, können sich bei der Ärztekammer Nordrhein beraten lassen und gegebenenfalls eine berufsrechtliche Überprüfung oder ein Schlichtungsverfahren einleiten lassen.

Inhaltsübersicht

Entschließung des 101. Deutschen Ärztetages 1998 zu Mobbing

Berufsrecht, § 29 Abs. 1 - 4 der Berufsordnung der nordrheinischen Ärztinnen und Ärzte

Mobbing hat viele Gesichter - 45 typische Mobbing-Handlungen

Muster-Vereinbarung gegen Mobbing

Erfahrungsbericht der Mobbing-Beraterinnen der Ärztekammer Nordrhein

weitere KontaktadressenLinks zu Mobbing-Hilfsangeboten

weiterführende Literatur


Entschließung des 101. Deutschen Ärztetages 1998 zu Mobbing:

"In den Ärztekammern sollen Ansprechpartner für Mobbingfälle benannt werden. Diese verstehen sich zunächst als Schlichter, vertreten in ernsten Fällen den beantragenden Arzt im Sinne der Berufsordnung. Vertraulichkeit im Kontakt mit dem Arzt wird zugesichert, solange es der Betroffene wünscht."

Auf Grund dieses Beschlusses hat der Vorstand der Ärztekammer Nordrhein in seiner Sitzung am 5. August 1998 Mitarbeiterinnen für Fragen des Missbrauchs und der Repression in hierarchischen Arbeitsverhältnissen benannt.


Mobbing hat viele Gesichter - 45 typische Mobbing-Handlungen
(nach Prof. Dr. Heinz Leymann)

Angriffe auf Möglichkeiten, sich mitzuteilen:

  • Der Vorgesetzte schränkt die Möglichkeiten des Betroffenen ein, sich zu äußern.
  • Man wird ständig unterbrochen.
  • Kollegen schränken die Möglichkeiten des Betroffenen ein, sich zu äußern.
  • Anschreien oder lautes Schimpfen.
  • Ständige Kritik an der Arbeit.
  • Ständige Kritik am Privatleben.
  • Telefonterror.
  • Mündliche Drohungen.
  • Schriftliche Drohungen.
  • Kontaktverweigerung durch abwertende Blicke oder Gesten.
  • Kontaktverweigerung durch Andeutung, ohne dass man etwas direkt ausspricht.

Angriffe auf die sozialen Beziehungen:

  • Man spricht nicht mehr mit dem/der Betroffenen.
  • Man lässt sich nicht ansprechen.
  • Versetzung in einen Raum weitab von den Kollegen.
  • Den Arbeitskollegen/innen wird verboten, die/den Betroffene/n anzusprechen.
  • Man wird wie Luft behandelt.

Auswirkung auf das soziale Ansehen:

  • Hinter dem Rücken des Betroffenen wird schlecht über ihn gesprochen.
  • Man verbreitet Gerüchte.
  • Man macht jemanden lächerlich.
  • Man verdächtigt jemanden, psychisch krank zu sein.
  • Man will jemanden zu einer psychiatrischen Untersuchung zwingen.
  • Man macht sich über eine Behinderung lustig.
  • Man imitiert Gang, Stimme oder Gesten, um jemanden lächerlich zu machen.
  • Man greift die politische oder religiöse Einstellung an.
  • Man macht sich über das Privatleben lustig.
  • Man macht sich über die Nationalität lustig.
  • Man zwingt jemanden, Arbeiten auszuführen, die das Selbstbewusstsein verletzen.
  • Man beurteilt den Arbeitsplatz des Betroffenen in falscher oder kränkender Weise.
  • Man stellt die Entscheidungen des Betroffenen in Frage.
  • Man ruft ihm/ihr obszöne Schimpfworte oder andere entwürdigende Ausdrücke nach.
  • Sexuelle Annäherung oder verbale sexuelle Angebote.

Angriffe auf die Qualität der Berufs- und Lebenssituation:

  • Man zwingt jemanden, Arbeiten auszuführen, die das Selbstbewusstsein verletzen.
  • Man weist dem Betroffenen keine Arbeitsaufgaben zu.
  • Man nimmt ihm jede Beschäftigung am Arbeitsplatz, so dass er sich nicht einmal selbst Aufgaben ausdenken kann.
  • Man gibt ihm sinnlose Aufgaben.
  • Man gibt ihm Aufgaben weit unter seinem eigentlichen Können.
  • Man gibt ihm ständig neue Aufgaben.
  • Man gibt ihm "kränkende" Aufgaben.
  • Man gibt dem Betroffenen Arbeitsaufgaben, die seine Qualifikation übersteigen, um ihn damit in Misskredit zu bringen.

Angriffe auf die Gesundheit:

  • Zwang zu gesundheitsschädlichen Arbeiten.
  • Androhung körperlicher Gewalt.
  • Anwendung leichter Gewalt, zum Beispiel, um jemanden einen "Denkzettel" zu verpassen.
  • Körperliche Misshandlung.
  • Man verursacht dem Betroffenen Kosten, um ihm zu schaden.
  • Man beschädigt Eigentum oder vom Arbeitgeber anvertraute Sachen des Betroffenen.
  • Sexuelle Nötigung, Vergewaltigung.

weiterführende Literatur

  • Becker, C., Mertz, H.: Mobbing-Opfer sind nicht wehrlos. Herder, Freiburg 1998.
  • Bödecker, August-Wilhelm (Hrsg.): Mobbing - vom Erleben zur Krankheit ärztliche und rechtliche Aspekte. Martina Galunder-Verlag, Nümbrecht 2000.
  • Brommer, Ulrike: Psycho-Krieg am Arbeitsplatz und was man dagegen tun kann. Heyne 1995.
  • Diergarten, Eckhard: Mobbing. Wenn der Arbeitsalltag zum Alptraum wird. Bund-Verlag, Köln 1994.
  • Hesse, J., Schrader, H. C.: Krieg im Büro. Konflikte am Arbeitsplatz und wie man sie meistert. Frankfurt 1993.
  • Huber, Brigitte: Psychoterror am Arbeitsplatz. Falken-Verlag, Niedernhausen 1993/1994.
  • Kollmer, Norbert: Mobbing im Arbeitsverhältnis Forkel- Verlag, Heidelberg1997.
  • Leymann, Heinz: Mobbing. Psychoterror am Arbeitsplatz. Rowohlt, Reinbek 1993.
  • Leymann, Heinz (Hrsg.): Der neue Mobbingbericht. Erfahrungen und Initiativen, Auswege und Hilfsangebote. Rowohlt, Reinbek 1995.
  • Walter, Henry: Mobbing: Kleinkrieg am Arbeitsplatz. Campus, Frankfurt 1993.
  • Zuschlag, Berndt: Mobbing. Schikane am Arbeitsplatz. Hogrefe, Göttingen 1994.

Literatur für Betriebs-/Personalräte, Arbeitsschutzfachleute, Arbeitgeber

  • BG Norddeutsche Metall-Berufsgenossenschaft: Psychische Belastungen in der Arbeitswelt als Herausforderung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz. Hannover 1999.
  • Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA): Mobbing am Arbeitsplatz, Informationen, Handlungsstrategien, Schulungsmaterialien. Sonderschrift S 49, Dortmund/Berlin 1999.
  • DAG (Hrsg.): Mobbing – Psychoterror am Arbeitsplatz. Erkennen Lernen Helfen. Landesbildungswerk der DAG Berlin und Brandenburg e. V., Blissestr. 2 – 6, 10713 Berlin, Schutzgebühr 5,00 DM), Berlin 1999.
  • DAG: Arbeitsbedingungen menschengerecht gestalten. Hamburg 1998a (DAG, Holstenwall 5, 20355 Hamburg, Schutzgebühr 5,00 DM).
  • Esser, A., Wolmerath, M.: Mobbing. Der Ratgeber für Betroffene und ihre Interessenvertretung. Bund-Verlag, Köln 1997.
  • Kolodej, Christa: Mobbing. Psychoterror am Arbeitsplatz und seine Bewältigung. WUV-Universitätsverlag, Wien 1999.
  • Kratz, Hans-Jürgen: Mobbing, Erkennen – Ansprechen – Vorbeugen. Ueberreuter, Wien 1998.
  • Neuberger, Oswald: Mobbing. Übel mitspielen in Organisationen. München 1995.
  • Schauer, Renate: Mobbing. Kostspielige Kränkungen am Arbeitsplatz. Universum-Verlag, Wiesbaden 1998.
  • Nickel, U., Reiter-Mollenhauer, R. (Hrsg.): Psychische Belastungen in der Arbeitswelt. Dokumentation der Fachtagung am 11.11.98 in Wiesbaden, Wirtschaftsverlag NW, Bremerhaven 1999.
  • Oesterreich, R., Volpert W. (Hrsg.): Psychologie gesundheitsgerechter Arbeitsbedingungen, Konzepte, Ergebnisse und Werkzeuge zur Arbeitsgestaltung. Huber, Bern 1999.
  • Zapf, D., Knorz, C.: Mobbing – eine extreme Form sozialer Stressoren am Arbeitplatz. Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie, 40, 12-21, 1996.
  • Zapf, Dieter.: Mobbing in Organisationen – Überblick zum Stand der Forschung. Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie, 43 (N. F.17) 1,1-25, 1999.

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letzte Änderung am: 18.07.2013



Mobbing-Ansprechpartnerinnen in der ÄkNo

Dr. med. Brigitte Hefer
Telefon 0211 / 4302 2204
E-Mail Dr. Hefer@aekno.de

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Flüchtlinge in Deutschland

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Heft 10/2016

Titel 10/2016

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Moderne Medizin zwischen Erfahrung, Evidenz und Enhancement

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Krankenhausplanung Zwischenbilanz

Am Samstag, 3. September 2016, fand das Symposium "Krankenhausplanung NRW - eine Zwischenbilanz" im Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft statt. Ärztekammer, Landesgesundheitsministerium sowie Krankenhausgesellschaft und Krankenkassen nahmen Stellung zum Stand der Krankenhausplanung in NRW. Einige der gehaltenen Referate stehen zur Verfügung.

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Euskirchen: Resilienz - Krisenbewältigung und Selbstheilungskräfte in persönlicher und gesellschaftlicher Perspektive

Faktoren, die uns widerstandsfähig gegen Krisen machen, und Möglichkeiten, die eigene Resilienz zu stärken, stehen im Mittelpunkt des 15. Euskirchener Symposiums am Mittwoch, 5. Oktober 2016.

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Am 18. Juni 2016 veranstaltete die Ärztekammer Nordrhein das 5. Kammerkolloquium Kindergesundheit. Hauptthema: "Soziale Situation und Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen". Einige der Vorträge können auf der Homepage abgerufen werden.

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