Patient mit unklarem Pleuraerguss

Diagnostische und therapeutische Überlegungen - Folge 26 der Reihe Zertifizierte Kasuistik

von Walburga Engel-Riedel und Alexander Prickartz unter Mitarbeit von Franz H. Müsch

Anamnese

Ein 42-jähriger, bislang gesunder Patient klagte bei seinem Hausarzt über eine seit einigen Wochen zunehmende, inzwischen mäßig stark ausgeprägte Dyspnoesymptomatik bei körperlicher Belastung sowie über trockenen Husten. Weitere Beschwerden, etwa Hämoptysen oder B-Symptome (Gewichtsverlust, Fieber, Nachtschweiß) wurden verneint. Es bestand ein Nikotinabusus von rund 14 Pack years bis zum 30. Lebensjahr. Beruflich war der Patient seit Beginn der 90er Jahre als Angestellter auf einer Deponie mit wechselnden Arbeiten beschäftigt. In den ersten Monaten seiner Tätigkeit habe seine Aufgabe vor allem darin bestanden, den von LKWs abgekippten Bauschutt mit einem Raupenfahrzeug weiterzubewegen. Dabei sei stets sehr viel Staub angefallen.

Die durch den Hausarzt veranlasste radiologische Diagnostik (konventionelles Thorax-Röntgen, dann CT-Thorax mit Kontrastmittel) ergab einen ausgedehnten, rechtsseitigen Pleuraerguss sowie eine Verdickung der Pleurablätter dorsal und an das Mediastinum angrenzend (siehe Abbildung 1).

Erhobene Befunde

Bei der körperlichen Untersuchung sahen wir den 42-jährigen Patienten in sehr gutem Allgemein- und adipösem Ernährungszustand (188 cm, 115 kg, BMI 33 kg/m2). Auskultatorisch fiel ein abgeschwächtes Atemgeräusch über der rechten Lunge auf. Weitere pathologische Auffälligkeiten fanden sich nicht.

Laborchemisch ergaben sich als pathologische Werte Kreatinin 1,12 mg/dl (Ref. 0,50-1,10) und Gamma-GT 101 U/l (Ref. bis 65 U/l).

Die fiberoptische Bronchoskopie zeigte keine wegweisenden Auffälligkeiten.

Pleuraerguss

Abbildung 1. Foto: Lungenklinik Köln-Merheim

Bei der rechtsseitigen Thorakoskopie in Lokalanästhesie wurden zunächst rund 1,5 Liter schleimigen Pleuraergusses abgesaugt; anschließend fielen makroskopisch knotige Auflagerungen der Pleura parietalis im Bereich von Diaphragma und Perikard auf. Die mikroskopische Untersuchung der entnommenen Pleurabiopsien zeigte Infiltrate eines malignen Tumors mit epitheloiden Tumorzellen, die teilweise azinäre Strukturen ausbilden.

Dr. Walburga Engel-Riedel ist Fachärztin für Innere Medizin und Pneumologie und arbeitet als Oberärztin an der Lungenklinik Köln-Merheim, Kliniken der Stadt Köln.

Dr. Alexander Prickartz ist Facharzt für Innere Medizin und ist als Assistenzarzt an der selben Klinik tätig.

MedDir a. D. Dr. Franz H. Müsch ist Arbeitsmediziner und Pneumologe. 

Professor Dr. Malte Ludwig, Chefarzt der Abteilung Angiologie und Phlebologie, Gefäßzentrum Starnberger See am Benedictus Krankenhaus Tutzing, koordiniert und begleitet die Reihe inhaltlich.

Kurzanleitung zur „Zertifizierten Kasuistik“

Hinweis: Die 2 Fortbildungspunkte können über das System des Einheitlichen Informationsverteilers (EIV) Ihrem Punktekonto bei der Ärztekammer gutgeschrieben werden. Es werden Ihre Einheitliche Fortbildungsnummer, die Veranstaltungsnummer und die Anzahl der Punkte übermittelt.

via Rheinisches Ärzteblatt

Im ersten Rheinischen Ärzteblatt des Quartals werden jeweils veröffentlicht: der einführende Artikel zum Thema, der Fragenkatalog und die Lernerfolgskontrolle mit Bescheinigung.
Ausführliche Informationen zur Differenzialdiagnostik werden im Internet www.aekno.de in der
Rubrik Rheinisches Ärzteblatt/Fortbildung/Weiterbildung im Anschluss an den Artikel veröffentlicht.

Zum Erwerb der Fortbildungspunkte müssen mindestens 70 Prozent der Fragen richtig beantwortet werden. In dem Fall können die Fortbildungspunkte über den Elektronischen Informationsverteiler (EIV) dem elektronischen Punktekonto des Arztes bei seiner Ärztekammer automatisch gutgeschrieben werden, falls die Einheitliche Fortbildungsnummer/Barcode auf die Lernerfolgskontrolle aufgeklebt und das Einverständnis zur Datenübermittlung mit einem Kreuzchen dokumentiert worden ist.
Einsendeschluss: Die Lernerfolgskontrolle muss spätestens bis Sonntag, 28.11.2010 per Fax oder per Post eingegangen sein (Poststempel). Fax: 02 11/43 02-1 84 12, Postanschrift: Nordrheinische Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung, Tersteegenstr. 9, 40474 Düsseldorf.

Auflösung: im Rheinischen Ärzteblatt 12/2010 in der Rubrik Magazin.

via www.aekno.de

Die Zertifizierte Kasuistik findet sich auf der Homepage der Ärztekammer Nordrhein unter lokaler Link
www.aekno.de/cme.

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In dem geschlossenen Bereich finden sich

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letzte Änderung am: 27.09.2010



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