Gemeinsame Pressemitteilung der Ärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe, der Verbände der Krankenkassen Nordrhein-Westfalen und der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen

Qualitätsinitiative NRW: Gemeinsam auf einem neuen Weg

Münster, Düsseldorf, 22.9.2010. In der Sicherung der medizinischen Versorgungsqualität im Krankenhaus setzen sich die Krankenkassen und die Krankenhausgesellschaft in Nordrhein-Westfalen zusammen mit den Ärztekammern Westfalen-Lippe und Nordrhein für eine Modernisierung der Qualitätssicherung ein. Die „Qualitätsinitiative NRW“ will sich auf bestimmte zentrale Verbesserungsbereiche in der Krankenhausbehandlung konzentrieren. Das verkündeten die Vertragspartner auf der „8. Ergebniskonferenz NRW Qualitätssicherung im Krankenhaus“ am 22.9.2010 in Münster.

Die Beteiligten arbeiten an der Optimierung der Patientenversorgung. Gemeinsam setze man sich nun messbare Ziele, die innerhalb der nächsten zwei Jahre erreicht werden sollen. Damit werden erstmals über die kontinuierliche Qualitätsarbeit in jedem einzelnen Krankenhaus hinaus Gesamtziele für Nordrhein-Westfalen vereinbart. Dies bewertet die Initiative als „Meilenstein auf dem Weg zu einer gemeinsam getragenen Qualitätsstrategie“. Die geplante Nutzung von Routinedaten war bislang auf einzelne Krankenhausträger und Projekte mit Krankenkassen begrenzt. Die für die Qualitätssicherung im Krankenhaus verantwortlichen Institutionen in NRW betreten mit dieser Initiative Neuland.

Die seit über 25 Jahren in NRW durchgeführte externe Qualitätssicherung habe sich bewährt und zu einer deutlichen Qualitätsverbesserung in den Kliniken beigetragen, erklärt der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Theodor Windhorst. Mit Blick auf die anstehenden Verhandlungen über die zukünftige sektorenübergreifende Qualitätssicherung sei auch die weitere Beteiligung der Landesärztekammern an der Gestaltung der Qualitätssicherungs-Strukturen unerlässlich, wenn hohe Fachkompetenz und Unparteilichkeit erhalten werden sollen. „Es bleibt zu hoffen, dass die vorhandenen Strukturen der Qualitätssicherung auf Landesebene weiter genutzt werden und die Bundesärztekammer gleichberechtigt im Unterausschuss Qualitätssicherung des Gemeinsamen Bundesausschusses beteiligt wird. Nur dies ermöglicht eine adäquate Einbeziehung des dringend benötigten ärztlichen Sachverstandes. In den zu gründenden Landesarbeitsgemeinschaften für die sektorübergreifende Qualitätssicherung bzw. in deren Lenkungsgremien müssen die jeweiligen Landesärztekammern unbedingt einbezogen werden. Die Kammern haben sich gemäß Richtlinie 13 des Gemeinsamen Bundesausschusse in der Vergangenheit auf Landesebene in der Qualitätssicherung hochqualifiziert eingebracht und werden dies auch weiterhin tun.“

„Es muss gelingen, die Qualitätssicherung so weiterzuentwickeln, dass nicht nur der medizinische Eingriff im engeren Sinne im Fokus steht. Hier haben wir ein hohes Qualitätsniveau erreicht, das wir nicht ständig neu beweisen müssen“, erläutert Martin Litsch, Vorsitzender des Vorstandes der AOK Westfalen-Lippe und zugleich Vorsitzender des Lenkungsausschusses QS NRW. „Wir müssen jetzt den Schwerpunkt auf die Patientenperspektive richten: Die Behandlungsqualität muss ganzheitlich beurteilt werden. Neben dem medizinischen Eingriff gehört auch die korrekte Indikationsstellung und die entsprechende Nachsorge mit in die Qualitätsbewertung. Auf der Basis von Routinedaten kann das sektorübergreifend gelingen, ohne weitere bürokratische Hürden aufzubauen.“ Litsch betont, dass Qualitätssicherung von allen Beteiligten als Chance verstanden werden sollte, Verbesserungsprozesse zu identifizieren. Auf der Basis der in NRW sehr konstruktiven Zusammenarbeit zwischen den Leistungserbringern bestünden hierzu große Chancen. „Von NRW aus kann ein Zeichen zu mehr Pragmatismus und mehr Transparenz ausgehen“, prognostiziert der AOK-Vorsitzende.

Bereits zum 8. Mal werden die Ergebnisse der stationären Qualitätssicherung dem Fachpublikum und der Öffentlichkeit vorgestellt. „Die Krankenhäuser haben sich der Herausforderung gestellt und haben die gemeinsam von Kassen, Ärztekammern und KGNW getragene externe Qualitätssicherung als Chance begriffen, sich zu untereinander zu vergleichen, voneinander zu lernen und so die Qualität kontinuierlich zu verbessern. Teilweise in einem so nicht zu erwartenden Tempo“, sagte Matthias Blum, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen. „In einigen Bereichen sagen unsere medizinischen Expertengruppen, dass noch mehr möglich ist. Deshalb wollen wir ausgewählte Indikatoren zusammen mit den Kliniken besonders in den Blick nehmen.“


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letzte Änderung am: 30.09.2010



Ärztliche Flüchtlingshilfe

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Rheinisches Ärzteblatt

Heft 11/2017

Titel 11/2017 Titelgestaltung: Eberhard Wolf

Titelthema

Ärztliche Kommunikation als medizinisches Handeln

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