Niedergelassene Ärzte und Kliniken gründen Weiterbildungsverbund Rheinisch-Bergischer Kreis

Gemeinsam für den hausärztlichen Nachwuchs

Urkundenübergabe Verbundweiterbildung Bergisch Gladbach

Feierliche Urkundenübergabe an die Mitglieder des Hausärztlichen Weiterbildungsverbundes Rheinisch-Bergischer Kreis in Bergisch Gladbach durch den Vizepräsidenten der Ärztekammer Nordrhein, Bernd Zimmer (5. v.rl.), in Anwesenheit des Landerates Rolf Menzel (7. v. r.) und der Koordinatorin und Kreisstellenvorsitzenden Barbara vom Stein (3. v. r.) Foto: bre

Bergisch Gladbach, Düsseldorf, 19.1.2011. In vielen Gemeinden und Städten in den Regierungsbezirken Köln und Düsseldorf droht in den kommenden Jahren ein nachhaltiger Mangel an Hausärzten. Im Rheinisch-Bergischen Kreis steuern niedergelassene Ärzte und Kliniken in Kooperation mit der Ärztekammer Nordrhein in einem gemeinsamen Weiterbildungsverbund jetzt gegen: Mit dem Hausärztlichen Weiterbildungsverbund Rheinisch-Bergischer Kreis wollen sie die Zahl der Allgemeinmediziner über eine strukturierte und für angehende Allgemeinmediziner interessante Weiterbildung steigern. Im Kreis sind knapp 110 Allgemeinmediziner und rund 40 hausärztlich tätige Internisten niedergelassen.

Bei der feierlichen Übergabe der Urkunden für den Weiterbildungsverbund am 19. Januar 2011 im Kreishaus in Bergisch Gladbach dankte der Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein, Bernd Zimmer, der selbst Hausarzt mit geriatrischer Qualifikation ist, den Beteiligten für ihr Engagement. „Nach den Zahlen des Bundesarztregisters sind etwa 20 Prozent der niedergelassenen Hausärztinnen und Hausärzte über 60 Jahre alt“, erläuterte Zimmer die Notwendigkeit verstärkter Anstrengungen bei der hausärztlichen Weiterbildung. „Im Kammerbezirk Nordrhein müssten bei circa 6.000 hausärztlich tätigen Kolleginnen und Kollegen jährlich 200 neue Ärztinnen und Ärzte nachrücken, um diese Lücke zu schließen.“ Derzeit liege die Zahl lediglich bei 100 Kolleginnen und Kollegen pro Jahr. Umso wichtiger seien nachhaltige Programme wie die Hausärztlichen Weiterbildungsverbünde, die an vielen Orten und Regionen Nordrheins entstehen.

Die Ärztekammer Nordrhein unterstützt die Verbundweiterbildung Allgemeinmedizin. Der Vizepräsident sagte: „Es muss alles unternommen werden, um den Beruf des Hausarztes für den medizinischen Nachwuchs wieder anstrebenswert zu machen“. Zimmer zeigte sich darüber erfreut, dass die Ärzteschaft im Rheinisch-Bergischen Kreis Weiterbildungsengagement zeigt.

Am Hausärztlichen Weiterbildungsverbund Rheinisch-Bergischer Kreis nehmen derzeit das Evangelische Krankenhaus und das Marien-Krankenhaus in Bergisch Gladbach, das Vinzenz Pallotti Hospital in Bensberg, das Krankenhaus Wermelskirchen sowie sechs allgemeinmedizinische Praxen und Gemeinschaftspraxen teil.

Mit der nun eingegangenen Kooperation bekennen sich Kliniken und niedergelassene Ärzte zu ihrer Verantwortung für eine hoch stehende allgemeinmedizinische Weiterbildung zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger im Kreis.

Die Vorsitzende der Kreisstelle Rheinisch-Bergischer Kreis der Ärztekammer Nordrhein, Barbara vom Stein, zeigte sich darüber erfreut, dass es gelungen sei, sämtliche Krankenhäuser des Kreises und zahlreiche niedergelassene Kolleginnen und Kollegen für die Teilnahme an der Verbundweiterbildung zu begeistern.

Zimmer sagte bei der Urkundenübergabe: „Ich hoffe, dass durch diese qualitative und organisatorische Verbesserung der Weiterbildungsbedingungen und in Verbindung mit den höheren Förderzuschüssen mehr Ärztinnen und Ärzte sich für den Facharzt für Allgemeinmedizin entscheiden.“

Für Assistenzärzte, die Allgemeinmediziner werden wollen, bietet die Verbundweiterbildung künftig eine Reihe von Vorteilen:

So verpflichten sich die Partner im Hausärztlichen Weiterbildungsverbund zu einem gemeinsamen, verbindlichen Curriculum über die gesamten fünf Jahre der Weiterbildung. Damit gewinnen die Ärzte in Weiterbildung Planungssicherheit. Feste Ansprechpartner sowie eine über alle Abschnitte gesicherte Vergütung sind weitere Aspekte, die für die ärztliche Weiterbildung zum Hausarzt im Rheinisch-Bergischen Kreis sprechen. Durch das Weiterbildungsangebot in einer Region entfällt auch der sonst häufige Wohnortwechsel; ein weiterer Vorteil für angehende Allgemeinmediziner in der Verbundweiterbildung.

Eine Übersicht der teilnehmenden Kliniken und Praxen am Hausärztlichen Weiterbildungsverbund Rheinisch-Bergischer Kreis findet sich im Internet unter

lokaler Link www.aekno.de/Verbundweiterbildung/Rheinisch-Bergischer-Kreis.

Eine Liste der insgesamt 18 Weiterbildungsverbünde in Nordrhein findet sich im Internet unter

lokaler Link www.aekno.de/Verbundweiterbildung.

bre


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letzte Änderung am: 11.03.2011



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