48. Hausärztlicher Weiterbildungsverbund in Geldern gegründet

Gruppenbild Urkundenübergabe Hausärztlicher Weiterbildungsverbund Geldern

Feierliche Urkundenübergabe an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 48. hausärztlichen Weiterbildungsverbundes Geldern im Kreis Kleve. Der Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein Bernd Zimmer (1. Reihe, 4. v. r.) gratulierte dem Kaufmännischen Direktor des St.-Clemens-Hospitals, Christoph Weß. Mit aus der Taufen hoben den Verbund auch Landrat Wolfgang Spreen (1. Reihe, 3.v. l.) und Gelderns Bürgermeister Ulrich Janssen (Bildmitte hinten). Foto: Jürgen Brenn

Düsseldorf, Geldern 13.8.2015. Mit der feierlichen Urkundenübergabe wurde am Donnerstag, 13. August 2015, der 48. Hausärztliche Weiterbildungsverbund - Geldern im Kreis Kleve aus der Taufe gehoben. Damit arbeiten in den 48 nordrheinischen Weiterbildungsverbünden 101 Krankenhäuser und rund 400 Praxen für den Nachwuchs an Allgemeinmedizinern.

„Der Ärztemangel betrifft gerade in ländlichen Regionen die Allgemeinmedizin und gefährdet damit die hausärztliche Versorgung“, sagte Bernd Zimmer, Vizepräsident der Ärztekammer Nordrhein, anlässlich der Urkundenübergabe in Geldern. „Die Verbundweiterbildung erleichtert jungen Ärztinnen und Ärzten den Einstieg in die Allgemeinmedizin.“ Karl-Dieter Menzel, Leiter der Weiterbildungsabteilung der Ärztekammer: „Durch die Gründung des Gelderner Verbundes wird die Lücke zwischen dem nördlichen Ruhrgebiet und der niederländischen Grenze geschlossen.“

„Die vorgegeben Lerninhalte sind sehr breit gefächert und durch ein Krankenhaus oder eine Praxis allein nicht abzudecken. Notwendig sind beispielsweise Einsätze in der Inneren Medizin und in der Chirurgie, die Durchführung von Vorsorgeuntersuchungen und Hausbesuchen sowie die Betreuung chronisch Kranker und Langzeiterkrankter“, sagte Dr. Joachim Sitz, Chefarzt für Innere Medizin am St.-Clemens-Hospital in Geldern.

Hausärztliche Weiterbildungsverbünde entlasten die Jungärzte von der Planung der umfassenden Ausbildungsbausteine. Denn: „Gemeinsam mit den Hausärzten bieten wir eine regionale Komplettlösung mit eigenem Lehrplan für die gesamte Ausbildungsdauer“, erklärte Sitz. Der Ärztliche Direktor, Rubertus Schnabel, hofft, dass sich die Verzahnung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung durch den Verbund so gestaltet werden könne, dass sie als nahtlos empfunden werde.

Insgesamt 13 niedergelassene Ärzte in Geldern, Issum, Kevelaer, Straelen und Wachtendonk beteiligen sich an dem Verbund. In ihren Praxen absolviert der Hausarztnachwuchs eine zweijährige Ausbildungszeit. Weitere drei Jahre entfallen auf die Weiterbildung im Krankenhaus.

Vorteile des Konzepts der Verbundweiterbildung sind ein gemeinsames Curriculum, eine gesicherte Vergütung über die gesamten fünf Jahre der Weiterbildung und eine individuelle Betreuung. Die Zulassung zum Facharzt für Allgemeinmedizin ist Voraussetzung, um sich als Hausarzt niederzulassen. Innerhalb der insgesamt fünfjährigen Facharztweiterbildung absolvieren die Kandidaten in der Regel drei Jahre in der Klinik und zwei bei niedergelassenen Hausärzten. So lernen die Ärzte in Weiterbildung die Anforderungen an den Beruf des Allgemeinmediziners sowie die lokalen Strukturen umfassend kennen, ohne sich neu zu bewerben oder den Wohnort wechseln zu müssen.

Eine Übersicht der teilnehmenden Klinik und Praxen am Hausärztlichen Weiterbildungsverbund Geldern findet sich im Internet unter

lokaler Link www.aekno.de/Verbundweiterbildung/Geldern

Eine Liste aller Weiterbildungsverbünde in Nordrhein findet sich im Internet unter

lokaler Link www.aekno.de/Verbundweiterbildung.

lokaler Link Testimonial hochladen und für den Hausarztberuf werben

Zum Hintergrund

Nach den Zahlen des Bundesarztregisters sind etwa 20 Prozent der niedergelassenen Hausärztinnen und Hausärzte über 60 Jahre alt. Im Kammerbezirk Nordrhein müssten bei circa 6.000 hausärztlich tätigen Kolleginnen und Kollegen jährlich 200 neue Ärztinnen und Ärzte nachrücken, um diese Lücke zu schließen. Derzeit liegt die Zahl lediglich bei 100 Ärztinnen und Ärzten pro Jahr. Umso wichtiger sind nachhaltige Programme wie die Hausärztlichen Weiterbildungsverbünde, die in vielen Orten und Regionen Nordrheins entstehen.

bre/St.-Clemens-Hospital


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letzte Änderung am: 14.08.2015



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