Ärztekammer Nordrhein trauert um Dr. Dieter Mitrenga

Düsseldorf, 27.7.2017.
Dr. Dieter Mitrenga     Foto: Till Erdmenger

Dr. Dieter Mitrenga                                     Foto: Till Erdmenger

Die Ärztekammer Nordrhein trauert um ihr langjähriges Vorstandsmitglied Dr. Dieter Mitrenga, der am 25. Juli im Alter von 77 Jahren gestorben ist. „Mit Dieter Mitrenga verlieren wir einen treuen Freund und Wegbegleiter“, sagte der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Rudolf Henke, „mit seinem außerordentlichen Engagement, seiner großen fachlichen Kompetenz und seiner zutiefst menschlichen Zuwendung hat er die Arbeit unserer Kammer und die ärztliche Selbstverwaltung in Deutschland über viele Jahre in besonderer Weise geprägt.“

Dieter Mitrenga gehörte dem Kammervorstand von 1977 bis 2009 an, in den Jahren von 1978 bis 2014 leitete er die Weiterbildungsgremien der Kammer. Als nordrheinischer Vertreter wirkte er bei der Bundesärztekammer an mehreren (Muster-)Weiterbildungsordnungen mit. Bereits 1990 erhielt er vom Vorstand der Bundesärztekammer wegen seiner besonderen Verdienste um die ärztliche Fortbildung die Ernst-von-Bergmann-Plakette. In Köln, wo er über lange Jahre Vorsitzender der Bezirksstelle war, organisierte und moderierte er an die 200 ärztliche Fortbildungen. Daher bezeichnete das Rheinische Ärzteblatt ihn anlässlich seines 70. Geburtstages als „Superminister für Weiterbildung und Fortbildung“ der Ärztekammer Nordrhein. Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie würdigte ihn als ihren „außenpolitischen Sprecher“.

„Dieter Mitrenga hat sich um die medizinische Versorgung der Bevölkerung, um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Ärztinnen und Ärzten, die ärztliche Selbstverwaltung und um das Gemeinwohl in der Bundesrepublik Deutschland in hervorragender Weise verdient gemacht“, heißt es in der Laudatio zur Verleihung der Paracelsus-Medaille. Mit dieser höchsten Auszeichnung der deutschen Ärzteschaft für verdiente Ärzte wurde Mitrenga im Mai 2015 beim 118. Deutschen Ärztetag geehrt. Seine berufspolitische Heimat war der Marburger Bund, in den er bereits als Student eintrat. Die Klinikärztegewerkschaft verlieh ihm im Jahr 2007 die seltene Ehrenmitgliedschaft.

Von 1983 bis 2007 leitete Dieter Mitrenga im Krankenhaus der Augustinerinnen in Köln als Chefarzt die Abteilung Innere Medizin im Kollegialsystem mit Professor Dr. Rudolf Thoma, bis Ende 2015 war er Ärztlicher Direktor des „Severinsklösterchens“. Seit Mitte der 1980er-Jahre hatte Mitrenga auch dem Schwerpunkt für die Behandlung von Menschen mit HIV und AIDS vorgestanden. Insbesondere den Einsatz für diese Patienten würdigte der Bundespräsident im Jahr 2013 mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse. Als Vorsitzender der Landeskommission AIDS beriet der Kölner Internist bis zuletzt die nordrhein-westfälische Landesregierung. Auch gehörte er dem Fachbeirat der Deutschen AIDS-Stiftung an.

Dieter Mitrenga wurde am 6. Juli 1940 im oberschlesischen Ratibor geboren. Er studierte in Köln Medizin und legte 1967 das Staatsexamen ab, erhielt 1970 die Approbation und war 1970/71 Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der Medizinischen Hochschule Hannover. Von 1972 bis 1982 arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent an der Medizinischen Klinik der Universität zu Köln bei Professor Dr. Rudolf Gross. 1978 erwarb er die Anerkennung als Facharzt für Innere Medizin, dann die Teilgebietsbezeichnungen Nephrologie (1980) und Rheumatologie (1982).

Dieter Mitrenga war seit 1965 mit seiner Frau Ingrid verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. „Mitrengas sind viel unterwegs in Oper und Konzert, das ist das Schönste“, sagte er dem Rheinischen Ärzteblatt vor ein paar Jahren. Mitunter traf man Dieter Mitrenga auch im RheinEnergie-Stadion beim „FC“ oder in der KölnArena bei den „Haien“. Ruhe fand er auf seiner Hütte im Westerwald.

„Mit humorvoller Freundlichkeit, Geduld und wo nötig auch Beharrlichkeit hatte er bei allen gesundheits- und berufspolitischen Anliegen stets den einzelnen Menschen im Blick“, sagte Kammerpräsident Rudolf Henke, „das wird unser bleibendes Andenken an ihn prägen.“ ÄkNo/uma


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letzte Änderung am: 27.07.2017



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