Ärzte-Interessen gemeinsam vertreten
Dr. Peter Potthoff (r.) und Bernhard Brautmeier
erkennen an: Über Fachgruppen und Berufsverbände
hinweg haben Ärzte und Psychologische
Psychotherapeuten Einigkeit und Handlungsbereitschaft
bewiesen. Foto: Hanne Engwald
Es bleibt spannend, liebe Kolleginnen und Kollegen: Die nächste und vermutlich entscheidende Verhandlungsrunde zwischen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und dem GKV-Spitzenverband zur Honorierung der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte findet nun erst am 4. Oktober statt. Von dieser Nachricht wurden wir wenige Augenblicke vor der jüngsten Vertreterversammlung der KV Nordrhein am 14. September überrascht. Und doch haben wir auf der Versammlung selbst und auch in den Tagen davor ein wichtiges Ergebnis erzielt: Wir haben über die Fachgruppen und Berufsverbände hinweg Einigkeit und Handlungsbereitschaft bewiesen.
Das war und ist enorm wichtig. Und es ist ein bedeutsames Signal an die Kassen, die darauf gesetzt haben, dass unsere Forderung nach einer angemessenen Erhöhung der Vergütung unter der Last einer veröffentlichten Meinung, die die niedergelassenen Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten gerne als nimmersatte Absahner etikettiert, zusammenbricht. Doch das Gegenteil war der Fall: Solidarisch wie selten zuvor haben die Ärzte klar gemacht, dass sie nicht alles mit sich machen lassen – und ganz sicher keiner „Erhöhung“ des Orientierungspunktwerts um 0,9 Prozent zustimmen, die de facto eine Minusrunde bedeuten würde. Dass die KBV die Gespräche mit dem GKV-Spitzenverband nach dem Schiedsspruch auf Eis gelegt hat, war nur möglich, weil sie die Kassenärzte und -psychotherapeuten bundesweit hinter sich wusste.
Auch hier in Nordrhein durften wir mit Genugtuung erfahren, dass unsere Mitglieder im Konflikt um die künftige Honorierung eng zusammenstehen. Mit Blick auf die öffentliche Darstellung unserer Forderungen gibt es jedoch einen Wermutstropfen. So ignoriert die Berichterstattung beharrlich die systematische Unterfinanzierung der ambulanten Versorgung und reduziert den Honorarkonflikt auf eine innerärztliche Fehlverteilung. Gleichwohl: Die unmissverständliche Haltung der Ärzteschaft hat unserer Sache sehr genutzt und nicht nur symbolisch Wirkung gezeigt. Auch wenn unsere Nadelstiche mit dem bundesweit verabredeten „Bürokratieabbau“ in den Praxen manchem nicht weit genug gingen, haben wir bewiesen: Wir sind im Zusammenspiel der Selbstverwaltung und der ärztlichen und psychotherapeutischen Verbände in der Lage, unseren Protest schnell und effektiv in großem Maßstab zu organisieren. Und wir können protestieren, ohne primär unseren Patienten zu schaden – das ist wichtig, denn die Patientinnen und Patienten sind nicht unsere Gegner, sondern unsere Verbündeten in der Auseinandersetzung um eine zukunftsfähige ambulante Versorgung.
Genau deshalb kämpfen wir für vernünftige Arbeitsbedingungen, für Investitionen in die Praxen, für den Erhalt von Arbeitsplätzen und insbesondere für eine gute Versorgung unserer Patienten. Für sie brauchen wir mehr Zeit und eine Vergütung, die unsere Leistungen angemessen widerspiegelt. Es ist höchste Zeit, dass sich auch die Kassenvorstände ihrer vornehmsten Funktion als Anwälte der gesetzlich Versicherten erinnern und in den Fortbestand und die Zukunft der ambulanten Versorgung investieren, die in puncto Qualität und Versorgungssicherheit international noch immer ihresgleichen sucht. Die große Einigkeit auf Seiten unserer Kolleginnen und Kollegen hat gezeigt, dass dieses Ziel die gemeinsame und tragfähige Grundlage für unser Handeln und Streiten bildet. Das macht Mut.
letzte Änderung am: 25.09.2012
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Rheinisches Ärzteblatt
Heft 3/2013
Titelthema
Bewegung als Medizin: Startschuss für Modellprojekt in Köln
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Am Samstag, 15. Juni 2013 findet zwischen 9 und 17.00 Uhr die Fachtagung zum Thema Weibliche Genitalbeschneidung - Medizinische Versorgung und Prävention im Gesundheitsbereich im Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft statt.
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