Fluglärm: „Das Ohr schläft nicht“

Die Ärzteinitiative für ungestörten Schlaf e. V. hat kürzlich spezielle Landkarten veröffentlicht, die den Zusammenhang zwischen nächtlichem Fluglärm und bestimmten Krankheiten plastisch verdeutlichen. Die Karten enthalten Daten zu 388 Ortsteilen im Rhein-Sieg-Kreis. Sie beruhen auf Untersuchungsergebnissen einer epidemiologischen Studie zu Fluglärm in den umliegenden Gemeinden des Köln/Bonner Flughafens. Der Bremer Epidemiologe Professor Dr. Eberhard Greiser hat Informationen über Arzneimittelverschreibungen geografisch mit Daten zu nächtlichem Fluglärm im Rhein-Sieg-Kreis verglichen. Greiser konnte zeigen, dass in Gebieten, wo nächtlicher Fluglärm auftritt, mehr Blutdrucksenker und Herz-Kreislauf-Medikamente verschrieben wurden (siehe auch Rheinisches Ärzteblatt 1/2007, S. 19). Diese Beziehung zwischen Medikation und erhöhtem Fluglärm verdeutlichen nun die grafisch aufbereiteten Landkarten, die im Internet unter www.aefusch.de zu finden sind.

Fluglaermgrafik

Überdurchschnittlich viele Blutdrucksenker und Herz-Kreislaufmedikamente werden Patienten verschrieben, die in Regionen mit hoher nächtlicher Fluglärmbelastung (rote und orange
Flächen) leben.

Dr. Gerda Noppeney, Vorsitzende der Ärzteinitiative für ungestörten Schlaf, sagte in Siegburg, dass die Studie „harte Fakten für einen Kausalitätszusammenhang“ zwischen nächtlichem Fluglärm und Hypertonie liefere. Ebenso spreche die Plausibilität dafür, da ein erhöhter Blutdruck ein Stresssymptom sei. Lärm sei als Stressor bekannt, der sich negativ auf die Gesundheit auswirke, auch wenn sich die Menschen nicht vom Fluglärm gestört fühlten. Dieser Vorgang laufe autonom ab. „Das Ohr schläft nicht“, sagte die Vorsitzende. Die Ärzteinitiative fordert daher aktiven Lärmschutz und die Einhaltung einer Kernruhezeit am Flughafen Köln/Bonn.

Internetlink www.aefusch.de

bre

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letzte Änderung am: 28.04.2009



Rheinisches Ärzteblatt
Heft 09/2010

Titel 9/2010

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