Gesunde Ärzte, gesundes Land, gekränkte Ärzte …?
Der Vorwurf des AOK-Bundesverbandes,
dass Vertragsärztinnen und Vertragsärzte
zu wenig arbeiten, ist absurd, sagen
meine Patienten. Foto: ÄkNo/Erdmenger
Wir Ärzte, nicht die Kassenmitarbeiter, haben einen so niedrigen Krankenstand und stehen damit ständig für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung ein. Damit dies so bleiben kann, lassen Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, sich nicht kränken.
Statt wie im September geschehen den unredlichen Vorwurf zu erheben, dass wir Ärztinnen und Ärzte zu Lasten der Patienten zu wenig arbeiten würden, sollte sich der AOK-Bundesverband lieber um die wirklichen Probleme kümmern. Tatsache ist: Patienten mit bedrohlichen Beschwerden werden unverzüglich in der strukturierten Zusammenarbeit aller Versorgungsebenen behandelt.
Wartezeiten als Ausdruck fehlender Arztzeit für Patienten sind die Folge chronischer Unterfinanzierung des Krankenhauses und der vertragsärztlichen Versorgung sowie überbordender, krankmachender Bürokratie – inklusive permanent neuer, aber leider nicht leistungsgerechter Honorarsysteme. Auch Verträge, die ärztliche Einkommen in relevantem Umfang an Betriebsgewinne koppeln, sind geeignet, die Gesundheit als Arzt zu gefährden.
Ärzteschaft, Landes- und Bundesregierung sind sich in einem Ziel einig: Der Arztberuf muss wi eder attraktiver werden. Doch die Kassen leugnen unisono den drohenden Mangel an Arzt-Patientenzeit und haben das Gebot der Stunde nicht erkannt, wieder mehr junge Menschen für den Arztberuf in der unmittelbaren Patientenversorgung zu begeistern.
Stattdessen setzen sie mit verbalen Ausfällen wie denen der AOK ein verheerendes Signal. Wie sollen gerade die Kolleginnen und Kollegen gesund bleiben, die im aufreibenden Versorgungsgeschehen der Notfallambulanzen, an OP-Tischen, bei Endoskopien, auf Intensivstationen oder in Praxen mit unplanbaren Notfällen und stark wechselndem Patientenaufkommen ihren unverzichtbaren Dienst tun? Gehen nicht viele hochmotivierte Kolleginnen und Kollegen zum Selbstschutz weg aus diesen urärztlichen Tätigkeitsfeldern? Sehen sie sich patientenfern besser gesundheitlich geschützt? Zeigen andere Länder hier mehr Wertschätzung? Auch in Deutschland verdienen Ärztinnen und Ärzte jene Anerkennung, die ihrem Wissen, ihrem Können, ihrer Verantwortung und ihrem engagierten Einsatz für die Patientinnen und Patienten, nicht zuletzt zur Sicherung des sozialen Friedens, gerecht wird.
Wir brauchen Vertrauen und kein Schlechtreden unseres Berufes, das nur einer Entfremdung der Kollegenschaft von ihrer Berufung den Weg bahnt. Was wir für eine gute Patientenversorgung brauchen, sind bessere Arbeitsbedingungen in Praxis und Krankenhaus einschließlich einer gesunderhaltenden Wertschätzung unseres beruflichen Handelns.
Die Ärzteschaft ist auch immer weniger bereit, das Privatleben völlig zu vernachlässigen. Niemand kann von uns erwarten, dass wir uns selbstzerstörend in Klinik und Praxis ausbeuten. Eine bessere Vereinbarkeit von Familienleben und Beruf tut dringend not.
Die Zufriedenheit mit dem Beruf hängt entscheidend davon ab, ob wir unsere tagtägliche Arbeit als ärztlich empfinden im Sinne des ärztlichen Gelöbnisses. Bei den jährlichen Begrüßungsveranstaltungen unserer Kammer erlebe ich ungebrochen ein tiefes Bedürfnis zur Orientierung an den ärztlichen Grundwerten auch bei unseren neuen Mitgliedern.
Eine Kernfrage lautet daher: Besteht die ärztliche Arbeit in der Zukunft darin, die richtigen Entscheidungen für den einzelnen Patienten zu finden − oder wird immer mehr Arztzeit benötigt, diese als richtig erkannten Entscheidungen im Irrgarten von Regelungen, Zuständigkeiten und Bedrohungen überhaupt für den Patienten durchzusetzen?
Hier liegt der Schlüssel zu besserer Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen und nicht zuletzt der gesamten Bevölkerung. Genießen Sie jeden Ihrer Erfolge in der täglichen Patientenversorgung, jedes Dankeschön eines Patienten, sie haben es verdient und es hält Sie gesund.
letzte Änderung am: 19.09.2011
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Rheinisches Ärzteblatt
Heft 3/2013
Titelthema
Bewegung als Medizin: Startschuss für Modellprojekt in Köln
Fachtagung: Weibliche Genitalbeschneidung

Am Samstag, 15. Juni 2013 findet zwischen 9 und 17.00 Uhr die Fachtagung zum Thema Weibliche Genitalbeschneidung - Medizinische Versorgung und Prävention im Gesundheitsbereich im Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft statt.
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Am Samstag, 22. Juni 2013 veranstaltet die Ärztekammer Nordrhein ein Symposium zum Thema "Aktuelle Infektionskrankheiten" im Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft. Die Veranstaltung beginnt um 10.30 Uhr und endet um 14.30 Uhr.
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Am Samstag, 29. Juni 2013 veranstaltet die Ärztekammer Nordrhein das 3. Kammerkolloquium zum Thema "Kindergesundheit". Die Veranstaltung beginnt um 10.00 Uhr im Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft.
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Rund 100 junge Ärztinnen und Ärzte folgten der Einladung ins Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft. Die Ärztekammer Nordrhein hat zum fünften Mal neue Mitglieder mit einer eigenen Veranstaltung begrüßt.
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