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Bewegungsmangel in Zahlen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichte 2018 die Ergebnisse einer Langzeitstudie zur globalen Gesundheitssituation in der medizinischen Fachzeitschrift "The Lancet". Über einen Zeitraum von 15 Jahren (2001 bis 2016) wurden in 358 Umfragen, mit knapp 1,9 Millionen Teilnehmern aus 168 Ländern Daten erhoben.

Die Zahlen zeigten, dass seit 2001 weltweit keine wirkliche Verbesserung der körperlichen Aktivität stattgefunden hat. Der Studie zufolge waren mehr als 1,4 Milliarde Erwachsene von dem Risiko betroffen, im Laufe ihres Leben an einer Krankheit zu erkranken , die auf Bewegungsmangel zurückzuführen ist. 32 Prozent der Frauen und 23 Prozent der Männer bewegten sich 2016 nicht genug. Sie kamen meist aus einkommensstarken Ländern (37 Prozent). Laut der Studie gehörte Deutschland mit Argentinien, Brasilien, den USA und Neuseeland zu den Ländern mit dem höchsten prozentualen Anstieg an körperlicher Inaktivität. Daraufhin startete die WHO den sogenannten "global physical activity plan 2018 - 2030". Der Aktionsplan soll dabei helfen, den weltweiten Bewegungsmangel bis 2030 um 15 Prozent zu senken. 

WHO-Empfehlungen für Erwachsene (mindestens pro Woche):

  • 150 Minuten Bewegung (moderate Intensität) oder
  • 75 Minuten intensives Sporttraining 

Ein aktiver Lebensstil kann den sozialen Zusammenhalt in Städten und Gemeinden unterstützen (beispeilsweise durch gemeinsame, lokale Sport- und Tanzvereine). Zudem lassen sich neue soziale Kontakte knüpfen. Ob Menschen letztendlich mehr Bewegung in ihren Alltag integrieren, ist unter anderem von der baulichen und natürlichen Umwelt, in der sie leben, abhängig. Außerdem spielen das soziale Umfeld und persönlichen Faktoren, wie Geschlecht, Alter, individuelle Fähigkeiten und Motivation eine große Rolle.

Die Ärztekammer Nordrhein und die Deutsche Sporthochschule Köln haben im Rahmen einer Pilotstudie untersucht, ob und inwieweit die Förderung eines aktiven Lebensstils von bewegungsarmen Patienten in der Hausarztpraxis gelingen kann und welche Instrumente dazu eingesetzt werden können. Einen Artikel zum Abschlussbericht aus dem Rheinischen Ärzteblatt finden Sie hier.

Quelle

Für Patientinnen und Patienten

Im Rahmen der Initiative 10.000 Schritte für Ihre Gesundheit hat die Ärztekammer Nordrhein Informationsmaterialien erstellt.

Flyer (2019)

Plakat (2019)