"Sicher und Mobil im Alter" - Sturzprävention in stationären Einrichtungen der Altenpflege


­Inhaltsübersicht

Ziel

Hintergrund

Beteiligte und Kooperationspartner

Bausteine (u.a. Kraft- und Balancetraining)

Initiative in ambulanten Seniorenbegegnungsstätten


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Ziel

Ziel war es, durch die Vermeidung von Stürzen und sturzbedingten Verletzungen bei in stationären Einrichtungen der Altenpflege lebenden Senioren Mobilität und Selbständigkeit zu erhalten bzw. zu verbessern und damit zu einer erhöhten Lebensqualität beizutragen.

Hintergrund

Epidemiologie von Stürzen und sturzbedingten Verletzungen

  • 50% der Heimbewohner stürzen mindestens einmal pro Jahr.
  • Als Sturzfolge entstehen in 10 - 20% der Fälle behandlungsbedürftige Verletzungen, in 1 - 2% der Fälle Hüftfrakturen.
  • In Deutschland ereignen sich pro Jahr rund 120.000 Hüftfrakturen, davon sind 90% sturzbedingt. 90% der Hüftfrakturen erleiden Personen, die über 65 Jahre alt sind.

Folgen von Hüftfrakturen

  • 50% der Betroffenen erlangen ihre ursprüngliche Beweglichkeit nicht zurück.
  • 20% werden ständig pflegebedürftig.
  • Die Betroffenen haben Angst, erneut zu stürzen, und verlieren so Selbstvertrauen im Alltag.
  • Die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen sinkt.
  • Die direkten Kosten für die unmittelbare Behandlung (ohne indirekte und Folgekosten) liegen in Deutschland bei über einer Milliarde Euro pro Jahr.

Sturzassoziierte Faktoren und Präventionsansätze

  • Das Sturzrisiko ist bei Frauen im Alter höher als bei Männern. Es ist erhöht in höherem Alter, bei vorausgegangenem Sturz und bei Gangstörung.
  • Weitere personenbezogene, umgebungsbezogene und verhaltensbedingte Faktoren sind dokumentiert.
  • Viele sturz- und frakturpräventive Maßnahmen werden diskutiert; die Wirksamkeit ist teilweise unklar.
  • Wichtig ist ein positiver Ansatz von Präventionsmaßnahmen und die Einbeziehung aller Beteiligten (Senioren, Angehörige, Betreuer, Ärzte)

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Beteiligte und Kooperationspartner

Das Angebot wurde von der Ärztekammer Nordrhein (unter Mitwirkung des Ausschusses Prävention und Gesundheitsberatung) initiiert und mit verschiedenen Kooperationspartnern und Förderung von BKK Bundes- und Landesverband NRW und der BKK Deutsche Bank umgesetzt. Modellregionen waren u.a.

  • Düsseldorf,
  • Mönchengladbach,
  • Viersen,
  • Kreis Heinsberg und
  • Rhein-Kreis Neuss.

Nach den zweijährigen Projektphasen wurde das Angebot in den einzelnen Regionen von den beteiligten Institutionen ohne Begleitung der Ärztekammer Nordrhein fortgesetzt. Zur Information können Sie den dazu genutzten Informationsflyer einsehen:

Flyer "Sicher und mobil" im Rhein-Kreis Neuss (639,55 KB)

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Bausteine

  • Kraft- und Balancetraining (Gruppenangebot) durch spezifisch qualifizierte Trainer.
  • Einbeziehen von betreuenden Ärztinnen und Ärzte.

Kraft und Balancetraining

Ausreichende Muskelkraft und ein gutes körperliches Balancegefühl sind wichtige Komponenten für das sichere Gehen und können somit helfen, Stürze zu vermeiden.
Früher galt körperliche Betätigung im Alter als wenig sinnvoll oder sogar potentiell riskant. Jedoch können auch hochbetagte Menschen ihre Kraft und Balance durch Übungen im Alltag mit einfachen Hilfsmitteln (Kleingeräte wie Handgewichte und Gewichtsmanschetten) mit Erfolg verbessern.

Im Rahmen des Angebots haben stationäre Einrichtungen der Altenpflege ihren Bewohnern ein Training angeboten, das durch qualifizierte Trainer angeleitet wurde. In Gruppen von 6 bis 8 Personen wurde mindestens einmal pro Woche Kraft und Balance geübt.

Das Kraft- und Balancetraining kann über die Homepage www.aktivinjedemalter.de abgerufen werden (Stichwort "Mobilitätstraining").

www.aktivinjedemalter.de