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Aktueller Jahresbericht der Ärztlichen Stelle


Radiologie, Strahlentherapie und Nuklearmedizin

Der Betrieb der Ärztlichen Stellen obliegt nach § 9 Heilberufsgesetz NRW den Ärztekammern. Der Tätigkeitsbereich der Ärztlichen Stelle wird durch das am 31. Dezember 2018 in Kraft getretene Strahlenschutzgesetz und die Strahlenschutzverordnung (§ 130 StrlSchV) zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung festgelegt.

Für die Qualitätsprüfungen der radiologischen, nuklearmedizinischen und strahlentherapeutischen Einrichtungen werden die aktuellen Richtlinien (z. B. „Strahlenschutz in der Medizin“ von Mai 2011, „Qualitätssicherung durch Ärztliche und zahnärztliche Stellen“ von Juni 2015, Qualitätssicherungs-Richtlinie von Juni 2014, Sachverständigenrichtlinie von August 2011), DIN- und EN-Normen, Leitlinien der Bundesärztekammer und Dachverbände sowie das vom Zentralen Erfahrungsaustausch der Ärztlichen Stellen (ZÄS) entwickelte einheitliche Bewertungssystem zugrunde gelegt.

Insgesamt 120 ehrenamtliche Kommissionsmitglieder (Fachärzte und Medizin-Physik-Experten) unterstützen die Ärztliche Stelle Nordrhein bei ihrer Arbeit.

Qualitätssicherung Radiologie

Zurzeit sind insgesamt 3.721 Röntgenanlaben bei der Ärztlichen Stelle Nordrhein angemeldet. Bei 84 Prozent der im Berichtsjahr 2018 überprüften Geräte konnte durch die eingereichten Unterlagen eine hohe Qualität nachgewiesen werden. Als häufig auftretender Mangel erwies sich bei den insgesamt 1.440 Qualitätsüberprüfungen die unvollständige Vorlage der Unterlagen und Prüfkörperaufnahmen, sodass zahlreiche zusätzliche Nachprüfungen erforderlich wurden. Weiterhin fiel eine Nichteinhaltung der Prüffrequenzen und des Prüfumfanges bei Röntgengeräten und Bildwiedergabesystemen auf. Bei rund 16 Prozent der Überprüfungen wurde eine Mängelkategorie III beziehungsweise IV festgestellt.

In 13 Fällen wurde wegen Nichtvorlage oder mangelnder Fehlerbeseitigung eine Meldung an die zuständige Aufsichtsbehörde erforderlich.

Bei Abfrage der Dosiswerte zeigte sich gehäuft eine fehlerhafte Dokumentation der Dosisflächenprodukte (falsche Einheiten). Weiterhin führten ungenügende Einblendmaßnahmen bei Patientenuntersuchungen dazu, dass die diagnostischen Referenzwerte teilweise nicht eingehalten wurden.

Bei der Überprüfung der mobilen Röntgengeräte – vor allem in gefäßchirurgischen operativen Abteilungen – ergab die Abfrage im Leistungsverzeichnis, dass die Geräte häufig für komplexe Interventionen eingesetzt wurden, für die die technischen Mindestanforderungen nach der aktuellen Sachverständigen-Richtlinie von 2011 nicht erfüllt waren.

Neben den explizit angegebenen Hinweisen und Optimierungsvorschlägen in den jeweiligen Qualitätsüberprüfungen werden die Anwender in den Operations- und Funktionsbereichen durch allgemeine Informationsschriften beraten.

Ärztliche Stelle Radiologie


Qualitätssicherung Nuklearmedizin

Im Berichtsjahr 2018 wurden drei nuklearmedizinische Einrichtungen geschlossen und eine neue eingerichtet. Ende 2018 waren somit 111 nuklearmedizinische Einrichtungen mit insgesamt 230 Gammakameras und 20 PET-Anlagen sowie acht Schilddrüsen-Therapiestationen bei der Ärztlichen Stelle gemeldet.

Unter dem Vorsitz von Professor Dr. Detlef Moka und Privatdozent Dr. Hubertus Hautzel wurden in neun Kommissionssitzungen im Jahr 2018 Unterlagen von 69 Einrichtungen geprüft. Dabei wiesen 92 Prozent der Einrichtungen gute bis sehr gute Ergebnisse auf. Bei rund acht Prozent der Überprüfungen wurden die Mängelkategorien III beziehungsweise IV festgestellt.

Geringe Mängel ergaben sich beim Einsatz älterer Gamma-Kameras, die nicht über die Möglichkeit einer quantitativen Auswertung von Myokardszintigraphien oder SPECT-Darstellungen bei Lungenszintigraphien verfügen. Vereinzelt beanstandet wurden weiterhin nicht nachvollziehbare rechtfertigende Indikationen bei der Schilddrüsendiagnostik.

Einzelne gravierende Beanstandungen ergaben sich durch ungenügende Qualitätskontrollen von Gammasonden, die von Gynäkologen zur intra-operativen Detektion von radioaktiven Wächterlymphknoten eingesetzt wurden.

Um bei nuklearmedizinischen Therapien ein standardisiertes Vorgehen bei der Dosisberechnung und der Dosisdokumentation zur Behandlung benigner Schilddrüsenerkrankungen zu implementieren, wurden Vertreter aller therapeutischen Einrichtungen zu einem Konsensus-Treffen am 3. Juli 2018 ins Haus der Ärzteschaft eingeladen und nach konstruktiver Diskussion zusammen mit unseren Kommissionsmitgliedern Eckpunkte bezüglich der Verantwortlichkeit, Durchführung und Dokumentation der Dosimetrie beschlossen.

Nicht zuletzt durch die mit rund 300 Teilnehmern gut besuchte Fortbildungsveranstaltung im
Haus der Ärzteschaft am 7. März 2018 konnte die Qualitätssicherung beim Betreiber im Bereich der Radiopharmazie weiter optimiert werden.

Ärztliche Stelle Nuklearmedizin und Strahlentherapie


Qualitätssicherung Strahlentherapie

Ende 2018 waren konstant zu den Vorjahren 67 strahlentherapeutische Einrichtungen (33 Krankenhäuser, 34 Praxen) und 19 Betreiber von Röntgentherapieeinrichtungen bei der Ärztlichen Stelle Nordrhein angemeldet. Die Einrichtungen betrieben insgesamt 83 Linearbeschleuniger, zwölf IntraBeam-Geräte, zwei Tomotherapiegeräte, ein Gamma-Knife, ein Cyber-Knife und eine Protonenanlage sowie 20 Afterloading-Therapieeinrichtungen und 16 Institutionen, die Seeds-Behandlungen durchführen.

Unter dem Vorsitz von Professor Dr. Axel Hartmann und Professor Dr. Thomas Feyerabend fanden im Berichtszeitraum turnusmäßig 40 Vorort-Überprüfungen statt, darunter 30 strahlentherapeutische Institute und zehn Praxen mit Röntgentherapiegeräten. Erfreulicherweise fanden sich keine größeren Mängel bei den Überprüfungen der strahlentherapeutischen Einrichtungen.

Bei 25 Betreibern (62,5 %) konnte eine sehr hohe und bei zwölf Betreibern (30 %) eine hohe Qualität bestätigt werden.

Bei einzelnen Betreibern wurden Abweichungen zur leitlinienkonformen Therapie festgestellt. In einer kurzfristig anberaumten Nachprüfung zeigte sich eine systematische Verbesserung.

Geringe Bemängelungen wurden bei älteren Linearbeschleunigern ausgesprochen, die nicht über die Möglichkeit moderner Bestrahlungstechniken wie zum Beispiel die intensitätsmodulierte Strahlentherapie verfügen, die aber bei komplexeren Therapien zum Einsatz kommen sollten.

Ärztliche Stelle Nuklearmedizin und Strahlentherapie

Kontakt zur Ärztlichen Stelle Radiologie

Leiterin: Dr. Birgit Hallmann 0211 / 4302 2290

Sekretariat / Sachbearbeitung

Helga Höper 0211 / 4302 2291

Helga.Hoeper(at)aekno.de

0211 / 4302 2299

Mängelkategorien (MK)

MK I: keine Mängel, einwandfreie Vorgehensweise
MK II: geringfügige Mängel, die zu beheben gebeten wird
MK III: deutliche Mängel, die behoben werden müssen
MK IV: schwere Mängel, die unmittelbar zu beseitigen sind

Hinweis

Bitte wenden Sie sich mit Fragen zur Fachkunde für Strahlenschutz an die Weiterbildungsabteilung der Ärztekammer Nordrhein.

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