Gutachten und Dokumentationen bei der Prüfung


Inhaltsübersicht

Allgemeines

Tabelle Gutachten - Facharzt- und Schwerpunktbezeichnungen

Gutachtentypen

Gliederung und Aufbau eines Gutachtens


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Allgemeines

Kenntnisse und Erfahrungen in der Begutachtung müssen nachvollziehbar erworben werden. Dies soll überwiegend während der Weiterbildung zum Facharzt oder in den Schwerpunkten erfolgen. Je nach Fachgebiet sind deshalb bei dem Prüfungstermin die unten genannte Anzahl von Gutachten oder Dokumentationen vorzulegen. Dies wird der Kandidatin / dem Kandidaten auch im Ladungsschreiben mitgeteilt. Ein Gutachten kann auch aus einem anderen Gebiet stammen, sofern die Weiterbildung in dieser Facharztkompetenz anrechenbar ist und die Richtlinie des Gebietes keine speziellen Gutachten vorschreibt.

Die Weiterbildungskommission der Ärztekammer Nordrhein hat 2011 beschlossen, dass für die Zusatz-Weiterbildungen keine Gutachten / Dokumentationen mehr vorgelegt werden müssen, sofern dies nicht in den Richtlinien explizit festgelegt ist. Für die Weiterbildungskommission stehen die Weiterbilder in der Pflicht, die Weiterzubildenden intensiv in dem Thema "Gutachten" des jeweiligen Bereichs zu unterstützen und weiterzubilden.

Ärztliche Stellungnahmen zu bariatischen Operationen und sogenannten Vergewaltigungsgutachten werden von den Mitgliedern der Prüfungsausschüsse nicht anerkannt.

Sie weist in diesem Zusammenhang auch auf das Kammerzertifikat "Ärztliche Begutachtung" hin. Diese Kursweiterbildung kann dazu genutzt werden, sich intensiver mit der Thematik der Gutachtenerstellung auseinanderzusetzen. Das Curriculum spiegelt auch die zu erwerbenden Kenntnisse und Erfahrungen wieder. Während dieser Fortbildung erstellte Gutachten werden grundsätzlich anerkannt.

Die Gutachten sind grundsätzlich vom Ersteller und dem Weiterbilder zu unterzeichnen.

Curriculäre Fortbildung: "Grundlagen der medizinischen Begutachtung"

Allgemeinen Bestimmungen der Weiterbildungsordnung


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Anzahl der Gutachten, die bei der Prüfung vorgelegt werden müssen
Facharzt- SchwerpunktbezeichnungWBO2005 / 2008WBO2012
Allgemeinmedizin-2
Anästhesiologie22
Anatomie--
Arbeitsmedizin22
Augenheilkunde11
Biochemie--
Chirurgie11
Herzchirurgie11
Kinderchirurgie22
Plastische und Ästhetische Chirurgie1010
Gefäßchirurgie11
Orthopädie und Unfallchirurgie1010
Thoraxchirurgie22
Viszeralchirurgie11
Frauenheilkunde und Geburtshilfe11
Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin11
Gynäkologische Onkologie55
Spezielle Geburts- und Perinatalmedizin11
Hals-Nasen-Ohrenheilkunde11
Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen11
Haut- und Geschlechtskrankheiten11
Humangenetik2020
Hygiene und Umweltmedizin1010
Innere Medizin- / 22
Innere und Allgemeinmedizin (Hausarzt)2-
Innere Medizin und Angiologie22
Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie22
Innere Medizin und Gastroenterologie22
Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie22
Innere Medizin und Kardiologie22
Innere Medizin und Nephrologie22
Innere Medizin und Pneumologie22
Innere Medizin und Rheumatologie22
Kinder- und Jugendmedizin22
Kinderkardiologie11
Neonatologie11
Kinder-Hämatologie und -Onkologie11
Neuropädiatrie11
Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie55
Laboratoriumsmedizin55
Mikrobiologie, Virologie- und Infektionsepidemiologie22
MKG22
Neurochirurgie22
Neurologie55
Nuklearmedizin22
Öffentliches Gesundheitswesen55
Neuropathologie22
Pathologie22
Klinische Pharmakologie55
Pharmakologie und Toxikologie55
Physikalische und Rehabilitative Medizin1010
Physiologie--
Psychiatrie und Psychotherapie77
Forensische Psychiatrie1010
Psychosomatische Medizin und Psychotherapie22
Radiologie22
Kinderradiologie22
Neuroradiologie22
Rechtsmedizin2020
Strahlentherapie22
Transfusionsmedizin11
Urologie22

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Gutachtentypen
In der gesetzlichen RentenversicherungFunktionsgutachten
In der gesetzlichen UnfallversicherungKausalitätsgutachten
Im sozialen EntschädigungsrechtZusammenhangsgutachten
Im SchwerbehindertenrechtFinalitätsgutachten

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Gliederung und Aufbau eines Gutachtens

  • Nennung des Auftraggebers
  • Wiedergabe des Beweisbeschlusses
  • Aufzählung der herangezogenen Akten und sonstigen Unterlagen
  • Aktenvorgeschichte: chronologisch, keine langatmigen Wiederholungen
  • Eigene Vorgeschichte: Chronologie seit der letzten Begutachtung, falls Voruntersuchungen vorliegen; gegenwärtige Beschwerden und Klagen; Sozialvorgeschichte
  • Körperlicher Befund, auch unter Berücksichtigung der Psyche
  • Technische Befunde: Nur soweit in Beziehung zu Gutachtenauftrag und vorgebrachten Klagen
  • Diskussion der Diagnosen
  • Diskussion des zeitlichen Zusammenhangs
  • Diskussion des Kausalzusammenhangs
  • Diskussion der Minderung der Erwerbsunfähigkeit
  • Diskussion der objektiven Leistungseinschränkungen
  • Zusammenfassende Beantwortung des Beweisbeschlusses
  • Literaturangaben