Patientensicherheit

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet das IQN auf dem Sektor der Patientensicherheit. Eine der zentralen Projekte zu dem wichtigen Thema sind die seit 1996 veranstalteten regelmäßigen Fortbildungen in Zusammenarbeit mit der Gutachterkommission für Ärztliche Behandlungsfehler bei der Ärztekammer Nordrhein unter dem Motto "Aus Fehlern lernen". Auf der Grundlage der bei der Gutachterkommission aufbereiteten Behandlungsfehler werden aktuelle Themen indentifiziert und aufgearbeitet.

Ein neues Thema im Zusammenhang mit Behandlungsfehlern trägt international den Titel „second victim“. Diese noch recht neue sozio-psychologische Sichtweise auf das komplexe Geschehen rund um einen Behandlungsfehler setzt den Fokus auf die selbstempfundene und auch zugewiesene „Schuld“ der verantwortlichen Ärztinnen und Ärzte

Behandlungsfehler: Kultur des offenen Umgangs hilft auch Ärzten(Rheinisches Ärzteblatt 2/2012, Seite 20f)

Risikomanagement / Risikokommunikation

In ihrem Grundlagenpapier „Patientenrechte in Deutschland“ fordern das Bundesjustizministerium und das Gesundheitsministerium die Förderung der Fehlervermeidungskultur. Wörtlich: „Behandlungsfehlern bereits vorzubeugen hat höchste Priorität“ und die „Nutzung von Risikomanagement- und Fehlermeldesystemen“ ist dabei ein zentraler Bestandteil des Qualitätsmanagements. Hierfür ist es notwendig, dass die Einrichtungen die beteiligten Berufsgruppen durch regelmäßige Information und Schulung in entsprechende Maßnahmen einbeziehen und auf diese Weise die Akzeptanz des Risiko- und Fehlermanagements und die Mitwirkung der betroffenen Berufsgruppen fördern.“

Der Begriff Risikokommunikation findet unterschiedliche Verwendung.

  1. Die Methodik, mit der Ärztinnen und Ärzte Risiken aber auch die Wahrscheinlichkeit von Therapieerfolgen Patienten mitteilen. Hierzu gibt es sehr unterschiedliche Möglichkeiten
    a. Absolute Zahlen:
    zum Beispiel: mit Präparat A tritt bei 40 von 1000 behandelten Personen diese Wirkung / Nebenwirkung auf, mit Präparat B, bei 50 von 1000 behandelten Personen.
    b. Relative Zahlen:
    zum Beipiel: in 4% (bzw. 5%) der Fälle tritt diese Wirkung / Nebenwirkung auf.
    c. relative Zahlen im Vergleich: Bei Präparat B tritt die Wirkung 25% häufiger auf als bei A.
  2. die Kommunikation in schwierigen Situationen innerhalb einer professionellen Gruppe – zum Beispiel während (schwieriger) Operationen oder in Notfällen
  3. Die Kommunikation über schwierige Themen mit Dritten – Überbringen schlechter Nachrichten

Seit Ende 2008 bietet das IQN Seminare zu „Kommunikation“ an. Das IQN veranstaltet hierzu unter anderem ein- bis zweimal pro Jahr Seminare zu Kommunikation in schwierigen Situationen in der Praxis in Kooperation mit der Deutschen Ärzteversicherung.

Kolleginnen und Kollegen lernen, kritische Situationen im Praxisalltag rechtzeitig zu erkennen und zu beherrschen.

Aktuelle Veranstaltungen finden Sie unter  Fortbildung.


­ 

Verordnungssicherheit

Das Wissen zu Medikamenten liegt in der Verantwortung der Ärztinnen und Ärzte. Um sich über dieses sehr komplexe Wissensgebiet aktuell informieren zu können, hat das IQN unter „Materialien und Quellen“ Internetseiten zusammengestellt, die Informationen zur Verordnungssicherheit bereit halten.

Material und Quellen

Neu aufgelegt bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung:  "Mehr Sicherheit bei der Arzneimitteltherapie"

Darüber hinaus sollten Ärztinnen und Ärzte folgende Fragen bejahen können: 
  • Kennen Sie die von Ihnen verwendeten Präparate gut genug?
  • Haben Sie bei Ihren Patienten eine Dosisanpassung wg. Niereninsuffizienz, Leberstoffwechselstörungen oder besonders geringem bzw. hohem Gewicht berücksichtigt?
  • Haben Sie über notwendige Kontrolluntersuchungen aufgeklärt?
  • Kontrollieren Sie, ob diese auch erfolgt sind (interne aber auch externe)?
  • Haben Sie in Ihrer Praxis eine Routine etabliert, um eine vollständige Medikamentenanamnese zu gewährleisten?
  • Überprüfen Sie den Sachstand dieser Medikationsliste regelmäßig?
  • Haben Sie mit Ihren Patienten die Risiken einer falschen oder einer Eigenmedikation besprochen?

Risiken durch mangelndes Wissen und schlechte Compliance können minimiert werden. Die unbekannten Gefahren bei der Gabe vieler Medikamente bleiben. Wenn Patientinnen und Patienten auf Grund ihrer Multimorbidität sehr viele Medikamente nehmen müssen, sollten Ärztinnen und Ärzte mit den Patienten besprechen, welche Risiken bestehen und gemeinsam überlegen, welche Medikamente unerlässlich sind und auf welche vielleicht verzichtet werden könnte.

Fortbildungen "Verordnungssicherheit"


­ 

 Materialien und Quellen

Informationen zur Arzneimitteltherapiesicherheit

AKdÄ

Arzneimitteltelegramm

KBV – Arzneimittel-Infoservice

Pharmakotherapieberatung der KV Nordrhein

Arriba-Broschüre

Fehlermeldesysteme

CIRS medical

Jeder Fehler zählt

Patientensicherheit-AINS

Krankenhaus-CIRS-Netz Deutschland

CIRRNET

Allgemeines

Kommunizieren und Handeln nach einem Zwischenfall (54,36 KB)  Stand: März 2010

Aktionsbündnis Patientensicherheit

Insitut für Patientensicherheit der Universität Bonn

Forum Patientensicherheit von BÄK und KBV

Stiftung Gesundheit

Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe

BQS-Institut für Qualität und Patientensicherheit

Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung e.V.

Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen

Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (Gemeinsame Einrichtung der BÄK und KBV)

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen

Stiftung für Patientensicherheit in der Schweiz

ANetPAS Austrion Network for Patienten Safety in Österreich

European Union Network for Patient Safety

Danish Society for Patient Safety in Dänemark