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Medikationsplan: Ärzte und Apotheker gemeinsam für mehr Patientensicherheit

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Zahlreiche Ärztinnen und Ärzte, Apothekerinnen und Apotheker informierten sich auf einer gemeinsamen Fortbildungsveranstaltung von Ärzte- und Apothekerkammer in Goch über die Umsetzung des Medikationsplans. Foto: Ärztekammer Nordrhein

Goch, Kleve, Düsseldorf, 17.1.2017. Mit dem neuen E-Health-Gesetz haben seit dem 1. Oktober 2016 gesetzlich Versicherte, die dauerhaft drei und mehr Medikamente einnehmen, einen Anspruch auf einen Medikationsplan im bundeseinheitlichen Format.

Die Heilberufskammern in Nordrhein haben sich auf die Fahnen geschrieben, die Zusammenarbeit von Ärztinnen und Ärzten sowie Apothekerinnen und Apothekern bei der Umsetzung der neuen Regelung auf regionaler Ebene zu fördern. Die regionalen Vertreter von Ärzte- und Apothekerkammer in Kleve luden ihre Mitglieder am 11. Januar 2017 zu einer gemeinsamen Fortbildungsveranstaltung in Goch ein, um über die gesetzlichen Anforderungen an den bundeseinheitlichen Medikationsplan zu informieren und die Kommunikation der beteiligten Berufsgruppen untereinander zu fördern.

Im Mittelpunkt der gemeinsamen Bemühungen steht die Patientensicherheit: Der standardisierte Aufbau des Plans mit verständlichen Angaben zum Medikament, seiner Dosierung und dem Einnahmegrund soll bei den Patientinnen und Patienten das Verständnis ihrer Arzneimitteltherapie fördern und den behandelnden Ärzten, Apothekern und Pflegekräften einen stets aktuellen Überblick über die Medikation ermöglichen, um die Gefahr von Wechselwirkungen oder Gegenanzeigen zu verringern.

„Die Fäden der Arzneiverordnung sollten beim Hausarzt zusammenlaufen, aber nicht immer ist das die Realität. Wir haben in der Praxis mehrere Verordner, die Patienten gehen in verschiedene Apotheken und besorgen sich alles Mögliche an Selbstmedikation. Oft wissen die Ärzte und Apotheker gar nicht, was ihr Patient wirklich einnimmt. Wichtig ist, dass wir alle an einem Strang ziehen, um die Anforderungen des Gesetzgebers umzusetzen und mehr Transparenz in der Arzneimittelverordnung zu erreichen. Miteinander reden hilft!“, sagte Bernd Dewald, der Apotheker in Emmerich ist.

Auch die Patientenkommunikation rückt verstärkt ins Blickfeld. Die neue Regelung verpflichtet Ärzte dazu, ihre Patienten bei der Verordnung von Arzneimitteln aktiv über ihren Anspruch zu informieren. Begleitende Patienteninformationen wie ein Merkblatt zum Aufbau des Plans seien wünschenswert, so Dewald, denn sie würden die aktive Nutzung des Medikationsplans erleichtern. Ab Anfang 2018 soll der Plan, den Ärzte oder Apotheker derzeit in Papierform erstellen, auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden.

Dr. Schaeben


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