Gender - NRW will Chancengleichheit fördern

15.03.2019 Seite 10
RAE Ausgabe 3/2019

Rheinisches Ärzteblatt

Heft 3/2019

Seite 10

Um die zwischen den Geschlechtern ungleich verteilten Karrierechancen in der Hochschulmedizin für Frauen zu verbessern, hat das Land NRW ein neues Programm vorgestellt. „Chancen ergreifen, Forschung und Familie Fördern – Programm für chancengerechte Hochschulmedizin in Nord-rhein-Westfalen (FF-Med)“ heißt das Programm des Landesministeriums für Kultur und Wissenschaft. Das auf drei Jahre angelegte Landesprogramm startet 2019 und ist in zwei Linien unterteilt. 58.000 Euro erhalten die Universitäten jährlich zur Stärkung der Gleichstellungsarbeit. Diese soll damit strukturell und systematisch unterstützt werden. Das Geld soll vorrangig für eine zusätzliche personelle Entlastung der Gleichstellungsbeauftragten der medizinischen Fachbereiche verwendet werden.

Die zweite Programmlinie stellt pro Jahr 100.000 Euro für die Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen auf dem Weg zur Professur zur Verfügung. Zum Beispiel könnten mit den Mitteln ausgewählte Wissenschaftler innen in der post-doc-Phase zeitlich entlastet werden. Wie diese Entlastung konkret aussieht, könne jede Uni frei entscheiden. Als Beispiele nennt das Ministerium ein halbes Jahr dienstfrei sowie Wochen oder Monate ohne klinische Tätigkeit, um mehr Zeit für die Forschung zu haben, damit mehr Frauen neben der klinischen Arbeit erfolgreich habilitieren können. Obwohl genauso viele Frauen wie Männer zwischen Rhein und Weser Medizin studier-ten, seien nur 15,5 Prozent der Professuren mit Frauen besetzt. Ihr Anteil bei Oberarztstellen betrage 29 Prozent, so das NRW-Wissenschaftsministerium.

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