Statistik - Beratungstätigkeit der Kinderschutzhotline für Nordrhein-Westfalen ausgewertet

29.03.2019 Seite 9
RAE Ausgabe 4/2019

Rheinisches Ärzteblatt

Heft 4/2019

Seite 9

© Kinderschutzhotline

Seit 2017 können Ärztinnen, Ärzte und medizinisches Fachpersonal bei Verdachtsfällen misshandelter, vernachlässigter oder missbrauchter Kinder die deutschlandweite, kostenlose und 24-Stunden erreichbare Medizinische Kinderschutzhotline anrufen. In anderthalb Jahren sind 1.050 Anrufe aus dem gesamten Bundesgebiet bei der Beratungsstelle eingegangen. Diese wurden nun ausgewertet.

Die Analyse der Anrufe aus Nordrhein-Westfalen ergab, dass 34 Prozent der Anrufenden in der Kinder- und Jugendpsychiatrie arbeiteten, knapp 30 Prozent waren Pädiater. 13 Prozent der Anrufer behandelten die Eltern und nicht das betroffene Kind. In 34 Prozent der Fälle, die bei der Kinderschutzhotline im Raum NRW eingegangen sind, handelte es sich um den Verdacht auf körperliche Misshandlung, in 27 Prozent ging es um den Verdacht auf sexuellen Missbrauch und in 23 Prozent der Fälle um eine vermutete Vernachlässigung. Häufig brauchten die Anrufer Hilfe bei der Suche nach Ansprechpartnern vor Ort oder Unterstützung bei der rechtssicheren Dokumentation der Befunde.

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