Ein Hoch auf die Freiberuflichkeit

Beim diesjährigen Sommerempfang der Ärztekammer Nordrhein und der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein standen Warnungen vor einer Monopolisierung im Gesundheitswesen sowie der Wert der ärztlichen Freiberuflichkeit im Mittelpunkt.

Gruppenbild auf dem Sommerempfang 2018 Rudolf Henke, Karl-Josef Laumann, Dr. Frank BergmannFoto: Jochen Rolfes

Waren sich auf dem Sommerempfang 2018 im Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft einig, dass die ärztliche Freiberuflichkeit ein hohes Gut im deutschen Gesundheitswesen darstellt, (v.l.n.r.): Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Karl-Josef Laumann, NRW-Gesundheitsminister und Dr. Frank Bergmann, Vorsitzender des Vorstandes der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein.
Foto: Jochen Rolfes

Düsseldorf, 6.9.2018. Am spontanen Applaus war erkennbar, dass sich in einem Punkt sowohl Redner als auch die rund 500 geladenen Gäste des diesjährigen Sommerempfangs der Ärztekammer und Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein im Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft einig waren: Der freiberufliche Charakter des Arztberufes ist eine der wichtigsten Säulen des deutschen Gesundheitssystems, die geschützt werden müsse. Sowohl der diesjährige Gastgeber und Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Rudolf Henke, als auch NRW-Landesgesundheitsminister, Karl-Josef Laumann, haben in ihren Festreden die Bedeutung der Freiberuflichkeit und Unabhängigkeit ärztlicher Entscheidungen deutlich hervorgehoben.

Mit Blick auf das geplante Terminservice- und Versorgungsgesetz sagte Henke, dass die darin enthaltenen Vorgaben zu Praxisöffnungszeiten „in Spannung zu unserem Begriff der Freiheit des ärztlichen Berufs“ stehen. Auch stellte er fest, dass die im Gesetzentwurf enthaltenen zeitlichen Untergrenzen bereits jetzt von sehr vielen niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten deutlich überschritten würden.

Eine weitere Entwicklung im Gesundheitswesen gefährde derzeit die Freiberuflichkeit: „Mit großer Sorge registrieren wir, dass Unternehmen Praxen und Praxissitze aufkaufen“, sagte Henke. Es dürfe nicht dazu kommen, dass Konzerne junge Ärztinnen und Ärzte daran hindern, sich in eigener Praxis niederzulassen. „Wir möchten keine Industrialisierung des Gesundheitswesens, sondern die Freiberuflichkeit erhalten“, so Henke.

Karl-Josef Laumann, Gesundheitsminister des Landes Nordrhein-Westfalen, pflichtete dem Kammerpräsidenten bei und betonte, die Freiberuflichkeit müsse ihren hohen Stellenwert behalten. „Freiberuflichkeit ist der beste Patientenschutz“, brachte es Laumann auf den Punkt. Auch er sehe die zunehmende Monopolisierung im Gesundheitswesen mit Sorge. Wenn er zum Arzt gehe, erwarte er fachlichen und uneigennützigen Rat, der frei von wirtschaftlichen Interessen sei, betonte der Minister. Er berichtete von einer Arbeitsgruppe, die sich mit dem Thema Monopolisierung auch mit Blick auf die Bundesebene beschäftige.

Laumann bedankte sich auf dem Sommerempfang ausdrücklich für die gute und vor allem vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Landesministerium und den Kammern und Kassenärztlichen Vereinigungen in Nordrhein-Westfalen. Er halte nichts von einer immer weiter um sich greifenden Misstrauenskultur. Die Akteure im NRW-Gesundheitswesen zeigten, dass man gemeinsam etwas Gutes zustande bringen könne, wenn man sich vertraue.

Einen ausführlichen Bericht zum Sommerempfang 2018 lesen Sie in der Oktoberausgabe des Rheinischen Ärzteblattes.

bre


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letzte Änderung am: 07.09.2018



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