Montgomery: Vier-Wochen-Frist ist absurd

Bei der Veranstaltung

Bei der Veranstaltung "Düsseldorf IN - Ärzte im Gespräch" bezeichnete der Präsident der Bundesärztekammer und des Deutschen Ärztetages, Professor Dr. Frank Ulrich Montgomery (l.), im Gespräch mit dem Chefredakteur der Rheinischen Post, Sven Gösmann, die Berliner Pläne zur Einführung einer Vier-Wochen-Frist zur Vergabe von Facharztterminen als absurd. Foto: Cream digital pictures.

Düsseldorf, 14.11.2013. Die von der Berliner Arbeitsgruppe "Gesundheit und Pflege" in den Koalitionsverhandlungen vereinbarte Vier-Wochen-Frist für die Vergabe von Facharztterminen sei "absurd", sagte der Präsident der Bundesärztekammer und des Deutschen Ärztetages, Professor Dr. Frank Ulrich Montgomery, am Dienstagabend in Düsseldorf. Das Problem der Wartezeiten gesetzlich Versicherter ist nach seinen Worten keineswegs so groß, wie es häufig dargestellt wird. Das Koalitionspapier sei zu undifferenziert und lasse „gefährliche Nebeneffekte“ außer Acht. Denn bei schweren Erkrankungen sorge in aller Regel der Hausarzt für einen schnellen Zugang zum Facharzt, und ausgerechnet bei leichteren Erkrankungen, bei denen eine gewisse Wartezeit zumutbar sei, solle der Patient künftig nach Ablauf von vier Wochen im Krankenhaus behandelt werden können. Montgomery: „Das ist absurd. Der leicht Erkrankte ist im Krankenhaus nicht richtig.“

Hinter dem Symbolthema der Wartezeiten – werden Privatpatienten hier gegenüber gesetzlich versicherten Patienten in unzulässiger Weise bevorzugt? – steckt die grundlegende Frage nach der Zukunft des Krankenversicherungssystems. Während die Ärzteschaft für das bestehende duale System aus Gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) und Privater Krankenversicherung (PKV) eintritt, fordert die SPD ein einheitliches System für alle Bürger („Bürgerversicherung“). Montgomery machte in Düsseldorf deutlich, dass er sich in diesem Punkt im derzeitigen Stadium der Koalitionsverhandlungen gewisse Sorgen macht: „Die Bürgerversicherung ist noch nicht endgültig vom Tisch.“ Auch wenn die Union ein anderes Programm als die Sozialdemokraten verfolgt und das duale System befürwortet − immerhin seien Verabredungen denkbar, die letztlich in Richtung Bürgerversicherung führen, etwa eine einheitliche ärztliche Vergütung in GKV und PKV oder die Öffnung der GKV für Beamte, so der Ärztepräsident.

uma


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letzte Änderung am: 22.11.2013



Rheinisches Ärzteblatt

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