Multiple Osteolysen unklarer Genese

Diagnostische und therapeutische Überlegungen - Folge 55 der Reihe "Zertifizierte Kasuistik"

von Laura Pennington, Julia Wagenpfeil, Christoph Sippel und Peter Walger

Eine 49-jährige Albanerin stellt sich notfallmäßig mit einer Humerusschaftfraktur links nach Sturz im Bad vor. In der Röntgenaufnahme fällt eine langstreckige Osteolyse an der Bruchstelle auf. Im Ganzkörper-CT finden sich Osteolysen an fast allen Röhrenknochen, aber auch in Wirbelkörpern, dem Becken (siehe Abbildung 1), Rippen und der Scapula. Nach osteosynthetischer Versorgung wird die Patientin daher zur weiteren Abklärung auf die onkologische Schwerpunktstation verlegt.

CT-LWS-/Beckenknochen und Hüftknochen der Patientin mit Osteolysen. Abbildung: Johanniter Krankenhaus Bonn

Abbildung 1: CT-LWS-/Beckenknochen und Hüftknochen der Patientin mit Osteolysen. Abbildung: Johanniter Krankenhaus Bonn

Anamnese durch Übersetzer (Sprachbarriere)

Die Patientin habe seit rund vier Jahren zunehmende Beschwerden, die sie jedoch wegen fehlender finanzieller Ressourcen nie habe ärztlich abklären lassen können. Sie leide vor allem unter ständiger Übelkeit mit teils blutigem Erbrechen. Eine Nahrungsaufnahme sei kaum mehr möglich, weshalb sie deutlich an Gewicht verloren habe. Zudem beklagt sie massive Schmerzen in den Oberschenkeln beim Laufen. In Deutschland sei sie seit vier Wochen. Während des Gesprächs weint sie häufig.

Körperliche Untersuchung

Extrem reduzierter Ernährungszustand mit Sarkopenie (Gewicht 50 kg, Größe 166 cm, BMI 18,1 kg/m2). Vitalzeichen unauffällig. Wach und orientiert. Bis auf ein leicht druckdolentes Epigastrium unauffälliger körperlicher Befund.

Röntgenbild linke Hand a.p. Abbildung: Johanniter Krankenhaus Bonn

Röntgenbild linke Hand a.p. Abbildung: Johanniter Krankenhaus Bonn

 
Laborbefunde

Hämoglobin auf 9,90 g/dl erniedrigt, korrigiertes Calcium erhöht auf 3,8 mmol/l, anorganisches Phosphat mit 2,1 mg/dl erniedrigt, Harnsäure auf 6,7 mg/dl erhöht, Alkalische Phosphatase erhöht auf 483 U/l, Gesamt-Eiweiß auf 6,2 g/dl, Albumin auf 3,81 g/dl erniedrigt, Parathormon (PTH) intakt 1.261 pg/ml (Norm 15-65), Parathormon related-peptide (PTHrp) < 0,50 pmol/l (Norm < 1,3), Neuronenspezifische Enolase (NSE) mit 28,26 ng/ml leicht erhöht (Norm < 16,3 ng/ml), b2-Mikroglobulin auf 3,86 mg/l erhöht.

Normwerte für Leukozyten, CRP, MCV, MCH, Thrombozyten, Natrium, Kalium, Chlorid, Kreatinin, GFR, Bilirubin, GOT/GGT/GPT, LDH, CK, Lipase, CEA, CA 19-9, CA 15-3 und CA 125.

Gastroskopie

Reizlose Hiatushernie von circa 3 cm Größe, Helicobacter pylori-positive Antrum- und Corpusgastritis, abgeheiltes Ulcus in der Angulusfalte, ansonsten unauffälliger Befund.

Sonographie Abdomen, Schilddrüse (SD) und Nebenschilddrüse (NSD)

Beidseits leicht vergrößerte Nieren (rechts 13 cm/links 12,5 cm) mit kleinsten Nephrolithen rechts. Ovaläre, glatt begrenzte, echoarme Struktur am linken Nierenpol (benigne anmutend). Keine Schilddrüsenknoten. Rechts dorsal kaudal des Schilddrüsenlappens echoarme Knotenbildung (2,1 x 1,4 x 3,2 cm) vereinbar mit einem Nebenschilddrüsenadenom.

Laura Pennington ist Assistenzärztin in der Abteilung Innere Medizin, Dr. Julia Wagenpfeil ist Assistenzärztin in der Abteilung Radiologie, Dr. Christoph Sippel arbeitet als Oberarzt in der Abteilung Hämato-Onkologie und Dr. Peter Walger ist Leitender Arzt der Abteilung Internistische Intensivmedizin/Infektiologie jeweils am Johanniter Krankenhaus Bonn.

Professor Dr. Malte Ludwig, Chefarzt der Abteilung für Angiologie und Leiter der Gefäßzentrums Starnberger See am Benediktus Krankenhaus Tutzing, koordiniert und begleitet die Reihe inhaltlich.

  

Kurzanleitung zur „Zertifizierten Kasuistik“

 

Hinweis: Die 2 Fortbildungspunkte können über das System des Einheitlichen Informationsverteilers (EIV) Ihrem Punktekonto bei der Ärztekammer gutgeschrieben werden. Es werden Ihre Einheitliche Fortbildungsnummer, die Veranstaltungsnummer und die Anzahl der Punkte übermittelt.

via Rheinisches Ärzteblatt

Im ersten Rheinischen Ärzteblatt des Quartals werden jeweils veröffentlicht: der einführende Artikel zum Thema, der Fragenkatalog und die Lernerfolgskontrolle mit Bescheinigung.

Ausführliche Informationen zur Differenzialdiagnostik werden im Internet www.aekno.de/aktuelle_ausgabe im Anschluss an den Artikel veröffentlicht.

Zum Erwerb der Fortbildungspunkte müssen mindestens 70 Prozent der Fragen richtig beantwortet werden. In dem Fall können die Fortbildungspunkte über den Elektronischen Informationsverteiler (EIV) dem elektronischen Punktekonto des Arztes bei seiner Ärztekammer automatisch gutgeschrieben werden, falls die Einheitliche Fortbildungsnummer/Barcode auf die Lernerfolgskontrolle aufgeklebt und damit das Einverständnis zur Datenübermittlung dokumentiert worden ist.

Einsendeschluss: Die Lernerfolgskontrolle muss spätestens bis Dienstag, 27. Februrar 2018 per Fax oder per Post eingegangen sein (Poststempel). Fax: 0211 4302-5808, Postanschrift: Nordrheinische Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung, Tersteegenstr. 9, 40474 Düsseldorf.

Auflösung: im Rheinischen Ärzteblatt 3/2018 in der Rubrik Magazin.

via www.aekno.de

Die Zertifizierte Kasuistik findet sich auf der Homepage der Ärztekammer Nordrhein unter www.aekno.de/cme.

Anmeldung: Erstmalige Registrierung mit Nachnamen, Arztnummer, Einheitlicher Fortbildungsnummer (falls vorhanden) und einer aktuellen E-Mail-Adresse. An diese werden die Zugangsdaten geschickt. Die zukünftige Anmeldung erfolgt über Nachnamen und die per E-Mail übermittelte Benutzer-ID.

In dem geschlossenen Bereich finden sich

  • der einführende Artikel zum jeweiligen Thema,
  • die ausführlichen medizinischen Informationen und
  • der Fragekatalog inklusive Evaluation.

Die bisher veröffentlichten Kasuistiken der Reihe finden sich zu Übungszwecken unter www.aekno.de/cmetest.


Weiterführende Inhalte

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letzte Änderung am: 20.12.2017



Kammersymposium zur Gesundheitsversorgung von Menschen mit Behinderung

Logo Ärztekammer Nordrhein

Die Ärztekammer Nordrhein veranstaltet am Freitag, 23. Februar 2018 von 15 bis 19 Uhr ein Symposium mit dem Thema "Gesundheitsversrogung von Menschen mit geistiger Behinderung - Wo stehen wir heute?" Dem dem Grußwort des NRW-Gesundheitsministers Karl-Josef Laumann stehen Vorträge und Diskussionsrunden mit Vertretern verschiedener Bereiche des Gesundheitswesens auf dem Programm.

interner Link Programm

Rheinisches Ärzteblatt

Heft 1/2018

Titel 1/2018 Titelgestaltung: Eberhard Wolf

Titelthema

Patientenversorgung zukunftsfest machen

 aktuelle Ausgabe

Dokumentation: Cannabis auf Rezept?
Cannabis als Medikament Foto: Africa Studio - Fotolia.com

Foto: Africa Studio - Fotolia.com

Am Freitag 8. Dezember 2017 veranstaltete die Ärztekammer Nordrhein das Kammersymposium "Cannabis auf Rezept? Cannabinoide in der Medizin im Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft. Einige der gehaltenen Referate stehen zur Verfügung.

interner Link Dokumentation

Ärztekammer begrüßte neue Mitglieder

Begrüßungsveranstaltung für neue Mitglieder November 2017 Foto: Jochen Rolfes 

Am Samstag, 25. November 2017 begrüßte Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein, zum 15. Mal neue Kammermitglieder im Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft.

interner Link Festvortrag und Bildergalerie

Dokumentation Kammersymposium zur Arzt-Patienten-Kommunikation

Ärztin spricht mit Patientin Foto: Westend61/fotolia.com 

Mitte September fand das Kammersymposium zur Arzt-Patienten-Kommunikation statt.

Die Vorträge stehen nun für Interessierte bereit

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Materialbestellung

Die Ärztekammer Nordrhein hält zahlreiche Informationsbroschüre und Flyer für Ärztinnen und Ärzte, Bürgerinnen und Bürger oder auch zur Auslage im Wartezimmer bereit. Die Materialien können einfach ein bereitgestelltes Online-Formular bestellt werden.

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Critical Incident Reporting System NRW. Melde- und Lernsystem für medizinische Beinahe-Fehler für NRW.

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