Sibylle Neumer, Mettmann - „Ehrenamtliches Engagement war bei uns immer sinnstiftendes Element“

Neben ihrem Beruf engagieren sie sich ehrenamtlich für ihre Kolleginnen und Kollegen: Kreis- und Bezirksstellenvorsitzende der Ärztekammer Nordrhein. Doch was machen die Vorsitzenden eigentlich und warum? Diese Fragen stellten wir Sibylle Neumer, Vorsitzende der Kreisstelle Mettmann, in unserer Reihe „Mein Engagement“.

Sibylle Neumer Foto: privat

„In den vergangenen Jahren haben wir uns in der Kreisstelle intensiv mit der Neuordnung des Notfalldienstes beschäftigt“, sagte Sibylle Neumer, Vorsitzende der Kreisstelle Mettmann. Foto: privat

RÄ: Was steht auf Ihrem Schreibtisch?
Neumer: Ein relativ großer, lächelnder Pinguin steht auf meinem Schreibtisch. Er erinnert mich an einen besonders schönen Besuch bei den Pinguinen im Wuppertaler Zoo. Er steht auch symbolisch für die kleinen „Fluchten“ im Praxisalltag. Manchmal braucht man eine kleine Auszeit. Eine Patientin hat ihm einen selbstgestrickten Engel um den Hals gehängt. Der Pinguin ist für mich wirklich etwas ganz Besonderes.

RÄ: Wie war das damals, als Sie sich entschieden, Medizin zu studieren?
Neumer: Mir lagen die Naturwissenschaften schon immer mehr als andere Fächer. Ein „Leben im Labor“ war mir aber zu trocken, ich wollte mit Menschen arbeiten. So ergab sich die Medizin fast wie von selbst. Sie war der logische Schluss, da sie beides vereint, Naturwissenschaften und den persönlichen Kontakt. Die Innere Medizin ist ein Fach, das den ganzen Menschen umfasst, die Diagnostik ist außerordentlich vielfältig. Das hat mich fasziniert. Dann hat sich ein Kollege aus der Klinik niedergelassen und mich gefragt, ob ich Lust hätte, mit ihm zusammenzuarbeiten. So kam es dann, dass ich mich für eine eigene Praxis entschieden habe. Im Jahr 1993 habe ich mich dann in einer Gemeinschaftspraxis in Velbert als Ärztin niedergelassen.

Der kollegiale Austausch ist von unschätzbarem Wert

RÄ: Was hat Sie dazu bewegt, sich ehrenamtlich in der Ärztekammer zu engagieren?
Neumer: Gesellschaftliches und politisches Engagement wurde mir sozusagen in die Wiege gelegt. In meiner Familie gehörte es zu einem sinnvollen und erfüllten Leben, sich für andere stark zu machen und einzusetzen. Ehrenamtliches Engagement war bei uns immer sinnstiftendes Element. Diese Überzeugung habe ich sozusagen schon mit der Muttermilch eingesaugt. In der Klinik habe ich mich im Personalrat für meine Kolleginnen und Kollegen eingesetzt. Als ich mich niederließ, haben mein Kollege und ich gemeinsam überlegt, wie wir uns auch als Niedergelassene ehrenamtlich engagieren können. Er entschied, sich in der Kassenärztlichen Vereinigung einzubringen, ich arbeite seitdem in der Ärztekammer ehrenamtlich mit.

RÄ: Mit welchen Themen befassen Sie sich typischerweise in einer Sitzung Ihrer Kreisstelle?
Neumer: Mir ist wichtig, dass alle Mitglieder des Vorstands aus den Sitzungen etwas für sich mitnehmen. Daher laden wir zu fast jeder Sitzung einen Gast ein, der zum Beispiel über ein aktuell in der Kammer relevantes Thema spricht. Manchmal machen die Kolleginnen und Kollegen auch Themenvorschläge. Über die Jahre haben wir so über viele verschiedene Aufgaben und Arbeitsgebiete der Ärztekammer gesprochen. Manche Themen haben wir sogar mehrfach und aus immer neuen Perspektiven diskutiert. Der kollegiale Austausch in den Vorstandssitzungen ist für mich von unschätzbarem Wert. Auch dafür ist eine Kreisstelle da.

RÄ: Was überwiegt in Ihrem Amt als Kreisstellenvorsitzende: Pragmatismus oder Idealismus?
Neumer: Als ich mit meiner Arbeit als Kreisstellenvorsitzende begann, war mir wichtig, etwas zu verändern – vielleicht sogar zu verbessern. In der Kreisstellenarbeit ist meines Erachtens Pragmatismus statt Idealismus gefragt. Und wir brauchen Empathie und eine gute Portion gesunden Menschenverstand in unserer Arbeit.

RÄ: Was verbinden Sie mit der Stadt Mettmann?
Neumer: Velbert ist der Ort, an dem ich aufgewachsen bin. Hier lebt meine Familie. Heimat eben. Und wie sagt es der Autor Frank Goosen so schön: „Woanders is auch scheiße.“

Das Interview führte Jocelyne Naujoks.

Die 1959 in Essen geborene Sibylle Neumer approbierte 1985. Im Jahr 1993 erwarb sie ihren Facharzt für Innere Medizin und ließ sich im selben Jahr in einer Gemeinschaftspraxis in Velbert nieder. Im Jahr 2008 schloss sie ihre Weiterbildung zur Allgemeinmedizinerin ab. Seit nunmehr 20 Jahren ist Neumer im Vorstand der Kreisstelle Mettmann aktiv, seit 2001 ist sie deren Vorsitzende. Neumer ist seit 2001 Mitglied der Kammerversammlung und sitzt im Ausschuss „Ärztlicher Notfalldienst“. Seit 2009 engagiert sie sich im Ad-hoc-Ausschuss „Umweltmedizin und Arbeitsmedizin“ sowie seit 2014 im Ad-hoc-Ausschuss „Kooperation Gesundheitsberufe und Versorgungssektoren“.

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letzte Änderung am: 22.12.2017



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Patientenversorgung zukunftsfest machen

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