„Wir schenken den Kindern Gehör“

Seit drei Jahrzehnten widmet sich die Kinderschutzambulanz (KSA) des Evangelischen Krankenhauses (EVK) Düsseldorf der Unterstützung und Betreuung von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien nach Vernachlässigung, Mobbing, körperlicher, psychischer oder sexueller Gewalt.

Dr. Gabriele Komesker Foto: Robert Poorten/ EVK Düsseldorf

Gemeinsam mit ihrem Team betreut Dr. Gabriele Komesker
von der Kinderambulanz mit vielseitigen Therapieangeboten
Kinder und Jugendliche. Foto: Robert Poorten/EVK Düsseldorf

von Vassiliki Latrovali

„Manchmal muss ich mich bei Mama entschuldigen, wenn sie mich geschlagen hat, weil ich böse war.“ – „Er legte sich zu mir ins Bett… aber danach durfte ich PlayStation spielen.“ Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kinderschutzambulanz verlesen anonyme Zitate von betroffenen Kindern und Jugendlichen. Danach ist es im Bürgersaal im Stadtteilzentrum Bilk, für eine Jubiläumsveranstaltung jedenfalls, ungewöhnlich still. „Man kann einfach nicht wegschauen“, sagt Dr. Gabriele Komesker, Leiterin der KSA seit 2012. Gemeinsam mit ihrem multiprofessionellen Team berät sie pro Jahr bis zu 300 Kinder und Jugendliche und ihre Familien. Unter dem Motto „Für Kinder neue Wege finden“ feiert die Kinderschutzambulanz 30 Jahre interdisziplinäre Zusammenarbeit. Die KSA gehört, so wie die Kinderklinik am EVK, das Sozialpädagogische Zentrum, die Kindertagesklinik für Psychosomatik, das Familiencafé und die Elternschule zum sogenannten Kindernetzwerk des EVK.

Komeskers besonderer Dank gilt an diesem Tag den ehemaligen und aktuellen Mitarbeitern der Ambulanz, Stiftungen, Jugendämtern, Organisationen, Spendern, Praxen, Kliniken, Beratungsstellen und den Gesundheitsämtern, die die KSA mit ihren Ressourcen seit der Gründung unterstützen. Klaus Peter Taschner, Vorstand der Stiftung EVK Düsseldorf, lobt das hohe Maß an Engagement und die Empathie aller Beteiligten. Für ihn ist die Arbeit an der KSA zu hundert Prozent zukunftsorientiert, „denn Kinder sind die Zukunft“. Wichtig ist Taschner die Klarstellung, dass die betroffenen Familien aus allen sozialen Schichten kommen. Ursula Holtmann-Schnieder, Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses sagt: „Das ist ein Grund zu feiern – 30 Jahre Einsatz für die Schwächsten unserer Gesellschaft.“ Sie weiß um die Schwierigkeiten und Herausforderung bei der Aufarbeitung der Schädigung der Kinder und Jugendlichen. „Die Zahlen sind schlimm. Jedes Jahr werden mehr als 4.000 Kinder und Jugendliche misshandelt oder vernachlässigt. Und das ist nur die Hellziffer.“ Komesker, die die Gäste als Moderatorin durch die Veranstaltung führt, erzählt, dass Verhaltensmuster und schwierige, schicksalsschwere Erlebnisse sich in vielen Familien durch ganze Generationen ziehen, weshalb es häufig viel aufzuarbeiten gibt. Die Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie sieht die Kinderschutzambulanz als das Sprachrohr der Kinder und Jugendlichen. „Wir schenken ihnen Gehör, interessieren uns für das, was sie zwischen den Zeilen sagen, oder gar nicht sagen. Damit nicht alle verstummen.“

1988 wurde die KSA unter der Leitung von vier Therapeuten und einer Sekretärin als eine der ersten Kinderschutzambulanzen in Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufen. Der damalige Leitspruch „Kein Kind fällt durch die Masche“ ist nach wie vor in der Arbeit der Ambulanz verankert. Seit der Gründung konnten insgesamt 6.500 Familien mit oft mehreren Kindern begleitet werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schauen auf die Folgen und Auswirkungen der erlebten Gewalt wie Verhaltensprobleme oder Traumatisierungsanzeichen. Dies können unter anderem Ängste, Wut, Trauer, Enttäuschung und psychosomatische Symptome sein. Gemeinsam prüft das Team, wie Kindern und Jugendlichen, ihren Eltern, Geschwistern und Angehörigen geholfen werden kann. Bei Kindesmisshandlung und Gewalt in Familien versucht die KSA, die Eltern für einen Weg der Hilfe zu gewinnen. Ist dies nicht möglich, müssen Jugendämter, eventuell auch das Familiengericht informiert werden. Das Team wünscht sich, dass Familien es mit ihrer Unterstützung selbst heraus aus der Gewalt schaffen und alle Beteiligten langfristig von der Betreuung profitieren. Mit einem umfassenden Therapieangebot werden Nöte, Wünsche und Bedürfnisse der Betroffenen berücksichtigt. Die Kinder und Jugendlichen sollen das Erlebte hinter sich lassen können und sich ohne Belastungen in ihr Leben integrieren.

Zusätzlich bietet die Kinderschutzambulanz die Baby- und Kleinkindersprechstunde an. Dabei geht es vor allem um Prävention und Begleitung. Eltern und ihre Säuglinge oder Kleinkinder erhalten beispielsweise Hilfestellung bei Ein- oder Durchschlafproblemen, Essensverweigerung oder heftigen Trotzreaktionen der Kleinen. Ziel ist es, eine gute Balance in der Eltern-Kind-Beziehung zu schaffen.

Ihre Spende hilft

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IBAN: DE86 3005 0110 0043 0009 00

BIC: DUSSDEDDXXX

Kennwort: Kinderschutz Ambulanz

www.kinderschutzambulanz.de

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letzte Änderung am: 29.11.2018



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