Dr. Dr. med. Lars Benjamin Fritz, MBA, Viersen - „Einer für alle und alle für einen“

Neben ihrem Beruf engagieren sie sich ehrenamtlich für ihre Kolleginnen und Kollegen: Kreis- und Bezirksstellenvorsitzende der Ärztekammer Nordrhein. Doch was machen die Vorsitzenden eigentlich und warum? Diese Fragen stellten wir Dr. Dr. med. Lars Benjamin Fritz, MBA, Vorsitzender der Kreisstelle Viersen, in unserer Reihe „Mein Engagement“.

Dr. Dr. med. Lars Benjamin Fritz MBA Foto: Jocelyne Naujoks

Dr. Dr. med. Lars Benjamin Fritz, MBA, hat schon im
Studium den Verein Domspitzen gegründet, der kranken,
hilfsbedürftigen und benachteiligten Kindern hilft. Auch die
Medinacht, den Abschlussball der Mediziner an der Uni Köln, hat
er ins Leben gerufen. Foto: Jocelyne Naujoks

RhÄ: Was steht auf Ihrem Schreibtisch?
Fritz: Auf meinem antiken Schreibtisch steht ein Bild von meiner Frau und meiner Tochter und eine Schreibtischlampe. Die Lampe hat mir einer meiner besten Freunde und Kollege zur Niederlassung geschenkt. Sie ist sehr modern. Ich liebe das Zusammenspiel von Natur und moderner Technik. Und dann steht da noch ein alter Röntgenbildaufheller aus den 1960er-Jahren, der sogar noch funktioniert. 

RhÄ: Wie war das damals, als Sie sich entschieden, Medizin zu studieren?
Fritz: Als ich vom Schüleraustausch aus den USA zurückkam, studierte mein Bruder Zahnmedizin in Berlin. Es fiel ihm nicht schwer, mich dafür zu begeistern. Ich bekam in Köln einen Studienplatz und habe dort dann auch Humanmedizin abgeschlossen. Nach meinem PJ in Paris, wieder zurück in Köln, im Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße, hat mich der Chef der Kinderradiologie als Mensch so begeistert, dass ich mich für eine Weiterbildung in der Radiologie entschieden habe.

Für meine humanmediznische Promotion war ich über ein Harvard Research Fellowship ein Semester am Massachussetts General Hospital (MGH) in Boston. In dieser Zeit habe ich viel gelernt und mir auch für das Berufsleben als Arzt Handwerkszeug mitgebracht. Berufsbegleitend habe ich dann an der Düsseldorf Business School einen Master of Business Administration (MBA) erworben. Ich lege viel Wert auf Struktur und Standardisierung, wobei das Menschliche dabei nicht zu kurz kommen darf. 

„Der Eid ist wichtiger denn je, er trägt zu unserem Gemeinschaftsgefühl bei.

RhÄ: Was hat Sie dazu bewegt, sich ehrenamtlich in der Ärztekammer zu engagieren?
Fritz: Im Jahr 2009 bin ich in die Kammerversammlung und den Vorstand der Ärztekammer gewählt worden und durfte die letzte Amtsperiode von Professor Dr. Jörg-Dietrich Hoppe miterleben. Er ist immer dafür eingestanden, dass wir als Ärzte Schulter an Schulter stehen und uns nicht von Partikularinteressen leiten lassen. Seitdem ist mein Leitspruch: Einer für alle und alle für einen. Der Zusammenhalt unter uns Ärztinnen und Ärzten ist wichtig und muss gelebt werden. Wir sind alle durch die gleiche Schule gegangen, ob Haus- oder Facharzt, Klinikarzt oder Niedergelassener.

Wir Ärzte in Deutschland sind etwas Besonderes. So wie wir organisiert sind, können wir viel bewegen, wenn wir wollen. Auch aus diesem Grund ist für mich das ärztliche Gelöbnis wichtiger denn je, es trägt zum Gemeinschaftsgefühl der Ärzte bei, das auch die Bindung an die Kammer stärkt. Das ärztliche Gelöbnis hängt in unseren Praxen. An erster Stelle muss unser ärztlich-ethischer Anspruch stehen, eine bestmögliche Patientenversorgung zu gewährleisten. Das kann nie und wird nicht ein Betriebswirt für uns übernehmen können.

RhÄ: Mit welchen Themen befassen Sie sich typischerweise in einer Sitzung Ihrer Kreisstelle?
Fritz: Wir beschäftigen uns mit dem Notdienst, Beschwerden und natürlich Fortbildungen. Ich habe als Mitglied der Weiterbildungs- und der Ethikkommission gelernt, dass eine Abstimmung nicht immer der einzige Weg ist, um zu einer guten Lösung zu kommen. Oft diskutieren wir und bilden uns gemeinsam eine Meinung. Im Gespräch zeigt sich, wie das Gros der Beteiligten denkt und wir treffen eine gemeinsame Entscheidung.   

RhÄ: Was überwiegt in Ihrem Amt als Kreisstellenvorsitzender: Pragmatismus oder Idealismus?
Fritz: Manchmal wünsche ich mir schon, etwas pragmatischer zu sein. Auch wenn die Anforderungen des Alltags mich manchmal ausbremsen, versuche ich Idealist zu bleiben.

Für mich ist Ehrenamt notwendiger Teil des Lebens, um gesund zu bleiben. So bin ich aufgewachsen. Schon meine Eltern haben sich immer ehrenamtlich engagiert. Etwas für andere zu tun, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten, ist einer der wichtigsten Antriebe im Leben. Auch als Arzt würde ich jedem Patienten ein Ehrenamt empfehlen, um gesund zu bleiben.

RhÄ: Was verbinden Sie mit Viersen?
Fritz: Naturverbundenheit und Offenheit der ganzen Welt gegenüber. Hier fahre ich nicht langsam, weil ich im Stau stehe, sondern weil vor mir ein Traktor unterwegs ist. Ich kann mal eben zum Bauern fahren und Äpfel kaufen oder mir selbst Blumen oder Erdbeeren vom Feld pflücken. Ich kann aber auch Firmen finden, die erfolgreich modernste Technik oder national und international bekannte Produkte anbieten. Wie gesagt, ich liebe das Zusammenspiel von Natur und Technik.

Das Interview führte Jocelyne Naujoks.

Dr. Dr. med. Lars Benjamin Fritz, MBA, ist 1971 in Neuss geboren, hat in Köln und Paris studiert, in Düsseldorf und Boston seinen Facharzt gemacht und ist seit 2010 in Willich niedergelassen. Er war von 2009 bis 2014 Vorstandsmitglied der Ärztekammer Nordrhein, ist Mitglied der Weiterbildungs-, Prüfungs- und Ethikkommission und seit 2015 Vorsitzender der Kreisstelle Viersen.

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letzte Änderung am: 29.11.2018



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