Von der Arzthelferin zur Medizinischen Fachangestellten

Neuordnung des Berufsbildes zum 1. August 2006 – Organisatorische und kommunikative Kompetenz soll gestärkt werden

von Klaus Schumacher
Dipl.-Fw. Klaus Schumacher ist als Verwaltungsdirektor der Ärztekammer Nordrhein für das Arzthelferinnen-Ausbildungswesen verantwortlich.

Inhaltsübersicht

Einführung

Selbständigeres Handeln

Exemplarische Lernfelder

Beweggründe für die Reform

Ausblick


Einführung

Die Ausbildungsverordnung zur Medizinischen Fachangestellten regelt ab dem 1. August 2006 für die wichtigste Mitarbeitergruppe in den Praxen niedergelassener Ärzte die Rahmenbedingungen der Ausbildung neu.

Die mehr als 20 Jahre alte Verordnung zur Ausbildung zur Arzthelferin tritt zu diesem Zeitpunkt außer Kraft. Sie wird durch eine neustrukturierte, in ihrer Didaktik veränderte und auf neue Aufgaben der Mitarbeiterin in der Arztpraxis ausgerichtete Ausbildungsverordnung abgelöst.

PDF-Dokument Ausbildungsverordnung inklusive Anhang Ausbildungsrahmenplan (95 KB)

Stoffkatalog für die Prüfungen der Medizinischen Fachangestellten (133,81 KB, Stand: März 2007)  

Selbständigeres Handeln

Anders als in der Vergangenheit wird der Mitarbeiterin in der Arztpraxis eine besondere organisatorische und kommunikative Kompetenz zugeschrieben, die in der neuen Ausbildungsverordnung jetzt ihren Niederschlag gefunden hat.

Wie bisher ist die Kombination von medizinischen und verwaltungsbezogenen Berufsinhalten vor dem Hintergrund einer Tätigkeit in allgemeinmedizinisch/internistisch ausgerichteten Praxen Leitbild der Ausbildung. Schon die neue Berufsbezeichnung Medizinische Fachangestellte gibt aber einen deutlichen Hinweis auf die neuen Akzente im künftigen Qualifikationsprofil.

So soll die Medizinische Fachangestellte besser zum selbständigen Handeln qualifiziert sein, ohne dass die Aufsichts- und Delegationsfunktion des Arztes tangiert wird. Stärker als bisher soll sie in der Lage sein, Abläufe in der Praxis zu strukturieren, zu analysieren und dem Patienten verständlich zu machen – etwa durch Hinweise auf die Besonderheiten der jeweiligen Therapie oder der Praxis.

Exemplarische Lernfelder

Die Befähigung hierzu wird in der – weiterhin dreijährigen und dualen – Ausbildung durch eine handlungsorientierte Lernfeldvermittlung erlangt. Auf besonderen, eher ganzheitlich ausgelegten exemplarischen Lernfeldern erwirbt und vertieft die zukünftige Medizinische Fachangestellte ihre Berufskompetenz, die sie in die Lage versetzt, Erfahrungen aus den einzelnen Lernfeldern auf neue Praxissituationen zu übertragen.

Die Didaktik des Unterrichts in handlungsorientierten Lernfeldern löst das klassische Fächerprinzip ab. Die Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten setzt damit die Vorgaben der Kultusministerkonferenz aus dem Jahr 1993 zum lernfeldorientierten Unterricht um, der bereits in einer Vielzahl anderer dual ausgerichteter Berufsbilder praktiziert wird.

interner Link Ausbildungsrahmenplan

Beweggründe für die Reform

Neben einer Modernisierung von Inhalten und Didaktik bringt die Reform auch die Abschaffung einer als unbefriedigend zu wertenden Bestehensregel mit sich, die zum Beispiel das Bestehen der „Praktischen Übungen“ auch mit der Zensur „mangelhaft“ ermöglichte. Die neue Verordnung wertet die „Praktischen Übungen“ deutlich auf.

Auch leistet sie durch die Wissensvermittlung in zwölf strukturierten Lernfächern einen deutlichen Beitrag zur Vereinheitlichung der Berufsschullehrpläne. Es wird besser als bisher sichergestellt, dass Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten nunmehr einheitlich so vermittelt werden, dass eine weniger stark differenzierte Schwerpunktsetzung erwartet werden kann.

Die Ärztekammer Nordrhein hat sich intensiv an der aufwändigen Vorbereitung der Reform beteiligt. Neben einer Befragung der Ärzteschaft durch das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung gab es eine Befragung der Berufsbildungsausschüsse der Kammer, eine repräsentative Erhebung bei niedergelassenen Ärzten und ein sehr langwieriges Abstimmungsverfahren.

Die Ärztekammer Nordrhein wird – gemeinsam mit der Ärztekammer Westfalen-Lippe – zur künftigen Qualität der Ausbildung auch beitragen durch die Erstellung eines Stoffkataloges, der in die prüfungsrelevanten Berufsschullehrpläne einfließt.

Ausblick

Das Neuordnungsverfahren des Berufsbildes der Medizinischen Fachangestellten ist nunmehr zu einem gesetzgeberischen Abschluss geführt worden, der auch aus Sicht der Ärzteschaft zu begrüßen ist. Die Reform wird es erleichtern, jungen, interessierten Auszubildenden auch zukünftig die Mitwirkung an den Aufgaben der Ärzte in Klinik und Praxis als attraktives Berufsbild darzustellen.


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letzte Änderung am: 30.03.2012



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Rheinisches Ärzteblatt

Heft 4/2014

Titel 4/2014
Titelthema

Gute Weiterbildung im Rheinland: Startschuss für die dritte Evaluation

aktuelle Ausgabe

Kammerbeitrag: Fehlerhafte IBAN auf Überweisungsträger

Ein Übertragungsfehler hat dazu geführt, dass der Überweisungsträger, der dem Anschreiben zur Erhebung des Kammerbeitrags für Selbstzahler beigefügt war, eine fehlerhafte IBAN enthält. Die korrekte IBAN der Ärztekammer Nordrhein lautet: DE89 3006 0601 0001 1452 90

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