Grippe

FAQ

Was ist die Grippe?

Wie ist der Krankheitsverlauf?

Wann und für wen ist eine Schutzimpfung sinnvoll?

Wer trägt die Kosten?

Wo finde ich weitere Informationen?


 

Was ist die Grippe?

Zu unterscheiden ist zwischen dem eher harmlosen grippalen Infekt, der einfachen Erkältung, und der weitaus schwerwiegenderen "echten" durch Influenza-Viren verursachten Grippe, auch Influenza genannt.

Noch immer wird die Influenza-Grippe unterschätzt, obwohl die erhobenen Daten in eine andere Richtung weisen. Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland jährlich während einer durchschnittlichen Influenza-Saison 3 bis 5 Millionen zusätzliche Arztkontakte sowie 10.000 bis 20.000 zusätzliche stationäre Aufenthalte stattfinden. Die durch die Grippe bedingte Sterblichkeitsrate in Deutschland wird auf 5.000 bis 8.000 Todesfälle pro Jahr beziffert. Bei außergewöhnlich starker Influenza-Aktivität werden diese Zahlen deutlich überschritten und es kann wie in der Saison 1995/96 zu bis zu 30.000 Todesfällen kommen. Diese Angaben veranschaulichen die Bedeutung der Schutzimpfung, zumal die Influenza als Viruserkrankung nur bedingt behandelbar ist.

Wie ist der Krankheitsverlauf?

Übertragen wird die Virus-Grippe durch Tröpfcheninfektion, das heißt vorrangig durch Husten und Niesen. Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit beträgt ein bis drei Tage. Der Infizierte ist bereits ca. 24 Stunden vor Auftreten der Symptomatik und bis zu sieben Tage nach Erkrankungsbeginn ansteckend. Typisch für die Influenza sind plötzlich auftretendes hohes Fieber über 39° C, Schüttelfrost, Muskelschmerzen, Schweißausbrüche, allgemeine Schwäche, Kopfschmerzen, Halsschmerzen und trockener Reizhusten. Relativ häufig treten aufgrund der Abwehrschwäche zusätzliche bakterielle Infektionen auf (z. B. mit Pneumokokken oder Staphylokokken), in deren Verlauf es zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen kann.

Wann und für wen ist eine Schutzimpfung sinnvoll?

Die Grippeschutzimpfung sollte vornehmlich in den Monaten September bis November durchgeführt werden, ist aber auch bei Auftreten einer drohenden Epidemie später noch möglich und sinnvoll. Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) empfiehlt die Influenzaimpfung

  • für alle Personen ab 60 Jahren,
  • für alle Schwangere ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel, bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens ab dem 1. Schwangerschaftsdrittel,
  • für Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens wie beispielsweise
    • chronische Krankheiten der Atmungsorgane,
    • Herz- oder Kreislauf-krankheiten,
    • Leber- oder Nierenkrankheiten,
    • Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten,
    • chronische neurologische Krankheiten zum Beispiel Multiple Sklerose mit durch Infektionen getriggerten Schüben,
    • angeborene oder erworbene Störungen des Immunsystems oder HIV,
  • für Bewohner von Alters- und Pflegeheimen,
  • für Personen, die als mögliche Infektionsquellen im selben Haushalt lenbende oder von ihnen betreute Risikopersonen gefährden können. Als Risikopersonen gelten hierbei Personengruppen mit Grundkrankheiten, bei denen es Hinweise auf eine deutlich reduzierter Wirksamkeit der Influenza-Impfung gibt, wie beispielsweise Personen mit dialysepflichtiger Nierenerkrankungen oder Personen mit angeborener oder erworbener Störungen des Immunsystems oder deren Immunsystem medikamentös geschwächt ist.

Außerdem sollten im Rahmen eines erhöhten beruflichen Risikos

  • Personen mit erhöhter Gefährdung (z.B. medizinisches Personal)
  • Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr
  • Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute Risikopersonen fungieren könne

geimpft werden.

Ebenso geimpft werden sollten Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln. Die Impfung schützt zwar nicht vor der Vogelgrippe, aber es werden damit problematische Doppelinfektionen vermieden.

Quelle: Robert Koch-Institut,PDF-Dokument Epidemiologisches Bulletin 35/2017 vom 31.8.2017

Da sich das Influenza-Virus ständig verändert und somit bereits früher durchgemachte Grippe-Infektionen keine Immunität bewirken, ist jedes Jahr eine erneute Impfung mit dem aktuellen Impfstoff notwendig. Um einen Immunschutz aufzubauen, benötigt der Körper nach einer Impfung etwa 14 Tage. Die Schutzimpfung verhindert in der Regel den Ausbruch der Virusgrippe. Die heute angewandten Impfseren gelten darüber hinaus als sehr gut verträglich.

Wer trägt die Kosten?

Schutzimpfungen können von den Krankenkassen als so genannte Satzungsleistung übernommen werden. Das bedeutet, dass die Leistungen der Kassen bei Schutzimpfungen nicht identisch geregelt sind. Auch wenn die Impfkosten bei empfohlener Indikation durch die Ständige Impfkommission (STIKO) von den meisten Krankenkassen übernommen werden, empfiehlt sich vorab eine Rücksprache mit der eigenen Krankenversicherung.

Bei der Frage "Impfung ja oder nein?" gilt es zu bedenken, dass man nicht nur sich selbst, sondern grundsätzlich auch andere durch eine (Grippe)-Infektion gefährden kann.

Für eine persönliche Impfberatung ist Ihr behandelnder Arzt der geeignete Ansprechpartner.

Grippe-Schutz-Plakat

Wo finde ich weitere Informationen?

Internetlink Poster zum Ausdrucken (BZgA)

Internetlink Robert Koch-Institut

Internetlink Arbeitsgemeinschaft Influenza mit aktuellem Wochenbericht und detaillierten Informationen zur Influenza-Situation

Internetlink Grippe (Influenza) - Informationen über Krankheitserreger beim Menschen (BZgA)

Internetlink Grippeimpfung bei Erwachsenen (BZgA)

Internetlink Grippe (Gesundheitsinformationen.de vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen)

  Zum Seitenanfang

letzte Änderung am: 04.09.2017



Datenschutzgrundverordnung

Europasterne mit Paragraphenzeichen Foto: BillionPhotos com/Fotolia.com und froxx/Fotolia.com

interner Link Informationen zur Datenschutzgrundverordnung, die am 25.5.2018 Gültigkeit erlangt.

Rheinisches Ärzteblatt

Heft 4/2018

Titel 4/2018 Titelgestaltung: Eberhard Wolf

Titelthema

Quo vadis, Gesundheitsversorgung?

aktuelle Ausgabe

Alte Menschen gemeinsam gut versorgen

Gesicht eines älteren Mannes Foto: Nejron Photo-Fotolia.com 

Über neue Impulse für die sektorenübergreifende Versorgung in der Geriatrie diskutieren Experten am Samstag, 21. April 2018 von 10.00 bis 12.30 Uhr im Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft.

Interner Link Programm

Materialbestellung

Die Ärztekammer Nordrhein hält zahlreiche Informationsbroschüre und Flyer für Ärztinnen und Ärzte, Bürgerinnen und Bürger oder auch zur Auslage im Wartezimmer bereit. Die Materialien können einfach ein bereitgestelltes Online-Formular bestellt werden.

Interner Link Materialbestellung

Logo Cochrane Library
Jobbörse für MFA
Screenshot Jobbörse

Suchen Sie eine neue Praxis-Mitarbeiter/in oder haben Sie einen Ausbildungs- / Praktikums- / Hospitationsplatz frei? Über die Jobbörse auf unserer Homepage haben Sie die Möglichkeit, schnell und kostenlos ein Inserat aufzugeben. Auch Job-Suchende können hier eine Anzeige schalten.

interner Link Jobbörse

Critical Incident Reporting System NRW. Melde- und Lernsystem für medizinische Beinahe-Fehler für NRW.

 Internetlink www.cirs-nrw.de

Diese Web Seite ist von der Health On the Net Stiftung akkreditiert: Klicken Sie, um dies zu überprüfen

Wir befolgen den HONcode Standard für vertrauensvolle Gesundheitsinformationen.
Kontrollieren Sie dies hier.


Medisuch-Siegel

Die Medizinsuchmaschine "Medisuch" bestätigt der Ärztekammer Nordrhein, dass die Homepage ohne kommerzielle Einflussnahme erstellt ist.

Video über die Ärztekammer Nordrhein
Screenshot-Image-Video

Video (7 Minuten): Die Aufgaben der Ärztekammer Nordrhein

Interner Link Imagevideo