Tabakabhängigkeit

FAQ

Wie wirkt Tabak auf den Raucher?

Welche Gründe gibt es, um mit dem Rauchen aufzuhören?

Einige Zahlen zum Tabakkonsum

Wo gibt es Hilfe zur Tabakentwöhnung?

Landesinitiative "Leben ohne Qualm"


 

Wie wirkt Tabak auf den Raucher?

Nikotin ist eine hochgiftige Substanz mit einem hohen Abhängigkeitspotential. Diese Wirkung wurde lange verharmlost. Heute ist jedoch bekannt, dass Nikotin ein sehr starkes Suchtmittel ist. Wie bei anderen Drogen lässt sich auch bei der Nikotinsucht eine körperliche und eine psychische Abhängigkeit unterscheiden.

Innerhalb weniger Sekunden gelangt Nikotin ins Hirn und verursacht dort eine Veränderung der Funktionsweise des zentralen Nervensystems. Dies führt einerseits zu den vom Raucher erwünschten Effekten des Rauchens wie Freude, Wachheit, reduziertes Hungergefühl, Beruhigung etc., andererseits auch zu einer stofflichen Abhängigkeit. Bekommt das durch Rauchen veränderte Hirn kein Nikotin mehr, stellen sich Entzugserscheinungen ein. Darunter fallen zum Beispiel Nervosität, Aggressivität, Schlafstörungen, Hungergefühle, depressive Verstimmung, Angst und Konzentrationsschwäche. In welchem Ausmaß jemand unter Entzugserscheinungen leidet, kann nicht vorhergesagt werden. Dies ist sehr individuell. In jedem Fall verschwinden die Entzugserscheinungen nach wenigen Wochen.

Die psychische Abhängigkeit bleibt oft jedoch länger bestehen. Darunter versteht man den Wunsch, in Zusammenhang mit bestimmten Situationen und Gefühlen eine Zigarette zu rauchen. So kann die Tasse Kaffee oder das Glas Wein, das Telefon oder Autofahren das Bedürfnis zu rauchen hervorrufen. Genauso verstärkt eine positive Erwartungshaltung gegenüber der Zigarette, den Drang zu rauchen. (Wenn ich rauche, entspanne ich mich und es geht mir besser.)

Die durch Tabak hervorgerufene Sucht ist grundsätzlich vergleichbar mit der Abhängigkeit von Alkohol oder Heroin. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Tabakabhängigkeit daher auch als Krankheit eingestuft. Ebenso vergleichbar mit Heroin und Alkohol sind die durch Nikotinabhängigkeit bedingten erheblichen Schwierigkeiten beim Ausstieg aus der Sucht.

Die gesundheitlichen Risiken des Rauchens sind enorm. Es gibt kaum ein menschliches Organ, das nicht durch Rauchen geschädigt wird.

Tabakkonsum ist der größte Risikofaktor für Krebserkrankungen der Lunge, der Speiseröhre und des Kehlkopfes. Er begünstigt ebenso die Entstehung von Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) und ihre Folgeerkrankungen. Das heißt, Raucher erleiden Herzinfarkte, Schlaganfälle und Gefäßverschlüsse an den Gliedmaßen - bekannt als Raucherbein - mit deutlich erhöhter Wahrscheinlichkeit als Nichtraucher. Auch begünstigt das Rauchen die Entstehung chronischer Atemwegserkrankungen.

PDF-Dokument S3-Leitlinie: "Screening, Diagnostik und Behandlung des schädlichen und abhängigen Tabakkonsums (AWMF)

Welche Gründe gibt es, um mit dem Rauchen aufzuhören?

Ein Rauchstopp bringt sofortige und entscheidende gesundheitliche Vorteile für Raucher aller Altersgruppen. Wenn man vor dem fünfzigsten Lebensjahr mit dem Rauchen aufhört, halbiert sich das Risiko, innerhalb der nächsten fünfzehn Jahre zu sterben, im Vergleich zum Risiko derjenigen, die weiterhin rauchen.

Der Ausstieg aus der Tabakabhängigkeit lohnt sich. Schon wenige Stunden nach dem Rauchstopp stellt sich der Körper um. Nach rund 20 Minuten sinken Puls und Blutdruck. Der Kohlenmonoxydgehalt im Blut vermindert sich nach etwa 8 Stunden. 24 Stunden nach dem Rauchstopp nimmt allmählich das Herzinfarktrisiko ab. Nach 3 Tagen bessert sich die Atmung merklich. Nach 3 Monaten steigert sich die Lungenfunktion um 30 Prozent. Nach 10 Jahren halbiert sich das Lungenkrebsrisiko. Nach 15 Jahren ist das Herzinfarktrisiko wie bei einem Nichtraucher.

Einige Zahlen zum Tabakkonsum

2013 rauchte ein Drittel der Bevölkerung, davon 33 Prozent aller Männer und 27 Prozent aller Frauen. Damit liegt Deutschlands Raucherquote bei Erwachsenen im europäischen Vergleich im Mittelfeld.

Allein in Deutschland sterben jährlich etwa 110.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Das sind etwa 300 bis 400 Menschen täglich. Die Todesrate durch das Rauchen ist höher als die von Aids, Alkohol und illegalen Drogen, Verkehrsunfällen, Morden und Suiziden zusammen.

Durchschnittlich verlieren starke Raucher zehn Jahre ihrer Lebenserwartung und es sterben mehr als die Hälfte aller regelmäßigen Raucher frühzeitig.

Schätzungen zufolge belaufen sich die Kosten für die Versorgung von Krankheiten, die auf das Rauchen zurückzuführen sind unter Einbeziehung von Erwerbsunfähigkeit, Frühberentung und Todesfällen auf jährlich etwa 21 Milliarden Euro.

Quellen: BZgA, WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle, American Cancer Society, Robert Koch-Institut, Deutsches Krebsforschungszentrum

Internetlink Themenschwerpunkt: Rauchen (Robert Koch-Institut)

Internetlink Tabakkonsum in Deutschland (Deutsches Krebsforschungszentrum)

Wo gibt es Hilfe zur Tabakentwöhnung?

Zahlreiche Informationen zum Thema Rauchen und Raucherentwöhnung gibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und das WHO – Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle beim Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg.

Internetlink www.rauchfrei-info.de

Internetlink www.tabakkontrolle.de

Die BZgA bietet ein Raucherentwöhnungsprogramm, an dem man online, kostenlos und anonym teilnehmen kann.

Die Telefonberatung der BZgA zur Rauchentwöhnung steht unter Telefonnummer 0800 / 8 31 31 31 (kostenfrei) zur Verfügung.

Internetlink Weitere Informationen zur Telefonberatung


 

Landesinitiative "Leben ohne Qualm"

Die Landesinitiative Leben ohne Qualm (LoQ), in der die Ärztekammer Nordrhein Mitglied ist, engagiert sich seit Jahren im Nichtraucherschutz bezogen auf Kinder und Jugendliche. Unter anderem hat die LoQ eine App "Tabak-Talk" (nur Android) für Jugendliche ab 12 Jahren entwickelt. Sie soll Jugendliche dazu anregen, sich auf spielerische aber auch kritische Weise mit dem eigenen und dem Rauchverhalten anderer auseinander zu setzen.

Internetlink Tabak-Talk

Plakat gegen Rauchen

„Get it!" ist das neue Online-Spiel für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren. "Getty" kann sowohl über einen modernen Browser am Desktop-Rechner, am Laptop, auf Tablets als auch auf Smartphones in allen Betriebssystemen aufgerufen werden, Voraussetzung ist ein Internetanschluss.

Internetlink Get it!

Der jährliche HipHop-Wettbewerb soll junge Menschen motivieren, sich kreativ mit den Vorteilen des Nichtrauchens auseinanderzusetzen.

Die beiden Ärztekammern in Nordrhein und Westfalen-Lippe stiften den Sonderpreis in der Kategorie „Bester Mädchen-Act“

Internetlink HipHop-Wettbewerb 2017

"SMS-Coach" heißt ein neuer Service der Landesinitiative "Leben ohne Qualm" (LoQ). Dabei handelt es sich um ein SMS-basiertes Prgramm zur Förderung des Rauchausstiegs bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Das Programm kann ohne Voraussetzung von Schulen ujnd Jugendlichen genutzt werden - egal ob man aufhören möchte, über einen Ausstieg nachdenkt oder nicht. Einzige Bedingung: Handy, Smartphone und SMS-Nutzung. Das bereits in Bremen ("MyWay") und in der deutschsprachigen Schweiz eingesetzte und hinsichtlich Akzeptanz und Wirksamkeit überprüfte Programm ist für die Schüler kostenfrei.

Zugang zum SMS-Coach sowie Informationen und Materialien für interessierte Schulen und Ausbildungsbetriebe stehen ebenfalls auf der Homepage von LoQ zur Verfügung.

Internetlink Weitere Informationen zur Landesinitiative

Internetlink sms-coach

Landesinitiative Leben ohne Qualm (LoQ) - Ginko-Stiftung Landeskoordinierungsstelle Suchtvorbeugung NRW

Telefonnummer 0208 / 3 00 69 31

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letzte Änderung am: 03.05.2017



Kammersymposium zur Gesundheitsversorgung von Menschen mit Behinderung

Logo Ärztekammer Nordrhein

Die Ärztekammer Nordrhein veranstaltet am Freitag, 23. Februar 2018 von 15 bis 19 Uhr ein Symposium mit dem Thema "Gesundheitsversorgung von Menschen mit geistiger Behinderung - Wo stehen wir heute?" Neben dem Grußwort des NRW-Gesundheitsministers Karl-Josef Laumann stehen Vorträge und Diskussionsrunden mit Vertretern verschiedener Bereiche des Gesundheitswesens auf dem Programm.

interner Link Programm

Rheinisches Ärzteblatt

Heft 2/2018

Titel 2/2018 Titelillustration nach einem Entwurf von Alexandra Wilhelm, Titelkonzept Eberhard Wolf

Titelthema

Gute Medizin sieht Vielfalt

aktuelle Ausgabe

Dokumentation: Cannabis auf Rezept?
Cannabis als Medikament Foto: Africa Studio - Fotolia.com

Foto: Africa Studio - Fotolia.com

Am Freitag 8. Dezember 2017 veranstaltete die Ärztekammer Nordrhein das Kammersymposium "Cannabis auf Rezept? Cannabinoide in der Medizin im Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft. Einige der gehaltenen Referate stehen zur Verfügung.

interner Link Dokumentation

Ärztekammer begrüßte neue Mitglieder

Begrüßungsveranstaltung für neue Mitglieder November 2017 Foto: Jochen Rolfes 

Am Samstag, 25. November 2017 begrüßte Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein, zum 15. Mal neue Kammermitglieder im Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft.

interner Link Festvortrag und Bildergalerie

Materialbestellung

Die Ärztekammer Nordrhein hält zahlreiche Informationsbroschüre und Flyer für Ärztinnen und Ärzte, Bürgerinnen und Bürger oder auch zur Auslage im Wartezimmer bereit. Die Materialien können einfach ein bereitgestelltes Online-Formular bestellt werden.

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Jobbörse für MFA
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Critical Incident Reporting System NRW. Melde- und Lernsystem für medizinische Beinahe-Fehler für NRW.

 Internetlink www.cirs-nrw.de

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