Noroviren-Infektion

FAQ

Was ist das Norovirus?

Welche Beschwerden treten auf?

Wie wird eine Norovirusinfektion behandelt?

Wie wird die Krankheit übertragen?

Wie lange ist die Zeitdauer von der Infektion bis zum Auftreten der Erkrankung (Inkubationszeit)?

Wie lange besteht eine Ansteckungsgefahr?

Wie kann man sich schützen?

Wann darf mein Kind wieder in den Kindergarten?

Welche Berufsgruppen sind ebenfalls betroffen?

Ist die Erkrankung meldepflichtig?

An wen kann man sich wenden?


 

Was ist das Norovirus?

Das Norovirus - früher auch als Norwalk-Like-Virus benannt - ist seit 1972 als Auslöser von Magen-Darminfekten bekannt. Es ist weltweit verbreitet und für einen großen Teil der virusbedingten Magen-Darminfekte bei Kindern und Erwachsenen verantwortlich.

Besonders stark betroffen sind Kinder unter 5 Jahren und ältere Menschen. In Gemeinschaftseinrichtungen- Kindergärten, Schulen, Altenheimen, Krankenhäusern - kann sich das Virus sehr schnell ausbreiten.

Welche Beschwerden treten auf?

Noroviren verursachen einen akut auftretenden Magen-Darminfekt, der gekennzeichnet ist durch:

  • schwallartiges Erbrechen und/oder
  • starken Durchfall.

Darüber hinaus treten in der Regel ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit Kopf-, Bauch- und Muskelschmerzen, Übelkeit und Mattigkeit sowie leicht erhöhte Körpertemperatur auf.

Normalerweise halten die Beschwerden zwischen 12 und 48 Stunden an und klingen dann ab.

Durchfall und Erbrechen können zu einem erheblichen Flüssigkeitsverlust führen. Dies ist besonders gefährlich für Erkrankte, kleine Kinder und ältere Personen.

Wie wird eine Norovirusinfektion behandelt?

Eine gezielte Therapie gibt es nicht. Wichtig ist, dass verlorene Flüssigkeit und Mineralien ersetzt werden. Manchmal ist eine Krankenhauseinweisung notwendig. In der Regel heilt die Norovirus-Infektion jedoch ohne Komplikationen ab.

Wie wird die Krankheit übertragen?

Zum einen werden die Viren mit dem Stuhl des Menschen ausgeschieden. Da sie sehr infektiös sind, reichen bereits wenige Viruspartikel für eine Übertragung auf andere Personen aus. Beim Erbrechen gelangen Viren auch in die Luft und können, wenn sie eingeatmet werden, Erkrankungen auslösen. Dies erklärt die rasche Ausbreitung einer Norovirusinfektion in Gemeinschaftseinrichtungen.

Neben dieser Übertragung von Mensch zu Mensch, können aber auch Erkrankungen von verunreinigten Speisen und Getränken ausgehen.

Weiterhin können Infektionen durch verunreinigte Gegenstände ausgelöst werden.

Wie lange ist die Zeitdauer von der Infektion bis zum Auftreten der Erkrankung (Inkubationszeit)?

Eine Norovirusinfektion tritt bereits 10 - 50 Stunden nach Kontakt auf.

Wie lange besteht eine Ansteckungsgefahr?

Erkrankte sind mindesten noch 48 Stunden nach dem Nachlassen der Krankheitsbeschwerden ansteckend.

Das Virus kann weitere 7-14 Tage über den Stuhl ausgeschieden werden. Die Hygieneregeln sollten in dieser Zeit sehr sorgfältig eingehalten werden.

Wie kann man sich schützen?

Ist ein Angehöriger in der Familie erkrankt, ist es hilfreich, wenn er in den nächsten Tagen eine separate Toilette benutzen kann.

Der Kontakt des Erkrankten sollte in der Familie auf möglichst wenige Personen beschränkt bleiben. Kleine Kinder und ältere Personen sind besonders gefährdet. Der Kontakt zu ihnen sollte möglichst vermieden werden.

Patient und Kontaktpersonen können sich am besten durch gründliches Waschen der Hände mit warmem Wasser und Seife oder durch eine Händedesinfektion nach dem Toilettengang vor einer weiteren Verbreitung der Erkrankung schützen.

Direkte körperliche Kontakte, wie Händeschütteln, sollten vermieden werden.

Gegenstände (z.B. Waschbecken, Toilette, Türgriffe, Böden), die mit Stuhl oder Erbrochenem eines Erkrankten in Berührung gekommen sind, können unter Benutzung von Haushalthandschuhen gründlich gereinigt werden. Am besten verwendet man für die Reinigung Einmalhandtücher und entsorgt diese anschließend. Körper- und Bettwäsche sollten mit einem Vollwaschmittel bei 60° Grad gewaschen werden.

Eine Desinfektion der Sanitärräume ist generell im Haushalt nicht notwendig und auch in diesem Fall nur dann sinnvoll, wenn das benutzte Mittel nachweislich gegen Viren wirkt und korrekt angewendet wird.

Wann darf mein Kind wieder in den Kindergarten?

Kinder unter 6 Jahren dürfen erst dann wieder in den Kindergarten oder in die Schule, wenn sie 48 Stunden beschwerdefrei waren. Ein schriftliches ärztliches Attest ist hierfür nicht erforderlich. Allerdings sollte man innerhalb der nächsten Zeit noch verstärkt auf die Hygiene achten.

Welche Berufsgruppen sind ebenfalls betroffen?

Erkrankte Personen, die im Lebensmittelbereich nach § 42 Infektionsschutzgesetz (IfSG) tätig sind.

Internetlink § 42 IfSG

Erkrankte, die betreuende Tätigkeiten in Gesundheits- und Gemeinschaftseinrichtungen ausüben. Auch hier kann die Beschäftigung 2 Tage nach Abklingen der Symptome wieder aufgenommen werden. Die Händehygiene sollte in den kommenden 4 - 6 Wochen besonders beachtet werden.

Ist die Erkrankung meldepflichtig?

Für Leiter von Laboratorien ist nach § 7 Infektionsschutzgesetz (IfSG) der direkte Nachweis von Noroviren meldepflichtig.

Internetlink § 7 IfSG

Für Ärzte sind nach § 6 IfSG Krankheitsverdacht und Erkrankung an eines akuten ansteckenden Magen - Darminfektes meldepflichtig, wenn die erkrankte Person zu einer, der oben genannten Berufsgruppen gehört oder wenn zwei oder mehr gleichartige Erkrankungen auftreten, bei denen ein epidemiologischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet wird.

Internetlink § 6 IfSG

An wen kann man sich wenden?

Der erste Ansprechpartner ist der behandelnde Arzt. Er prüft den Gesundheitszustand des Betroffenen und leitet therapeutische und schützende Maßnahmen ein.

Wenn Gefahr durch Komplikationen droht, weist er den Patienten in ein Krankenhaus ein.

Die Gesundheitsämter sind über Ausbrüche in ihrer Region informiert.

Internetlink Liste der Gesundheitsämter in NRW

Zu speziellen Fragen der Virusdiagnostik verweist das Robert-Koch-Institut auf ein eigenes Konsiliarlaboratorium:

Internetlink Konsiliarlaboratorium für Noroviren

Internetlink Robert-Koch-Institut zu Noroviren

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letzte Änderung am: 23.01.2017



Rheinisches Ärzteblatt

Heft 2/2018

Titel 2/2018 Titelillustration nach einem Entwurf von Alexandra Wilhelm, Titelkonzept Eberhard Wolf

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Dokumentation: Cannabis auf Rezept?
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Am Freitag 8. Dezember 2017 veranstaltete die Ärztekammer Nordrhein das Kammersymposium "Cannabis auf Rezept? Cannabinoide in der Medizin im Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft. Einige der gehaltenen Referate stehen zur Verfügung.

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Ärztekammer begrüßte neue Mitglieder

Begrüßungsveranstaltung für neue Mitglieder November 2017 Foto: Jochen Rolfes 

Am Samstag, 25. November 2017 begrüßte Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein, zum 15. Mal neue Kammermitglieder im Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft.

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