Intensive Resonanz auf die Veranstaltung "Organspende schenkt Leben"

Essen, Dezember 2010. Mit der Informationsveranstaltung "Organspende schenkt Leben" ist der Auftakt für die Stadt Essen, für alle Bürgerinnen und Bürger, aber auch für alle professionellen Akteure gemacht worden, das Thema Organspende in der öffentlichen Diskussion zu verankern. Eine intensive Resonanz auf dieses schwierige Thema konstatierte Dr. med. Ludger Wollring, Vorsitzender der Kreisstelle Essen der Ärztekammer Nordrhein, der die Veranstaltung geleitet hat.

Die hochkarätigen Referenten und Podiumsteilnehmer haben den Anwesenden ganz unterschiedliche Facetten der Organspende und der Organtransplantation vor Augen geführt. So hat Professor Dr. Eckhard Nagel, Ärztlicher Direktor des Essener Klinikums, unter anderem ausgeführt, dass die zunehmende Ökonomisierung der Medizin zusätzliche Ängste bei diesem schwierigen Thema schürt.

Wer Angst hat, ob ihm Organe erst nach dem sicheren Tod entnommen werden und nicht vielleicht schon früher, der zeigt - verständlicherweise - keine Bereitschaft für eine postmortale Organspende. In Information und Aufklärung sieht Nagel eine große Aufgabe der Zukunft, um die Spendenbereitschaft der Bevölkerung zu erhöhen.

Der Münsteraner Medizinethiker Privatdozent Dr. phil. Johann-S. Ach bewertet die Organspende als moralische Verpflichtung einer Gesellschaft und hat sich für die Widerspruchslösung ausgesprochen. Das heißt, wer sich zu Lebzeiten nicht gegen eine Organspende ausgesprochen hat - so ist es in vielen europäischen Ländern geregelt - gilt als potenzieller Spender.

Der Transplantationsbeauftragte des Klinikums Essen, Privatdozent Dr. Gernot Kaiser gab einen Überblick, wie sich die Situation in Essen darstellt. Eindrücklich waren die Zahlen von Spendern, Empfängern und Patienten auf der Warteliste, von denen rund 10 Prozent vor einer möglichen Transplantation versterben. Neben den Ausführungen, wie Krankenhäuser sich strukturiert dem Thema Organspende nähern sollen, gab er zu bedenken, dass die Vertagung der Entscheidung zur Organspende bis nach dem eigenen Tod auf die Angehörigen fatal sei. Denn in dieser schwierigen Situation des persönlichen Verlustes kann den Angehörigen nicht die schwierige Entscheidung zur Organspende - und das in der Kürze der gebotenen Zeit - aufgebürdet werden.

Einig waren sich die Experten, dass die Organspende eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist und dass sich jeder Einzelne mit dem Thema beschäftigen und für sich persönlich zu einer definierten Entscheidung für oder gegen Organspende kommen sollte.

Die anschließende Diskussion unter Beteiligung des Publikums machte vor allem durch die Berichte und Fragen der Betroffenen deutlich, dass das Thema Organspende und Organtransplantation oftmals sehr stiefmütterlich behandelt wird.

Zusammenfassend stellte Dr. Ludger Wollring gemeinsam mit den Referenten fest, dass mehr Zustimmung und Spendenbereitschaft nur durch eine intensivierte Information der Bevölkerung zu erreichen ist. Potentielle Spender haben noch zu viele Bedenken und Ängste. "Angst aber ist immer ein schlechter Ratgeber", sagte Wollring.

Die in Essen Verantwortlichen sind hier auf dem richtigen Weg.

Ansprechpartner für Rückfragen:

Dr. med. Ludger Wollring, Vorsitzender der Kreisstelle Essen, Ärztekammer Nordrhein

Bamlerstr. 3c, 45141 Essen,

Sekretariat: Ute Gembler, Telefonnummer 0201 / 43 60 30 31, E-Mail ute.gembler@aekno.de


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letzte Änderung am: 03.12.2010



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