Alkoholprävention

Frau mit Weinglas

Foto: Susanne Legien

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen veranstaltet jährlich eine Aktionswoche „Alkohol“ und wirbt für einen verantwortungsvollen Umgang damit. Die Ärztekammer Nordrhein unterstützt die Aktionswoche vom 13. Bis 21. Juni 2015 erstmalig, wird aber auch darüber hinaus unterschiedliche Aktivitäten durchführen und Materialien zusammenstellen.

Hintergrund

Nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen trinkt der Deutsche pro Kopf im Schnitt 136,9 Liter alkoholische Getränke im Jahr – etwa so viel wie in eine durchschnittliche Badewanne passt. Jedes Jahr sterben 74.000 Menschen an den Folgen ihres Alkoholmissbrauchs. Rund 1,77 Millionen Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren sind alkoholabhängig, sie vermindern ihre Lebenserwartung um etwa 15 bis 20 Jahre. Etwa jedes sechste Kind in Deutschland kommt aus einer Familie, in der Alkoholismus oder Drogenabhängigkeit herrschen. Für diese Kinder ist das Risiko, als Erwachsene selbst suchtkrank zu werden, im Vergleich zu Kindern aus nichtsüchtigen Familien bis zu sechsfach erhöht. Etwa ein Drittel dieser Kinder wird im Erwachsenenalter stofflich abhängig. Dass Alkoholmissbrauch eben nicht nur ein Problem des Nutzers ist, zeigt auch die jährliche Unfallstatistik. Im Jahr 2012 registrierte das Statistische Bundesamt 15.130 Unfälle im Straßenverkehr, bei denen mindestens einer der Beteiligten (Fahrer oder Fußgänger) unter Alkoholeinfluss stand. Dabei wurden 338 Menschen getötet.

In einer 2012 im „Lancet“ veröffentlichten Studie wiesen britische Forscher (LIM et al. 2012) nach, dass regelmäßiger Alkoholkonsum zu den wichtigsten Gesundheitsrisiken gehört. Alkoholbedingte Folgekrankheiten sind durch viele Studien belegt. Praktisch sind alle Organsysteme betroffen, wobei viele neue Befunde die kanzerogene Wirkung des Alkohols belegen. Die höchste Zuwachsrate bei Männern gab es in den vergangenen 30 Jahren bei Leber- und Gallenkrebs: plus 152 Prozent von 1.981 auf 5.000 Sterbefälle. Einer der Gründe dafür ist, dass Männer mehr Alkohol trinken. Die Kosten alkoholbedingter Krankheiten werden pro Jahr auf 26,7 Milliarden Euro geschätzt.

Zur Verringerung der Krankheitsrisiken empfiehlt die Wissenschaft die Einhaltung der Grenzwerte für einen risikoarmen Alkoholkonsum. Und hier knüpft auch das Motto der diesjährigen Aktionswoche Alkohol an: „Weniger Alkohol ist besser. Und bei der Arbeit und auf der Straße 0 Promille.“ Es ist ein pragmatisches Motto – wenn es schon nicht gelingt, wirksame verhältnispräventive Maßnahmen wie Werbeverbote oder Erhöhung der Alkoholsteuer durchzusetzen, soll zumindest der Versuch unternommen werden, individuelle Risiken zu minimieren.

Informationen und Anhaltspunkte zu einem risikoarmen Alkoholkonsum bei gesunden Erwachsenen sind in den Flyern der Ärztekammer Nordrhein, die der Ausschuss für Fragen der Prävention und Gesundheitsberatung herausgegeben hat, zusammengestellt.

Die Flyer mit den unterschiedlichen Zielgruppen Männer / Frauen sind bei der Ärztekammer Nordrhein kostenfrei zu bestellen: E-Mail snezana.marijan@aekno.de

Cover Flyer Alkoholprä⁞vention Frauen Cover Flyer Alkoholprävention Männer
 Flyer zur Alkoholprävention - Frauen (222,67 KB)
 Flyer zur Alkoholprävention - Männer (225,71 KB)

Fragebogen soll Einstellungen zur Alkoholabhängigkeit im professionellen Hilfesektor ermitteln

Alkohol hat in Teilen Deutschlands und in der gesamten Alkohol- und Werbebranche einen Ruf als „nationales Kulturgut“. Er ist aus dem deutschen Alltag kaum wegzudenken. Doch trotz des extrem weit verbreiteten Konsums und seiner weitgehenden Akzeptanz lehnt ein großer Teil der Bevölkerung Menschen mit Alkoholproblemen ab. Das bleibt nicht ohne Folgen: Das „Tabu Sucht“ hält Betroffene und ihr soziales Umfeld viel zu oft zurück, ihre Probleme offen auszusprechen und Hilfe zu suchen.

Einstellungen haben auch Einfluss auf die Arbeit der professionellen Helferinnen und Helfer. Es liegen nur wenige Studien vor, wie Mitarbeitende aus Suchthilfe, Medizin oder Arbeitsvermittlung denken und fühlen, wenn sie mit Menschen mit Alkoholproblemen arbeiten. Eine Untersuchung per Online-Befragung soll hierzu Aufschluss geben.

Der Fragebogen ist Teil einer von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) unterstützten Dissertation am Fachbereich Psychologie der Universität Hildesheim. Angesprochene Zielgruppen sind Mitarbeitende aus den Bereichen Suchthilfe, Medizin und Arbeitsvermittlung. Ziel ist es, die Hilfeangebote für Menschen mit Alkoholproblemen zu verbessern. Die Daten werden anonym behandelt.

Die Ärztekammer Nordrhein hat im Jahr 2015 die Aktionswoche „Alkohol“ der DHS unterstützt.

Um repräsentative Daten zu bekommen, ist eine hohe Teilnahme an der Befragung im Interesse der DHS.

Internetlink Online-Befragung

Rückfragen beantwortet Christina Rummel bei der DHS

E-Mail rummel@dhs.de

Telefonnummer 02381 / 90 15 24


Weitere Materialien

Kurzintervention bei Patienten mit Alkoholproblemen. Ein Beratungsleitfaden für die ärztliche Praxis
(Bundesärztekammer, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)

Kampagnenmaterial sowie „Mia, Mats und Moritz - Neue DHS Broschüre für Kinder aus Familien Suchtkranker“ Kostenlose Bestellung unter
Internetlink Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen

S3-Leitlinien "Screening, Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen"
(Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde)

Internetlink Hilfe für Kinder aus suchtbelasteten Familien
Ein Leitfaden für Ärztinnen und Ärzte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen
(Nacoa Deutschland)

Selbsthilfegruppen für Angehörige und Betroffene werden aktuell auch in der Datenbank der Selbsthilfekontaktstelle der Ärztekammer Nordrhein, Stichwort „Alkoholabhängigkeit“, geführt.

lokaler Link Selbsthilfegruppen-Datenbank

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letzte Änderung am: 01.03.2018



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