Kindliche Zwangsstörungen

FAQs

Wie drückt sich eine Zwangsstörung aus?

Haben Zwangsstörungen im Kindesalter Krankheitswert?

Wo finden wir Hilfe?

Weiterführende Informationen


 

Wie drückt sich eine Zwangsstörung aus?

Zwangsstörungen sind durch wiederkehrende und anhaltende Verhaltensweisen, Gedanken und Impulse gekennzeichnet, die sich gegen inneren Widerstand aufdrängen und vom Patienten als unsinnig, übertrieben und quälend erlebt werden.

Bei Zwangsgedanken geht es oft um zwanghafte Überzeugungen, bildhafte Vorstellungen oder Impulse jemandem zu schaden, in eine peinliche Situation zu geraten oder ein Unheil anzurichten. Gedankengänge können nicht befriedigend abgeschlossen werden, sodass sie sich ständig wiederaufdrängen und wiederholt werden müssen.

Bei Zwangshandlungen (oder Zwangsritualen) geht es um wiederholt auftretende Verhaltensweisen (zum Beispiel Wasch-, Kontroll-, Ordnungszwang) oder geistige Handlungen (zum Beispiel Zählen), die ständig wiederholt werden müssen.

Die Symptomatik führt oft zu einer schweren Beeinträchtigung des Patienten und zu gravierenden Konflikten im sozialen Umfeld (Familie, Schule).

 

Haben Zwangsstörungen im Kindesalter Krankheitswert?

Zwangsstörungen zählen zu den häufigen psychischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Sie werden aber oft erst spät erkannt. Von 100 Kindern und Jugendlichen sind im Schnitt bis zu 3 erkrankt. Die Symptomatik führt oft zu einer schweren Beeinträchtigung im schulischen und sozialen Alltag der Betroffenen und ihrer Familien. Wissenschaftliche Untersuchungen weisen daraufhin, dass sich eine möglichst frühzeitige Behandlung positiv auf die Entwicklung der Erkrankung auswirkt, die bei einem Großteil der Betroffenen chronisch verläuft.

 

Wo finden wir Hilfe?

Erster Ansprechpartner sollte der behandelnde Kinder- und Jugendarzt oder der behandelnde Hausarzt sein. Dieser kann je nach Erfordernis zum niedergelassenen Kinder- und Jugendpsychotherapeuten, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie oder in eine kinder- und jugendpsychiatrische Klinik überweisen.

Während bei den leichten Formen, die sich vor allem im Vorschul- und Grundschulalter manifestieren, mehrheitlich eine ambulante Beratung der Eltern oder weiterer Bezugspersonen ausreicht, ist bei den schweren, zumeist erst im Jugendalter vorgestellten Fällen eine stationäre Behandlung der Zwangsstörungen erforderlich.

Die Behandlung umfasst in der Regel mehrere Therapieelemente:

  • Aufklärung und Beratung der Eltern sowie des Kindes oder Jugendlichen,
  • Maßnahmen in der Familie zur Verminderung der Symptomatik und Einbindung in bestehendes Vermeidungsverhalten,
  • Psychotherapeutische Behandlung,
  • gegebenenfalls medikamentöse Therapie zur Verminderung der Zwangssymptomatik.

Wissenschaftliche Untersuchungen verweisen auf die hohe Bedeutung einer frühen Behandlung der Zwangsstörung. Aufgrund der Chronifizierungsneigung kann unabhängig von einem anfänglichen Behandlungserfolg eine längerfristige Fortführung therapeutischer Maßnahmen angezeigt sein.

Quelle: Dt. Ges. f. Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie u. a. (Hrsg.): Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von psychischen Störungen im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter. Deutscher Ärzte Verlag, 3. überarbeitete Auflage 2007


Weiterführende Informationen

Internetlink Deutsche Gesellschaft für Zwangserkrankungen e. V.
Internetlink Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland e.V. (BKJPP)
Internetlink Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e.V. (DGKJP)

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letzte Änderung am: 05.07.2017

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