Palliativversorgung in Nordrhein setzt Maßstäbe

Schon vor mehr als zehn Jahren hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein damit begonnen, die ambulante Palliativversorgung in ihrem Landesteil zu etablieren – heute dient die Palliativversorgung in Nordrhein als Vorbild. In Veranstaltungen für Angehörige betroffener Patienten klärt die KV Nordrhein über Möglichkeiten und Grenzen der Versorgung auf.

Gruppenfoto Referenten Palliativversorgung KVNo Foto: KV Nordrhein

Informierten über die Palliativversorgung: Chirurg Dr. med. Bernhard Mallmann, die KVNO-Referenten Achim Merling und Dr. Heike Zimmermann, Hausarzt Dr. Claudius Löns, Bettina Kutzscher vom Hospizverein Düsseldorf-Nord und Pflegedienstleiter Claus Bunten (v.l.n.r.), wie Mallmann vom „Palliative Care Team Düsseldorf“. Foto: KV Nordrhein

von Heiko Schmitz

Das Ziel der Palliativversorgung ist klar: Die Lebensqualität des Patienten soll so lange wie möglich erhalten bleiben, seine Beschwerden gelindert werden. Dieses Ziel lässt sich heute in Nordrhein dank eines flächendeckenden Angebots für die häusliche Versorgung Schwerstkranker erreichen – die KV Nordrhein, ihre Vertragspartner und engagierte Haus- und Fachärzte sind im Verbund mit Pflegefachkräften und Hospizdiensten der Garant dafür, dass Schwerstkranke, sofern es der Zustand des Patienten zulässt, in der letzten Lebensphase in ihrer häuslichen Umgebung qualifiziert betreut werden können.

„Inzwischen ist eine koordinierte ambulante Palliativversorgung mit einem 24-stündigen Bereitschaftsdienst in nahezu allen Regionen Nordrheins möglich“, sagt Dr. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein, der den Wert der ambulanten Palliativversorgung betont: „Wir wissen, dass die meisten schwerstkranken und sterbenden Menschen den Wunsch haben, ihre letzte Lebenszeit in der häuslichen Umgebung zu verbringen. Dabei steht nicht das medizinisch Machbare im Fokus, sondern der Wille des schwerstkranken Patienten.“

Um das Angebot bekannt zu machen und wichtige Fragen rund um die Palliativversorgung zu beantworten, veranstaltet die KV Nordrhein regelmäßig Infoveranstaltungen für Patienten beziehungsweise für die Angehörigen der Betroffenen – zuletzt am 7. Juli im Haus der Ärzteschaft unter Beteiligung des „Palliative Care Teams Düsseldorf“, das nächste Mal am 18. Oktober in Köln in Kooperation mit der Volkshochschule im VHS Studienhaus am Neumarkt (Beginn 18 Uhr).

Die wichtigsten Fragen der Besucher lauten zumeist: Was mache ich, wenn ein Angehöriger unheilbar erkrankt oder ich selbst betroffen bin? Ist eine medizinische Versorgung auch zu Hause möglich? An wen kann ich mich wenden? Antworten geben Experten aus erster Hand – in Düsseldorf sprachen der Hausarzt und Palliativmediziner Dr. Claudius Löns, der Palliativmediziner und Chirurg Dr. Bernhard Mallmann sowie Pflegedienstleiter Claus Bunten, der wie Mallmann zum „Palliative Care Team Düsseldorf“ gehört, über ihre Arbeit. Sie berichteten gemeinsam mit Bettina Kutzscher, Koordinatorin beim Hospizverein Düsseldorf-Nord, über die Behandlungsmöglichkeiten und machten den Besuchern die professionellen Strukturen innerhalb der Palliativ-Netzwerke verständlich.

24 Stunden lang verfügbar

„Hinter der Palliativversorgung steckt viel Arbeit und ein hohes Maß an Qualifikation“, sagte Löns, der ein „anderes ärztliches Denken“ formulierte: „Die Palliativversorgung funktioniert nur auf Augenhöhe mit dem Patienten, der sich in der Nähe des Todes befindet. Es geht immer um die Frage, was der Patient noch von der Therapie hat – und ob er sie wünscht.“ Auch wenn klar sei, dass die Erkrankung zum Tod führt, gehe es in der Palliativversorgung um das Leben – und die Frage, wie man es am Ende gestaltet.

Claus Bunten betonte die Vorteile der Palliative Care Teams gegenüber normalen Pflegediensten: „Die ,normale‘ Pflege erfolgt im Minutentakt, bei der Palliative Care-Pflege kann ich die Zeit aufwenden, die für den Patienten sinnvoll ist. Dazu sind wir 24 Stunden lang jederzeit verfügbar.“

Insgesamt gibt es in Nordrhein bereits 830 Praxen, die an der  AAPV teilnehmen, fast 1.900 fortgebildete Haus- und Fachärzte, davon 373 besonders qualifizierte „Palliativärzte (QPÄ)“. Für die SAPV sind 23 „Palliative Care Teams“ tätig. Damit ist man auch dem Ziel, möglichst viele Palliativpatienten ambulant zu betreuen, ein Stück näher gekommen: Nur etwa 13 Prozent der in der AAPV betreuten Patienten verstarben im Krankenhaus oder auf einer Palliativstation.

„Es wird nicht alles so bleiben, wie es augenblicklich ist“, betont Dr. Heike Zimmermann, Referentin in der Abteilung Medizin und Versorgung. So machten neue Regelungen des Bundesgesetzgebers und Gerichtsurteile voraussichtlich Anpassungen der Verträge zur AAPV und SAPV in Nordrhein erforderlich. In den Verhandlungen mit den Kostenträgern geht es vor allem darum, die bisher erreichte Versorgungsqualität weiterhin zu sichern.

Dr. Heiko Schmitz ist Leiter des Bereichs Presse und Medien der KV Nordrhein.

  Zum Seitenanfang

letzte Änderung am: 25.08.2017



Datenschutzgrundverordnung

Europasterne mit Paragraphenzeichen Foto: BillionPhotos com/Fotolia.com und froxx/Fotolia.com

interner Link Informationen zur Datenschutzgrundverordnung, die am 25.5.2018 Gültigkeit erlangt.

Neue Infoblätter und Mustervorlagen

Kammerwahlen der nordrheinischen Ärztinnen und Ärzte
Logo Kammerwahlen 2019 mit Datum
Rheinisches Ärzteblatt

Heft 10/2018

Titel 12/2018 Titelgestaltung: Montage: Eberhard Wolf / Foto: Shutterstock

Titelthema

Alles digital, alles gut?

aktuelle Ausgabe

Bedeutung der Organspende - was können wir in NRW tun?

Organspendeausweis Quelle: BZgA 

Gemeinsam mit veranstalten das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales Nordrhein-Westfalen, Ärztekammer Nordrhein, Ärztekammer Westfalen-Lippe und die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen ein Symposium zu den Frage, wie die Organspende in Nordrhein-Westfalen gefördert werden kann. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 26. Februar im Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft statt.

interner Link Programm und Anmeldung

Materialbestellung

Die Ärztekammer Nordrhein hält zahlreiche Informationsbroschüre und Flyer für Ärztinnen und Ärzte, Bürgerinnen und Bürger oder auch zur Auslage im Wartezimmer bereit. Die Materialien können einfach ein bereitgestelltes Online-Formular bestellt werden.

Interner Link Materialbestellung

Logo Cochrane Library
Jobbörse für MFA
Screenshot Jobbörse

Suchen Sie eine neue Praxis-Mitarbeiter/in oder haben Sie einen Ausbildungs- / Praktikums- / Hospitationsplatz frei? Über die Jobbörse auf unserer Homepage haben Sie die Möglichkeit, schnell und kostenlos ein Inserat aufzugeben. Auch Job-Suchende können hier eine Anzeige schalten.

interner Link Jobbörse

Critical Incident Reporting System NRW. Melde- und Lernsystem für medizinische Beinahe-Fehler für NRW.

 Internetlink www.cirs-nrw.de

Diese Web Seite ist von der Health On the Net Stiftung akkreditiert: Klicken Sie, um dies zu überprüfen

Wir befolgen den HONcode Standard für vertrauensvolle Gesundheitsinformationen.
Kontrollieren Sie dies hier.


Medisuch-Siegel

Die Medizinsuchmaschine "Medisuch" bestätigt der Ärztekammer Nordrhein, dass die Homepage ohne kommerzielle Einflussnahme erstellt ist.

Video über die Ärztekammer Nordrhein
Screenshot-Image-Video

Video (7 Minuten): Die Aufgaben der Ärztekammer Nordrhein

Interner Link Imagevideo