Dem neuen Gelöbnis Bedeutung verleihen

Der Weltärztebund hat in diesem Oktober mit dem neu gefassten Genfer Gelöbnis eine moderne Version des hippokratischen Eides veröffentlicht. Das Gelöbnis fasst die moralischen Prinzipien zusammen, auf die sich die nationalen Vertretungen der Ärztinnen und Ärzte weltweit verständigt haben.

Rudolf Henke Foto: Jochen Rolfes

Rudolf Henke, Präsident der Ärztekammer Nordrhein
Foto: Jochen Rolfes

Laut Genfer Deklaration ist es eine der wichtigsten ärztlichen Aufgaben, medizinisches Wissen zum Nutzen der Patienten sowie zum Fortschritt des Gesundheitswesens mit anderen zu teilen. Auf seiner Generalversammlung in Chicago hat der Weltärztebund nicht nur das Genfer Gelöbnis überarbeitet, sondern auch eine Empfehlung zur effektiveren Bekämpfung von Pandemien und Epidemien herausgegeben. Die Ärzteschaft wird dazu aufgerufen, auf nationaler wie auf internationaler Ebene ihr Fachwissen mit in Krisenreaktionsprogramme einzubringen und im Dialog mit anderen Nationen Epidemien zu bekämpfen.

Es ist gut und richtig, dass das Gelöbnis und die ergänzenden Empfehlungen unsere ärztliche Verantwortung sowohl auf nationaler wie auch auf internationaler Ebene beschreiben. Denn in einer globalisierten Welt können wir es uns aufgrund der Fülle unterschiedlichster gesundheitlicher Gefährdungen nicht mehr leisten, unser medizinisches Wissen nur zur Optimierung unseres eigenen Gesundheitswesens zu nutzen. Es kann uns selbst nicht auf Dauer gut gehen, wenn es unseren Nachbarn schlecht geht.

Ein Beispiel dafür ist der seit Jahren beklagte unterschiedliche Standard bei der Prävention und Behandlung von HIV/Aids. Während in Deutschland die Zahl der HIV-Neudiagnosen sinkt, breiten sich in vielen Ländern Osteuropas HIV-Infektionen ungebremst aus. Dies auch vor dem Hintergrund völlig unterfinanzierter Gesundheitssysteme. In Russland ist beispielsweise seit 2016 die Marke von 100.000 jährlichen Neuinfektionen überschritten. Wir alle wissen, dass sich Epidemien nicht an Ländergrenzen halten und dass wir das Geschehen in Osteuropa darum sehr genau beobachten müssen.

Im Sinne des Gelöbnisses können Deutschland und die deutsche Ärzteschaft hier dabei helfen, erfolgreiche Strategien zur Reduzierung und Behandlung von HIV/Aids mit den osteuropäischen Staaten zu teilen und damit international einen wichtigen Beitrag zum Gesundheitsschutz aller Menschen zu leisten.

Viele unserer Kolleginnen und Kollegen engagieren sich ehrenamtlich in ärztlichen Hilfsorganisationen, manchmal sogar unter Gefährdung ihres eigenen Lebens. Ich erinnere dabei zum Beispiel an Ärzte ohne Grenzen, die sich während der Ebola-Epidemie in herausragender Weise um die Gesundheit der Menschen in den betroffenen Ländern verdient gemacht haben und die gleichzeitig durch ihr Engagement vor Ort verhindert haben, dass sich die tödliche Epidemie auf andere Länder ausgedehnt hat. In Hilfsorganisationen machen sich Ärztinnen und Ärzte im besten Sinne des Genfer Gelöbnisses verdient und verleihen ihm über die Schriftform hinaus eine besondere Bedeutung.

Aber auch im Alltag können wir alle stets genug Möglichkeiten finden, wie wir dem Anspruch unseres Gelöbnisses gerecht werden und unser Wissen zum Wohl unserer Patienten einsetzen können.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, für Ihr tägliches Engagement in der Patientenversorgung möchte ich mich an dieser Stelle bedanken und wünsche Ihnen eine besinnliche Adventszeit und ein gesegnetes und fröhliches Weihnachtsfest.

Internetlink Neufassung des Genfer Gelöbnisses liegt jetzt auch auf Deutsch vor (Bundesärztekammer)

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letzte Änderung am: 01.12.2017

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Heft 7/2018

Titel 7/2018 Titelgestaltung: Eberhard Wolf

Titelthema

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Die Prävention und Behandlung von Osteoporose stehen im Mittelpunkt der aktuellen Fortbildung des Instituts für Qualität im Gesundheitswesen Nordrhein (IQN). Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 1. August 2018 von 15.30 Uhr bis 19.00 Uhr im Düsseldorfer Haus der Ärzteschaft.

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Dokumentation: PsychKG-Forum

Dokumentation der Vorträge auf dem PsychKG-Forum - Erwartungen und Erfahrungen nach der Gesetzesnovelle, das die Bezirksregierung Düsseldorf am 13. April 2018 veranstaltet hatte.

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Die Ärztekammer Nordrhein hält zahlreiche Informationsbroschüre und Flyer für Ärztinnen und Ärzte, Bürgerinnen und Bürger oder auch zur Auslage im Wartezimmer bereit. Die Materialien können einfach ein bereitgestelltes Online-Formular bestellt werden.

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